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Berlin/ Hamburg - Zwei Drittel aller Patienten in der psychosomatischen Rehabilitation leiden unter Job-Angst. Die Vorstellung, an den Arbeitsplatz zurückzukehren, löst bei Betroffenen Herzrasen, Zittern und Panikgefühle aus. Job-Angst ist eine gesundheitliche Störung, die sich von anderen psychischen Beschwerden deutlich unterscheidet. Zu diesem Ergebnis kommt Beate Muschalla vom Rehabilitationszentrum Seehof in Teltow. Die Psychologin erforscht gemeinsam mit Michael Linden, leitender Arzt an der Klinik Seehof und Leiter der Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation an der Charité-Berlin, seit etwa zehn Jahren, wie Job-Angst diagnostiziert und therapiert werden kann.
Diese spezifische Angst ist demnach sehr häufig verbunden mit Aktivitäts- und Teilhabestörungen, die zu langen Zeiten der Arbeitsunfähigkeit bis hin zur Frühverrentung führen. Weil psychische Erkrankungen in der Bevölkerung deutlich ansteigen und gleichzeitig das Renteneinstiegsalter auf 67 angehoben wird, hält Muschalla es für enorm wichtig, Patienten individuell zu unterstützen, ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit möglichst lange zu bewahren oder zurückzugewinnen.
Handfeste Phobie
Juliane Berger (Name geändert) galt als geheilt. Die Lehrerin schien ihre depressive Episode nach der mehrmonatigen Krankschreibung gut überstanden zu haben. Der Weg zurück an den Arbeitsplatz Schule aber gelang ihr trotz Therapie und Medikamenten nicht. Und das obwohl ihr das Unterrichten und der Umgang mit Jugendlichen zuvor immer Spaß gemacht hatte. Juliane Berger kehrte erst wieder an ihren alten Arbeitsplatz zurück, nach dem sie ihre Job-Angst in einer Rehabilitation bearbeitet hatte. „Die betroffenen Patienten haben nicht einfach nur Ängste, sondern handfeste Phobien. Sie führen dazu, dass sie die Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz mit allen Mitteln vermeiden wollen und zugleich darunter leiden", sagt Muschalla.
Das Rehabilitationszentrum Seehof der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund) hat sich bereits vor Jahren auf die Behandlung arbeitsplatzbezogener Gesundheitsprobleme und Job-Angst spezialisiert.
Das Wichtigste in der Behandlung ist, das Krankheitsbild solide zu diagnostizieren und von anderen Formen abzugrenzen: „Ob eine Job-Angst vorliegt oder die Angst eher andere Auslöser hat, muss zu Beginn genau getestet werden", sagt Muschalla. Neben der eingehenden klinischen Untersuchung durch den Psychotherapeuten wird dabei auch ein Fragebogen eingesetzt, die „Job-Angst-Skala", die die Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation an der Charité-Berlin entwickelt hat.
Der Fragebogen hilft den beruflichen Belastungen auf den Grund zu gehen. Er listet Situationen und Gefühle auf, die häufig mit Arbeitsplatzängsten auftreten. Zum Beispiel: Auf das Gefühl, der Willkür von Kollegen ausgesetzt zu sein, körperlich mit Zittern oder Herzrasen zu reagieren. Die Betroffenen kreuzen auf einer mehrstufigen Skala an, wie stark die Aussagen auf ihre Person zutreffen.
Situationsbedingte Ängste
Muschalla hat mittlerweile die Beschwerden von mehreren Hundert Patienten auf diese Weise eingestuft. Das Ergebnis: Meist treten die Job-Ängste in bestimmten Situationen auf - etwa in der wöchentlichen Dienstbesprechung in der Zusammenarbeit mit bestimmten Kollegen. Erst an dritter Stelle stehen die Ängste, die auch Juliane Berger plagten - das Gefühl, dem Berufsalltag nicht mehr gewachsen zu sein. „In der Depression", sagt Muschalla, „hat sich die Patientin als insuffizient und hilflos erfahren. Daraufhin wuchs in ihr eine weitergehende Angst, den Ansprüchen am Arbeitsplatz nicht mehr gerecht werden zu können."
Die Psychologin kombinierte für ihre Patienten verschiedene Behandlungsformen: So erfuhr Juliane Berger in verschiedenen Tests, dass sie leistungsstark ist und Belastungen durchaus standhält. Dazu kamen Informationen und Gespräche über die Art der Erkrankung. Das half Juliane Berger, ihr Selbstbild zu korrigieren. Zudem trainierte sie, wie sie sich in belastenden Situationen anders verhalten und in ihren Alltag eine gute Balance zwischen Anspannung und Entspannung finden kann.
Reha-Psychologin Muschalla nahm in Absprache mit der Patientin Kontakt zur Schule auf, an der die Mittvierzigerin seit Jahren unterrichtet und ebnete ihrer Patientin den Weg für eine stufenweise Rückkehr. Berger nahm die Arbeit nach und nach wieder auf. Eine Sozialarbeiterin der Klinik begleitete sie dabei in der Anfangsphase des Wiedereinstiegs. Ihre Job-Ängste hat sie erfolgreich gebannt. „Nach einer aktuellen Erhebung, die wir jüngst erstellt haben, kehren etwa zwei Drittel unserer Patienten wieder an einen Arbeitsplatz zurück. Job-Angst muss also nicht zwangsläufig zu längerer Arbeitsunfähigkeit führen", sagt Beate Muschalla. (red, 20.4.2012)
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dann kommt auch noch die angst vor dem ams dazu, die einen doch tatsächlich wieder dazu bringen möchten arbeiten zu gehen um sich die brötchen selber zu verdienen und vor allem auch dann in der pension ein auskommen zu haben...
"...hält Muschalla es für enorm wichtig, Patienten individuell zu unterstützen, ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit möglichst lange zu bewahren oder zurückzugewinnen."
Na servas. Hauptsache, Mensch leistet. Wurscht und sch**ssegal, wie es ihm geht.
Es ist geradezu ekelhaft mit anzusehen, wie der Psychologie nichts besseres einfällt, als die Leute möglichst lange "Arbeits- und Leistungsfähigkeit" zu halten. Man behandelt die Menschen wie Material, das wieder instand gesetzt gehört. Im Kapitalismus sind sie das leider auch.
dass sie nicht checken würden, dass die kapitalistische Lohnarbeit eine ganz schön unangenehme Sache ist, vor der man durchaus mit guten Gründen Angst haben kann.
Die Antwort auf das Problem lautet natürlich nicht "alle gleich in die Pension", sondern: Arbeit so gestalten, dass man keine Angst mehr davor haben muss. Das geht allerdings erst in einer Gesellschaft, wo die Produktion für die Bedürfnisbefriedigung statt findet und nicht für die Mehrung des Geldreichtums der Kapitalisten.
Mir geht es auch nicht gut
meine Trottel-Eltern beziehen nach wie vor erhöhte Familienbeihilfe; bei einer persönlichen Begegnung mit einer Ärtzin wurde Ich eindeutig als arbeitsfähig eingestuft; aber in einer Revision mit alten Zetteln ohne dass Ich gesehen wurede wurde sie wieder gewährt
diese Eltern haben auch schon eine Besachwalterung versucht, die mitterweile aber abgewehrt ist
zum arbeiten Gehen und möglichen Schwierigkeiten dort kommt die Verunsicherung ob Dienstende als Zeichen von Krankheit gewertet werden
anders wird man aber leicht ganz hinunter gerdrängt
der Staat der die Steuern und Abgaben nimmt ist auch die größte Bedroung
Georg
Ich habe studiert
meine Mutter hat daneben jahrelang einen Terror aufgeführt, dass Ich schließlich eingegangen bin
religiös hätte ich auch sein sollen und wurde so immer ins scvhuldig sein gedrängt weil es Ihr nicht gut ging, Sie damit aggressiv war und alle attakierte
dann kam Ich in psychiatrische Behandlung und meine Eltern, selbst psychische Weh konnten Sich daran aufbauen
leider zählt angesichts von psychiatrischen Papierln - auch nur wenigen Zeilen in Ferndiagniose - vor Amtspersonen nicht oder kaum mehr was man sagt
meine depperten Eltern waren echt unzufrieden damit, dass in der kurzen Zeit meiner Besachwalterung ein Anwalt damit betraut wurde und nicht Sie
dabei war das das einzig brauchbare des Gerichts, wenn in der Angelegenheit irgendetwas sinnvolles geschehen ist
Für was hat der Mensch die Technik so stark verbessert? Damit die Maschinen dem Menschen die Arbeit abnehmen, oder dass sich jeder ein i-pod kaufen kann der sichs leisten kann???
Warum dürfen manche Leute jede Menge Geld kassieren , indem sie andere für sich arbeiten lassen oder Maschinen für sich arbeiten lassen, während andere Leute selbst von einem Knochenjob nur von Tag zu Tag leben können?
50% der Arbeitsplätze sind ABSOLUT unnötig und nur noch aus politischen und konsumistischen Gründen da und um die Menschen zu kontrollieren.
BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN SOFORT.
Das Bedingungslose Grundeinkommen ist aber auch keine Lösung:
http://junge-linke.org/schwer-mi... einkommens
Der Mensch ist ein auf Sinn hin angelegtes Wesen (siehe V. Frankl).
Das, was sich heute abspielt, trägt meist nur noch sehr wenig Sinn in sich, ist manchmal sogar widersinnig.
Die Aufgabe wäre es, in dieser Situation trotzdem ein Stück weit individuellen Sinn hineinzubringen. Das ist immer möglich, selbst bei scheinbar stupiden Arbeiten: man kann dem Kunden/Kollegen ein freundliches Wort, einen freundlichen Blick geben, etwas menschlicher sein... und wird selbst merken, dass man dann zufriedener ist.
Hilfreich ist auch, sich in der Privatzeit mit aufbauenden, gesunden Dingen/Themen zu beschäftigen (Fernsehen und Unterhaltung überreizen und erschöpfen nur noch mehr die Nerven, obwohl man nach der Arbeit gerne den Kübel einschaltet).
die haben sich wegen dem traum eines eigenen hauses mit unheimlich toller lebensqualität hoch verschuldet und sind nun bis zu pension total motiviert arbeiten zu gehen, damit die raten fürs haus und fürs kfz (braucht man für den täglichen pendlerstau nach wien) zu bezahlen um der bank die gelegenheit zunehmen "an die frische luft gesetzt" zu werden ;-)
Ich war kürzlich selbst auf einer 6wöchigen REHA in Rust im Bgld. und es war eine der schönsten Zeiten meines Lebens. Ich war zwar nicht wegen einer Job-Angst dort, habe aber einige solcher Menschen dort kennen gelernt.
Diese Job-Angst ist tatsächlich kein Spaß, sondern eine echte Krankheit, die mit Burn-Out leicht zu verwechseln ist.
Ob die angebotenen Therapien diese Angst kurieren können wird meiner Meinung nach erst in ein paar Jahren ersichtlich sein...
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