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Woody Allen in "Love and Death"
Graz - Mit dem künstlerische Umgang des Menschen mit seiner Sterblichkeit beschäftigt sich die Jahrestagung der Europäischen Totentanz-Vereinigung (ETV), die ab dem 27. April in Graz stattfindet. Die Vereinigung umfasst Experten verschiedener Disziplinen und erforscht das seit dem Mittelalter bekannte künstlerische Phänomen des "Totentanzes". Unter dem Motto "Spiel mir das Lied vom Tod" ist die heurige Tagung deutlich cineastisch und musikalisch geprägt.
Der Totentanz als künstlerisches Motiv, in dem Mann und Frau, Regierende und Bettler, Reich und Arm, Jung und Alt angeführt vom personifizierten Tod dem Gericht Gottes entgegentanzen, hat sich im 15 Jahrhundert von Frankreich aus in kurzer Zeit europaweit ausgebreitet: "Einerseits hat er Trost gespendet, indem er vorgeführt hat, dass der Tod vor keinem gesellschaftlichen Stand haltmacht. Andererseits ist er aber auch ein Versuch gewesen, ihm zu entrinnen. Wobei erkannt werden musste, dass der Tod immer der Stärkere ist", erklärt der Organisator der Tagung, Wernfried Hofmeister vom Institut für Germanistik der Universität Graz.
Suche nach "immer neuen Perspektiven und Facetten"
Entsprechende Darstellungen finden sich bis in die Gegenwart sowohl in der darstellenden Kunst als auch in Literatur, Musik oder auch im Film. "Die ETV sucht nach immer neuen Perspektiven und Facetten des Generalmotivs Totentanz", so Hofmeister.
Die ETV hat ihren Ursprung in den 1970er-Jahren in Frankreich und hat sich mittlerweile auf Deutschland, die Schweiz, die Niederlande, Italien, Skandinavien und Österreich ausgeweitet. Im Jahr 2002 wurde die österreichische Sektion gegründet, die mittlerweile an die 50 Mitglieder zählt. Vortragende aus sechs Nationen werden in Graz die neuesten Forschungen zur Wissenschaft und Kunst von Totentänzen präsentieren.
Dem Film aber auch der Musik werden bei der aktuellen Tagung im Palais Meran der Kunstuniversität Graz breiter Raum geschenkt. U.a. wird Co-Organisator Franz Karl Prassl (Kunstuni Graz) wird über das "Sterben des Christenmenschen in den gregorianischen Gesängen" referieren. Für den Abend des ersten Kongresstages ist in der Stadtpfarrkirche ein entsprechendes Konzert unter Mitwirkung der Chorschola des Instituts für Kirchenmusik und Orgel angesetzt. Am 28. April wird Franz Zebingers Oratorium "Die Abschaffung der Zeit" von der Domkantorei im Grazer Mausoleum aufgeführt.
Im Bezug zum Film stehen u.a Vorträge zu makabren Motive in den deutschen Edgar-Wallace-Verfilmungen der 1960er Jahre (Johannes Kamps), der Todesthematik in Wim Wenders "Palermo Shooting " (Jessica Nitsche), in den Stummfilmen von Fritz Lang (Silke Hoklas) aber auch von Woody Allen (Stephanie Schwarz) und Lars von Trier (Bernd Schneid) am Programm. (APA, 19.4.2012)
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