Aktion scharf gegen Baustellenmängel in Wien

  • Immer wieder stoßen die Mitarbeiter der Baupolizei auf mangelhafte Baustellen.
    foto: ronald zak/dapd

    Immer wieder stoßen die Mitarbeiter der Baupolizei auf mangelhafte Baustellen.

1.310 Kontrollen seit Jahresbeginn zogen 117 Strafanträge und 15 Baueinstellungen nach sich

Wien - Seit Sommer 2010 nimmt die Stadt Wien im Rahmen einer "Aktion scharf" Baustellen rigoros unter die Lupe. Im ersten Quartal 2012 wurden 1.310 Baustellen kontrolliert. In neun Prozent der Fälle musste die Baupolizei diverse Mängel beanstanden. Insgesamt wurden 117 Strafanträge beim Magistratischen Bezirksamt gestellt, hieß es aus dem Büro von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ). Schwere Verfehlungen habe es aber kaum gegeben.

Strafanträge werden dann fällig, wenn die Behörde unsachgemäße Tätigkeiten feststellt. Darunter fallen etwa eine mangelhafte Abdeckung bei Dachausbauten, wodurch Regenwasser ins Hausinnere dringen kann, Verfehlungen bei Sicherheitsmaßnahmen für die Bauarbeiter, die Beschädigung denkmalgeschützter Gebäudeteile oder gar die Gefährdung von Menschenleben. In 15 Fällen mussten infolge der Kontrollen vorübergehende Baueinstellungen verfügt werden - zumeist wegen nicht rechtskräftiger Baubewilligungen.

Hunderte Baustopps

Die "Aktion scharf" läuft seit August 2010. Bis Ende März dieses Jahres erfolgten laut Ludwig-Büro insgesamt 10.314 Baustellenüberprüfungen. 762 Strafanträge wurden gestellt, in 295 Fällen wurde ein zwischenzeitlicher Baustopp verfügt.

Der Wohnbaustadtrat wertet die Schwerpunktkontrollen als Erfolg. Denn der Prozentsatz der erforderlichen Baueinstellungen habe sich von sechs Prozent zu Beginn der Aktion auf mittlerweile knapp drei Prozent halbiert. Wenngleich in den vergangenen Monaten ein vergleichsweise leichter Anstieg der mangelhaften Bauführungen festzustellen gewesen sei, liege die Anzahl der Fälle von gravierenden Verfehlungen und fahrlässigem Handeln im Promillebereich, wurde versichert. (APA, 20.4.2012)

Share if you care