Fixiermethoden bei Justizwache werden geprüft

19. April 2012, 17:30
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Gelähmter Häftling fordert 150.000 Euro - Vorfall ereignete sich im November 2010

Graz - Im Zusammenhang mit der Klage eines Häftlings der Strafanstalt Graz-Karlau, der seit einem Einsatz der Justizwache gelähmt ist, wird auch überprüft, ob die Beamten die geltende Richtlinie für Fixierungen eingehalten haben. Die Richtlinie war 1999 nach dem gewaltsamen Tod des nigerianischen Schubhäftlings Marcus Omofuma erlassen worden. Omofuma hatte einen Abschiebeflug nicht überlebt, weil ihn die belgeitenden Beamten gefesselt und geknebelt hatten.

Vier Jahre später gab es den nächsten Todesfall: Polizei und Rettungskräfte fixierten im Wiener Stadtpark den Mauretanier Seibane Wague derart lang, dass auch dieser erstickte. Um weitere Fälle des sogenannten lagebedingten Erstickungstod zu verhindern, wurden danach die Fixier-Richtlinien erneut überarbeitet. Unter anderem darf beispielsweise eine Fixierung mittels Draufknien nur kurz dauern.

Wie berichtet wurde auch der randalierende Häftling in der Karlau auf diese Weise zu Boden gedrückt. Dabei sei ein Knacks zu hören gewesen, bestätigten alle Beteiligten. Danach gehen die Schilderungen des Vorfalles, der sich im November 2010 ereignete, allerdings auseinander. Laut Justizwache sei der Häftling danach ohne Schmerzen in eine Zelle gegangen. Er selbst behauptet aber, trotz starker Schmerzen zwei Tage nicht behandelt worden zu sein. Danach war er jedenfalls gelähmt und fordert jetzt 150.000 Euro Schmerzensgeld. (red, DER STANDARD, 20.4.2012)

  • Die Justizvollzugsanstalt Graz-Karlau: Ein Häftling, der seit einem 
Einsatz der Justizwache gelähmt ist, klagt die Beamten und will 150.000 
Euro Schmerzensgeld.
    foto: der standard/newald

    Die Justizvollzugsanstalt Graz-Karlau: Ein Häftling, der seit einem Einsatz der Justizwache gelähmt ist, klagt die Beamten und will 150.000 Euro Schmerzensgeld.

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