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Es hat längst begonnen. Seit gut einem Monat schieben sich Blätter aus dem Erdreich, entfalten sich Knospen, und aus ausgetrockneten Augen schwellen frische Triebe saftig-pelzig an. Voll Freude stehen Gärtnerin und Gartler in ihren Outdoorschlapfen in den Beeten und freuen sich über jedes frische Grün, das die einsetzenden Frühjahrsbedingungen ermöglichen.
Bei mir setzt aber auch das jährliche Rätselraten ein. Ein Rätselraten, das an den Rand des Abgrunds treibt, das einen Nervenzusammenbruch wahrscheinlich macht und in der Folge aus einem Tau einen Strick werden lässt. Was zum Teufel wird das, das da wächst? Alles, wirklich alles dreht sich um diese eine Frage. Natürlich, nach der letzten großen Lieferung vom unsäglichsten aller Pflanzenversandhäuser voriges Frühjahr, hatte ich einen Plan angelegt, wo welche Pflanzen denn eingesetzt wurden. So einen Plan braucht man wie einen Bissen Brot, denn schnell verliert sich der Gartler in seinen ständigen Zukäufen.
Mitnichten. Es ist eine Kunst, den Überblick zu bewahren. Es wäre hingegen keine Kunst, kleine Schildchen in die Erde zu stecken, welche qua Beschriftung an unterirdisch Schlummerndes erinnern. Aber Schildchengärten waren noch nie meins. Darüber hinaus erhöht sich Woche für Woche die Zahl der schnell einmal mitgenommenen Pflanzen, die eingesetzt werden wollen, für die Platz gefunden werden muss und wo man dann keine Zeit hat, lang über Pflanzplänen zu brüten, um Lösungen zu finden. Für Spontanitäten muss immer Raum sein. Das Problem - es sind letztes Jahr nicht alle Pflanzen gekommen, die hätten kommen sollen. Sie blieben womöglich unterirdisch.
Unkraut, Beikraut, Wildkraut
Mit anderen Worten, man weiß nun im Frühjahr nicht, ob diese saftig grüne Blattrosette, welche sich da auf das Herrlichste entfaltet, eine Wunschpflanze ist oder gar ein stolzer Pionier, der sich von Acker zu Acker wehen lässt und auf Unkraut, Beikraut, Wildkraut oder sekundäre Begleitpflanze hört. Ratlos steht der Gartler vor einer Unzahl an Keimlingen und bereut es wieder einmal, letztes Jahr nicht per Foto und Beschriftung über dasselbe Problem Buch geführt zu haben. Gänsedistel, Frauenmantel, Rainkohl; Ampfer und Hirtentäschel, was darf es sein, gnädiger Herr? Diese Pflanzen findet man nicht beim Krepeler in Penzing, diese Pflanzen stehen nicht bei der Kreiner in Döb-ling - aber sie standen in meinen Beeten, en masse. Und nun stehe ich in meinen Beeten und rätsle, welch Natur die Keimlinge denn sind.
Kommt da ein Warziger Krähenfuß, das Gemeine Kreuzkraut oder gar der Garstige Eiterzahn? Und wie wird meine Rose Joelle-Annabelle reagieren - neben diesen Vulgärlichkeiten? Hier hilft eine Website, gibt Rat und spricht Mut zu. Sie führt 130 Unkräuter an, zeigt Fotos von Keimblättern, frühen und späteren Laubblättern und führt den geneigten User systematisch durch die Dickichte professioneller Pflanzenbestimmung.
Best-of-Unkraut
Blattformen, Blattbasen, Blattspitzen, Nervatur, Blattfarben, Blattbehaarung und so weiter und so fort werden beschrieben, und flott wird man durch die Bestimmungsmerkmale geführt, um letztendlich zum Beispiel beim Dreiteiligen Zweizahn zu landen. Je tiefer man in die Unkräuter eintaucht, desto faszinierender werden sie.
Allein schon der Namen wegen sollte man ein Best-of-Unkraut im Garten führen, was sich bei einer Führung besonders gut macht: "Hier der Stachelige Wurmlattich links, dort sehen sie den Zurückgekrümmten Amarant nebst Gattin und Erdmandelgras ..." Ja, je mehr ich es mir überlege, desto mehr kippt der Anlass, die Pflanzen zu bestimmen. Ich will wissen, welche Keimlinge hochgezüchtete, proletenbunte Bakker-Stauden werden, damit ich sie rechtzeitig raushauen und damit Platz für die entzückenden Unkräuter schaffen kann. So schaut's nämlich aus.
Die deutsche Rosenzüchtung Westerland ist seit über 40 Jahren ein Hit. Zu Recht, denn wer sie nur ein bisserl aufpapperlt und ihr beim Ranken hilft, wird mit üppigen Duft- und Farberuptionen belohnt, weiß Gregor Fauma.
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Wildwuchs wird man dem Doldenblütler nicht abgewöhnen - Aufessen hilft, meint Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Pflanzenläuse vermehren sich so schnell, dass einem schwarz wird vor Augen. Hausmittelchen helfen nur, wenn man sie früh genug einsetzt, weiß Gregor Fauma.
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Um rascher an eine eigene Vogelpopulation zu kommen, können Gärtner etwas tun: mehr mulchen und weniger wegschneiden zum Beispiel, meint Gregor Fauma
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Bohne, Zucchini und Kürbis brauchen eine Stütze - Die ist ihnen der Gärtner, der im Mai ausreichend Rankhilfen aufstellt, weil das junge Gemüse sonst bald den Kopf hängen lässt
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Der Herbst ist der Höhepunkt des Gartenjahres - so zur rechten Zeit vorgesorgt wurde
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Das Nachtschattengewächs mit dem heißumstrittenen Namen wird gern auf dem Balkon gezogen - Gregor Fauma über Theorie und Praxis der Tomate
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Wenn die Groupies kommen, kriegt Gregor Fauma zwar Schampus verehrt - aber anstrengend ist es schon
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
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Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Der Begriff "Unkraut" ist ganz und gar faschistisch. Impliziert er doch den Begriff "Kraut".
Kraut ist lebenswertes Leben, Unkraut dagegen ist nicht lebenswert und muss vernichtet werden.
Ich verstehe nicht warum die Bestimmung der Pflanzen den Autor so belastet.
Warum lässt er es nicht einfach wachsen? Man wird schon sehen, was sich daraus entwickelt.
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