Automatik brechen

Ein gewisser Zwang, sich anderen zu öffnen

SOS Mitmensch fordert nun gegen Diskriminierung anonymisierte Bewerbungen ohne Bild, nachdem ein Pilotprojekt in Deutschland erfolgreich war. Die Kommentare dazu lauten "sinnlos" bis "Schwachsinn".

Klar wählt der Arbeitgeber nach seinen Vorlieben (und zahlt, was er für angemessen hält), klar: Objektivität ist eine Idee. Aber: Anonyme Bewerbungen bringen eine gute Chance, die vorurteilsbehaftete Automatik zu unterbrechen: "Ah, zwei kleine Kinder, die wird oft Pflegetage haben, ah, Türke - ganz schwierig, ah, sehr dick, mit der stimmt was nicht ..." Da muss man sich die Leute einmal anschauen, Bewerber werden nicht automatisch aussortiert. Das bringt noch lange keine offene Gesellschaft. Aber einen gewissen Zwang, sich "anderen" zu öffnen. (Karin Bauer, DER STANDARD, 21./22.4.2012)

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