Hinschmeißen

Eine Blamage für das Öffentlich-rechtliche in Deutschland bleibt das Kapitel allemal

Um ähnliche Einschaltquoten zu schaffen wie die Champions League müsse er zwei Wochen lang am Stück senden, witzelte Thomas Gottschalk über sein Quotenproblem, das letztlich, wie seit Mittwoch bekannt, zum Ende des Vorabendtalks im Juni nach nur knapp drei Monaten führte. Selbstironie stand dem Entertainer gar nicht schlecht, das überzuckerte blitzschnell auch Anke Engelke.

"Weißt du was, du solltest den Intendanten zuvorkommen und hinschmeißen!", rief sie mit gebotener Empörung. Die Showfrau hat auch schon bessere Tage hinter sich, aber im Nachhinein ist man ja immer klüger.

Die Größe wollte Gottschalk nicht aufbringen: "Jetzt einfach heimgehen? Nein". Und legte seinem Gast die Rutsche: "Ich gehe nur, wenn hierher eine Frau kommt. Engelke gab freimütig zu, dass ihr in diesem Fall das Loslassen nicht schwer fällt: "Ich kann aus Erfahrung sagen, dass es nicht der schönste Job ist, sich dann da hinzusetzen." Gut pariert.

Es wird auch nicht nötig sein, denn die ARD kehrt zum alten Programmschema zurück. Das heißt: Verbotene Liebe statt täglicher Talk. Eine Peinlichkeit wie beim ZDF mit monatelanger Suche nach einem gegeeigneten Nachfolger von Wetten, dass...? will man sich offenbar ersparen. Eine Blamage für das Öffentlich-rechtliche in Deutschland bleibt das Kapitel allemal. (Doris Priesching, DER STANDARD, 20.4.2012)

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