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Berlin - Claus Peymann blickt zurück: Beim ersten "Wien-Festival" bietet das Berliner Ensemble bis Anfang Juli Theaterinszenierungen, Lesungen und Filme aus der ehemaligen Theaterheimat des Intendanten. Im Theater am Schiffbauerdamm mit dabei sind Künstler wie die Schauspieler Gert Voss, Otto Sander, Corinna Kirchhoff, Maresa Hörbiger und Michael Degen, Kabarettist Alfred Dorfer und Schriftsteller Peter Turrini, wie Peymann am Freitag ankündigte. Den Auftakt Andre Heller, der am 22. April seine Biografie "Feuerkopf" vorstellt.
Das Festival gilt auch als kleine Spitze Peymanns gegen das ebenfalls in der Zeit stattfindende Berliner Theatertreffen (4. bis 21. Mai), dessen Auswahl experimenteller Inszenierungen und zeitgenössischer Stücke der Intendant seit Jahren kritisiert. Auch dieses Jahr seien die eingeladenen Inszenierungen "wie immer", meinte Peymann. Das Theatertreffen sei nicht mehr ernst zu nehmen, sagte der Theatermacher, der mit seinen eigenen Arbeiten schon länger nicht mehr zu dem Festival eingeladen worden ist.
Solos, Lesungen, Filme und Musik
Das Wien-Festival bietet Inszenierungen wie Bernhards "Einfach kompliziert" (Regie Peymann selbst), Taboris "Mein Kampf" (Regie Hermann Beil), Molnars "Liliom" (Regie Mona Kraushaar) und Horvaths "Geschichten aus dem Wiener Wald" (Regie Enrico Lübbe). Daneben gibt es einen "WienerLieder"-Abend und zahlreiche Wiener Gastspiele unter anderem vom Burgtheater, dem Theater in der Josefstadt und der IDance Company.
Gert Voss spielt Bernhards "Elisabeth II." als Solo. Michael Degen trägt bei der Lesung "Mir fällt zu Hitler nichts ein" Texte von Karl Kraus und Bertolt Brecht vor. Bei den Filmnächten ist von "Oberst Redl" mit Klaus Maria Brandauer und Orson Welles' "Der Dritte Mann" bis "Wiener Blut" mit Hans Moser und "Sissi" mit Romy Schneider alles dabei.
Auch Pläne für die nächste Spielzeit verriet Peymann bereits: Im April 2013 bringt der US-amerikanische Theatermagier Robert Wilson (70) den Klassiker "Peter Pan" auf die Bühne. Wilson zeige das Werk von James Matthew Barrie als "Stück für Kinder und Erwachsene", sagte Peymann. Der Regisseur, der auch Bühnenbild und Lichtkonzept wieder selbst in die Hand nimmt, arbeitet dabei mit der "Peter Pan"-Übersetzung von Erich Kästner.
Katharina Thalbach inszeniert Shakespeares "Was ihr wollt" (Premiere November 2012). Peymann selbst plant die Inszenierung von Harold Pinters "Die Heimkehr" oder wahlweise Henrik Ibsens "Die Stützen der Gesellschaft" (Premiere Dezember 2012). (APA, 20.4.2012)
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