Briten wollen ihren Banken mehr Kernkapital verordnen

20. April 2012, 17:06

Da mehrere Staaten unter der Führung Großbritanniens einen dickeren Kapitalpolster fordern, stehen EU-einheitliche Kapitalvorschriften für Banken in Frage

Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
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Banken mit mehr Kapital gelten als sicherer und könnten sich damit Vorteile verschaffen

Tatsache ist, dass Banken mit höherer EM-Quote geringere Refinazierungskosten haben. Das macht die einzelne Bank für Aktionäre rentabler und Gläubiger attraktiver.

Zu hinterfragen ist, ob ein höheres Eigenkapitalerfordernis das Banksystem als ganzes sicherer macht. Neben Überschuldung ist Illiquidität Insolvenzgrund. Die höchtskapitalisierte Bank ist pleite, wenn alle Gläubiger gleichzeitig Geld abziehen.

Müssen alle Banken statt 4% nun 7% harte Kernkapitalquote einhalten, dann hebt sich dass Niveau, ab dem eine Bank als unterkapitalisiert angesehen wird. Der "bankrun" setzt nur früher ein.

Es sinkt die Wahrscheinlichkeit dass der Staat Banken auffangen muss, dafür steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Banken in Probleme kommen

Die Parlamentarier diskutierten unter anderem darüber, bei den Eigenkapitalquoten stärker nach der Größe der Banken zu differenzieren.

Langsam scheint die Überlegung ins Bewußtsein unserer Politiker zu sickern, dass man eine Sparkasse aus Gigritzpatschn nur schwer mit der Bankengruppe der Deutschen Bank vergleichen und sie schon gar nicht den gleichen Melde- und Kapitalanforderungen unterwerfen kann.

Aber zuerst mussten alle schreien, dass Basel III obwohl nur für Großbanken gedacht für alle Banken gelten soll. Bin gespannt, wie sie die Kuh wieder in den Stall bekommen.

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