Besetzer dürfen vorerst auf Boku-Feldern bleiben

19. April 2012, 20:06
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Uni will aber keine dauerhafte Duldung der Felder in Jedlersdorf aussprechen

Wien - Da wird gegraben, gezupft, gejätet und gesät: Rund 30 Menschen waren auch am Donnerstag damit beschäftigt, ein Stück Land in Wien Jedlersdorf zu kultivieren. Seit Dienstag besetzen sie dort einen Bereich, der von der Universität für Bodenkultur (Boku) als Versuchsfläche gepachtet wird. Nun aber braucht die Boku einen Teil der Flächen nicht mehr und plant, sie an den Eigentümer, die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), zurückzugeben.

Die Besetzer, eine gemischte Gruppe aus Studierenden und Aktivisten, wollen den Platz als Gemeinschaftsplatz nach dem Modell "Community Supported Agriculture" gewinnen. Anrainer sollen hier selbst ihr Gemüse anbauen können und mit der benachbarten Schule ist ein Projekt geplant.

Abzugsfrist ausgesetzt

Ob sich diese Idee umsetzen lässt, ist noch offen. Eine dauerhafte Duldung durch das Boku-Rektorat wurde nicht ausgesprochen, die Abzugsfrist von Donnerstagmittag wurde jedenfalls ausgesetzt. "Vorerst dürfen sie bleiben, wir haben keine Räumung geplant", bestätigt eine Sprecherin des Rektorats. Eine Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen.

Mit der Landbesetzung wollen die Aktivisten auch auf die zunehmende Verbauung von Grünflächen aufmerksam machen. Über eine solidarische Nutzung des Grundstücks (etwa 3,8 Hektar) kann nicht die Boku als Pächter, sondern nur die BIG entscheiden. Was diese wiederum schlussendlich mit den Flächen vorhat, ist noch ungewiss. (juh/DER STANDARD, 20.4.2012)

  • Es wird weitergegärtnert.
    foto: derstandard.at/maria von usslar

    Es wird weitergegärtnert.

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