So sieht ORF den Kernauftrag

20. April 2012, 18:01
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Jahresbericht des Gebührenfunks an den Nationalrat - ORF erlöste in TV und Radio 216,7 Millionen aus Werbung, dazu 38,3 Millionen aus Sonderwerbeformen

Wien - Ein, zwei Musterwochen sind zu wenig, das ORF-Programm zu beurteilen: So argumentierte Public-Value-Beauftragter Klaus Unterberger, als die Rundfunkregulierung ihre Analyse von ORF und Privaten vorlegte. Der jüngste ORF-Bericht an den Nationalrat belegt - wie gewohnt - anhand zweier Musterwochen, dass der Sender "in der Regel anspruchsvolles Programm im Hauptabend" zeigt. Das verlangt das Gesetz.

Der neue Bericht geht freilich ein Stück vorsichtiger ans Werk als früher: In der Musterwoche finden sich keine Hollywoodblockbuster wie Troja und keine US-Serien wie Dr. House mehr, um den Anspruch zu belegen. Jahr für Jahr monierte der Standard, dass solche Programme auch gebührenfrei im Privatfernsehen laufen. Auch diesmal findet sich unter Tatort, Anna Bolena, dem Boulevardmagazin Thema, Universum, Am Schauplat z und Wir sind Kaiser in einer überraschend knappen Musterwoche die Millionenshow. Das Format läuft mit anderem Personal etwa auch in RTL.

Unverändert ordnet der ORF Formate wie Sommerzeit, Harrys liabste Hütt'n , Aufgetischt in ..., Adventzeit mit Harry Prünster in die Rubrik " Current Affairs / Politik/ Magazine/Diskussionen". Liebesgeschichten und Heiratssachen ressortieren unter Kultur. Tierzuliebe (das laut Österreich auf der Abschussliste stehen soll) und Stöckl am Samstag unter Wissenschaft/Bildung/Lebenshilfe.

Auch im Bericht: Der ORF erlöste in TV und Radio 216,7 Millionen aus Werbung; dazu 38,3 Millionen aus Sonderwerbeformen. (fid, DER STANDARD, 21./22.4.2012)

  • Harry Prünsters "liabste Hütten" sind "Current Affairs".
    foto: orf

    Harry Prünsters "liabste Hütten" sind "Current Affairs".

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