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Wien - Claus Raidl, Ex-Manager von Böhler-Uddeholm und aktuell Präsident der Nationalbank (OeNB), denkt über Steuergerechtigkeit nach. Raidl will Kapitalerträge und Arbeitseinkommen gleich besteuern ohne dabei eine Flat Tax einzuführen. "Es ist nicht einzusehen - und das ist ein Grundsatzproblem -, dass in Österreich die Arbeit mit bis zu 50 Prozent besteuert wird und Kapitalerträge nur mit 25 Prozent", sagt der als Querdenker bekannte Raidl in der am Wochenende erscheinenden Ausgabe der Gratiszeitung "Echo".
Nach der Einführung der neuen Immobilienbesteuerung per Anfang April werden Private für Erträge (fast) aller Vermögensklassen mit 25 Prozent (end)besteuert. Der neue Steuersatz könne dann vielleicht 30 Prozent betragen, wobei der als ÖVP-nahe geltende offenbar keinen einheitlichen Steuersatz, sondern eine "Staffelung" haben will. "Damit würden die Arbeitseinkünfte automatisch entlastet werden und Kapitaleinkünfte stärker belastet werden", meint er. Wie eine gestaffelte Besteuerung von Sparbüchern und Ausschüttungen konkret durchgeführt werden kann, erläutert Raidl in dem Interview nicht. (APA, 20.4.2012)
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Die Gefahr die ich bei so etwas sehe ist, dass bei den Mitarbeitern nicht mehr ankommt sondern die Unternehmen nun einfach so rechnen:
vorher
3000 € = 1900 € netto
dann
2500 € = 1900 € netto = Super Deal!!
Kann mir jemand erklären, warum es Österreich gefährden würde bzw. was das für den Einzelnen bedeuten würde? Damit meine ich nicht die Sparbuchfans die um ihre 30 € p.a. fürchten sondern wirkliche Auswirkungen für Menschen und Wirtschaft. Gebunkertes Kapital wie in der Schweiz bringt doch niemanden was oder liege ich falsch?? Ist für so etwas Österreich nicht bereits zu unattraktiv?
Ja, mutig. Aber ist das durchführbar?
Es gibt Bereiche, da sind wir in sehr starkem internationalem Wettbewerb. Derzeit gehört Kapital, so meine ich, dazu. Kann man das also einfach höher besteuern, ohne starke Abwanderungstendenzen zu haben?
Die hohe Besteuerung auf Arbeit führt dagegen nur zu einer sehr beschränkten Abwanderung von Gutverdienern, wobei der Schwarzarbeitseffekt durchaus sogar noch größer sein mag.
Ich denke also, wir müssen für Kapital bei ganz grob 25% bleiben. Aber dennoch muss Arbeit geringer besteuern werden, da stimme ich Raidl zu. Nur wie?
-)Mehr Vermögenssteuern (geht auch nur in Maßen)
-)Weniger Staatsausgaben (Wo? Verwaltung? Subventionen?)
Ich glaube nicht, dass es sich eine Steuererhöhung auf Kapitalerträge z.B.: au 30% (ähnl. wie in Deutschland) wesentlich auf das Kapital in Österreich auswirkt.
Ich glaube aber auch nicht, dass es zu wesentlichen Mehreinnahmen führen wird, da Unternehmen schon ungefähr wissen, wie viel Steuer sie bezahlen "wollen" =)
Wo ich aber das Problem sehe, ist bei einer gestaffelten Steuer - wie soll das gehen, ohne dass jeder Österreicher eine Steuererklärung machen muss und dort seine diversen Kapitalerträge auflistet?
Ich sehe keinen Grund, weshalb zwischen Einkommen unterschieden werden sollte. Einkommen ist Einkommen.
Es sollte daher jedes Einkommen dem FA gemeldet und wie Einkommen aus Arbeit versteuert werden (inkl. SV).
Da dies zu erheblichen Mehreinnahmen führen würde (~ 30% des Volkseinkommens sind Kapitaleinkommen), könnten darauf hin auch die Progressionsstufen nach oben gesetzt werden bzw. der SV-Tarif gesenkt werden.
Dies würde zu einer Entlastung der Einkommen aus Arbeit führen.
Ich würde vor allem einmal die SV herabsetzen bzw. Freibeträge einführen, da hier die untersten Einkommensschichten am meisten profitieren. Eine simple Steuerreduktion bringt ihnen ja aufgrund der Steuerfreiheit nichts. Erst wenn wir in dieser Einkommensklasse die Belastung reduziert haben, kann man über die höheren Einkommen nachdenken.
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