Junta und Opposition einigen sich auf Übergangspräsidenten

20. April 2012, 06:49

Westafrikanische Staaten verurteilen "illegalen Beschluss"

Bissau - Nach dem Militärputsch in Guinea-Bissau hat sich die Junta mit der Opposition auf einen Übergangspräsidenten geeinigt. Der bei der Präsidentschaftswahl unterlegene Kandidat Manuel Serifo Nhamadjo werde die Übergangsregierung anführen, teilten die Militärjunta und die Opposition am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Das Abkommen mit der Opposition sieht zudem einen Nationalen Übergangsrat vor, der die Übergangsphase überwachen und von Oppositionsführer Braima Sori Djalo geleitet werden soll.

Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS verurteilte die Einrichtung "eines sogenannten Nationalen Übergangsrates". Es handle sich um einen "illegalen Beschluss", nachdem die Militärjunta zuvor schriftlich zugesagt habe, die Macht abzugeben, um eine Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung zu ermöglichen, teilte die ECOWAS mit. Die Gemeinschaft werde niemals eine Übergangsregierung akzeptieren, die von der Junta ausgehe, hieß es.

In der früheren portugiesischen Kolonie in Westafrika hatten Soldaten vor einer Woche nur kurz vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl geputscht. Seit der Unabhängigkeit 1974 gibt es in Guinea-Bissau vor dem Hintergrund von Machtkämpfen um die Kontrolle des Drogenhandels immer wieder Militärputsche, Putschversuche und politische Morde. (APA, 20.4.2012)

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