Zweifelhaften Polizeimethoden sorgen für Aufregung

20. April 2012, 17:23

Polizeichef drohte Verhafteten zu "zerquetschen" - Menschenrechtler verlangen Absetzung des Beamten

Sofia - Das bulgarische Helsinki-Komitee für Menschenrechte hat am Freitag die Absetzung eines hohen Polizeibeamten verlangt, der offenbar einen Verhafteten massiv bedrohte und zweifelhafte Verhörmethoden anwendete. Eine anonyme Videoaufnahme, die seit kurzem auf Youtube im Internet kursiert und in Bulgarien für Aufregung sorgt, zeigt, wie der Polizeichef einen Verhafteten zum "Armdrücken" zwang, um dessen Alibi zu überprüfen.

Der gegenwärtige Chef der Polizeidirektion des Großraums Sofia, Nikolaj Nikolow, gab die Echtheit des Videos im Nationalfernsehen BNT1 zu und bestätigte, dass er selbst dort zu sehen ist. Das Video zeigt, dass Nikolow den Verhafteten mehrmals damit bedrohte, ihn zu schlagen und zu "zerquetschen" und ihn auch auf das Ärgste beschimpfte. Der Polizeichef sieht das aber gelassen und erklärte zu seinen Methoden, dass es bei der Fahndung "kein Generalrezept" gebe und dass solch ein ungewöhnliches Vorgehen dem "erfolgreichen Lösen" eines Falls diene.

Er erklärte ferner, die Aufnahme sei mindestens sieben bis acht Jahre alt und aus der Zeit, als er noch Chef der Abteilung Aufklärung von Schwerverbrechen im ersten Bezirk der Hauptstadt Sofia gewesen war. Nikolow, der laut mediapool.bg in internen Kreisen wegen seiner früheren Tätigkeit als Gewichtheber unter dem Spitznamen "die Eisenstange" bekannt ist, erklärte gegenüber dem Fernsehsender bTV, er wollte mit seiner ungewöhnlichen Aktion das Alibi eines Verhafteten prüfen. Dieser habe nämlich behauptet, Armdrücken trainiert zu haben. All das sei aber keine Polizeigewalt, so Nikolow. (APA, 20.04.2012)

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schnell eine asylpruefung um die beamten sich gegenseitig reich beschenken zu lassen...

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