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Es gibt keinen Grund, die Figur schönzureden: Karl Lueger war nicht nur legendärer Wiener Bürgermeister, sondern auch ein übler Demagoge, der den Hass gegen Juden geschürt hat. Kein Wunder, dass ihn Adolf Hitler in Mein Kampf zum Vorbild adelte.
Doch das Vermächtnis Luegers lässt sich nicht auf Antisemitismus, Hetze und Verleumdung reduzieren. Der Gründer der Christlichsozialen Partei war auch kommunaler Reformer, der dem Wien der vorletzten Jahrhundertwende einen Modernisierungsschub verpasst hat. In seine Amtszeit fällt der Auf- und Ausbau wichtiger Leistungen, von der zweiten Hochquellenwasserleitung über Straßenbahnen bis zu Krankenhäusern und Pflegeheimen.
Lueger hat die Stadt in vielfältiger Weise geprägt, ob es ihren Bürgern heute gefällt oder nicht. Diese ambivalente Persönlichkeit böte den Wienern ein ideales Studienobjekt, um sich mit der eigenen, nicht minder zwiespältigen Geschichte auseinanderzusetzen - so auch mit der Frage, warum sich das schleichende Gift des Antisemtismus ausgebreitet hat und noch immer nicht restlos ausgemerzt ist.
Kreative Künstler und Historiker hätten sicher originellere Wege gefunden als schnöde Informationstafeln, um anhand eines Straßenschildes dazu einen Anstoß zu geben; so gab es ja schon die witzige Idee, das ebenfalls an der Ringstraße stehende Lueger-Denkmal in Schräglage zu hieven. Ein Taferl abzumontieren ist hingegen kein konstruktiver Beitrag: Aus den Augen, aus dem Sinn. (Gerald John, DER STANDARD, 20.4.2012)
Trotz antisemitischer Zitate: Ein Straßenschildersturm dient nicht der Aufarbeitung
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Dass die Regierung eine ordentliche Ausbildung fördern will, ist schön und recht, doch die jungen Männer haben sich wohl Handfesteres gewünscht
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Die Idee dahinter ist löblich, doch das Register verrät wenig
Die geplante Umbenennung der Ringstrasse war lang ueberfaellig. Hoechste Zeit, dass man sich derer erinnert, die Oesterreich gross gemacht haben. Also raus mit den Karlis ( Lueger und Renner) und her mit unserem geliebten Kaiser. Gott erhalte, Gott beschuetze...wie sich's gehoert.
"willkürakt der rotgrünen stadtregierung"
oder:
"infernalen hass der linken auf bürgerliche persönlichkeiten!"
und jetzt erzählen's und noch, dass die ÖVP "bürgerlich" ist, oder wie? Das Glaben Sie doch selbst nicht;-(((((((((((
Benennt den Karl-Lueger-Ring doch einfach in
"Angela Lueger-Ring" um;-))
Das hätte mehrere Vorteile:
.) Die Frauen kämen nicht zu kurz
.) die Grünen hätten ihre Umbenennung
.) die Schwarzen dürften sich ihren "Lueger-Ring" behalten
.) die Roten hätten sicher auch nichts dagegen;-))
Die Umbenennung ist gut... - Der Vorschlag das Denkmal schräg zu stellen mag zwar kreativ und kunstvoll sein - günstiger und sinnvoller wäre bei dem Denkmal eine Gedenktafel auf der sein Leben und Wirken beschrieben wird - inklusive der zu kritisierenden Punkte.
Es ist eben weit mehr als ein “Taferl abzumontieren“ - es geht um die Aberkennung einer symbolisch höchst wertvollen und nicht mehr (bzw. eigentlich nie) verdienten Ehrung.
Privatisierung der Kommunalbetriebe, die in der Hand internationaler Konzerne waren. Der Herkunft der Besitzer soll dabei nicht erwähnt werden.
Er war seiner Zeit weit voraus, hat niemanden wirklich diskriminiert und war äußerst beliebt. Hat als Sohn einer Trafikantin promoviert. Der Kaiser hat seiner Bestellung zum Bürgermeister so lange nicht zugestimmt, bis es nicht mehr ging.
Und jetzt kühlt die SPÖ ihr Mütchen an ihm, 100 Jahre später...
das sollte wohl als anstoß zur auseinandersetzung genügen. noch dazu ist da das café prückel - da wird ohnehin oft genau diese themazik diskutiert. und wenn man einen sozialreformer ehren will: da wäre ein karl seitz ring würdiger.
Unabhängig das ein Teil des Ringes als Universitätsring eine stattliche Bezeichnung für eine europäische Großstadt abgibt.
Würden dies in allen europäischen Ländern angenommen werden aus ihrer Vergangenheit die Namen zu tilgen, müssten 30-40% einer Umbenennung zugeführt werden.
Aktionismus und Populismus. Wird in Wien keine Stimmen bringen. Über *Weltweit* ganz zu schweigen.
Freue mich immer wieder wenn ich eine *typisch* österreichische Eigenschaft wahrnehmen kann. Vorurteile, Vorverurteilungen, Phantasien, Wunschvorstellungen im Paket, aber das ginge ja noch, aber dann kommt die Essenz. Annahmen und Vermutungen.
Und alles ohne den Inhlat verstanden zu haben. Bravo.
Dann läge der 1. Bezirk zwischen Russendenkmal und Stalin Ring, und die Genossen könnten - nach Ausmerzung der letzten nicht sozialdemokratischen Wurzeln Wiens - zwischen Karl Marx Hof, Julius Tandler Platz und neu errichtetem Che Guevara Denkmal das Rote Wien seiner sozialistischen Vollendung entgegenführen.
denn Hitler sah in Lueger keinen echten Antisemiten, sondern einen glänzenden Demagogen, der es verstand, die Massen zu faszinieren. Als Vorbild an Antisemitismus sah H. Schönerer an, dem er jedoch jeden polit. Instinkt absprach.
Es gefällt mir, Herr John, dass Sie dem Dampfplauderer Mailath-Pokorny nicht nachplappern, wie viele Journalisten, Lueger sei Begründer "des modernen Antisemitismus", was immer das heißen soll.
Und dass jemand, der Wien auf so vielen Gebieten modernisierte, vor allem technisch, ein "Feind d. Wissenschaft" gewesen sein soll, ist ein Riesen-Stuss. Sehr wohl hat er aber gegen Wissensch. polemisiert.
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