Anontune: Anonymous arbeitet an einer Musik-Plattform

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    screenshot: derstandard.at
  • So in etwa soll Anontune aussehen.
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    So in etwa soll Anontune aussehen.

Durchsucht das Internet nach Liedern und lässt die Nutzer Playlisten erstellen und teilen.

Am 23 Februar 2012 haben Mitglieder des Hackerkollektivs Anonymous damit begonnen eine eigene soziale und offene Musik-Plattform mit dem Namen Anontune zu schaffen. Noch ist Anontune in der Entwicklungsphase, aber in einem YouTube-Video hat Anonymous sie bereits vorgestellt.


Plattform soll gesetzeskonform sein

Auf der Plattform sollen die Nutzer Lieder aus verschiedenen Quellen, wie beispielsweise YouTube, suchen, Playlisten zusammenstellen und mit anderen Usern teilen. Auf Anontune selbst werden keine Lieder gehostet, dadurch soll verhindert werden, dass Anontune gegen Gesetze verstößt.

Musikseiten sollen zusammengeführt werden

Gegenüber Wired sagte ein Mitglied der Gruppe, dass die User YouTube als Musik-Player verwenden, die Seite aber zu unorganisiert ist. Außerdem, meint Anonymous, sind nicht alle Lieder, die man gern hört auf YouTube zu finden. Darum haben sie sich zum Ziel genommen Musik-Webseiten wie Myspace, Yahoo, YouTube und andere miteinander zu kombinieren.

Schlag gegen die Musikindustrie

Das Anonymous keine großen Fans der Musikindustrie sind, zeigte sich schon bei den DDoS-Attacken auf den amerikanischen Rechteverwerter Recording Industry Association of America (RIAA). Mit Anontune wollen sie einen härten Schlag gegen die Musikindustrie setzen.

Gegenüber Wired meinte Anonymous, dass Anontune Megaupload nicht ersetzen soll, aber es eine Antwort darauf ist, dass die RIAA Musikdienste schließen lässt. Bisher sind erst 20 Prozent der Plattform fertiggestellt, aber die Macher hoffen, dass das fertige Produkt den Umgang mit Musik verbessert.

Anonymous gegen die USA

Die Macher von Anontune wollen eine flexible, offene Plattform schaffen, auf der die User Musik hören können ohne rechtliche Konsequenzen zu befürchten. Die Anwältin Corynne McSherry glaubt allerdings, dass die US-Regierung Anonymous ein Bein stellen könnte, da sie stark in den Kampf gegen Piraterie involviert und kein großer Freund von Anonymous ist.

Bisher nur Demos

Anontune ist noch nicht fertig. Auf der Webseite gibt es bisher nur ein paar Demos, die einen groben Eindruck über die Plattform geben. Nach der Registrierung können Nutzer Playlisten zusammenstellen. Dazu geben sie das gewünschte Lied ein und Anontune durchsucht das Internet nach passenden Ergebnissen. Außerdem soll man Lieder vom iPod importieren können, die dann ebenfalls durchsucht werden.

Vorsicht geboten

Das System beruht auf einem Java-Applet. Da es von Anonymous stammt sollte man sehr vorsichtig sein, wenn man es auf seinem Computer laufen lässt. Nur wenn man großes Vertrauen hat oder eine Software wie VMWare nutzt, sollte man das Applet akzeptieren. (soc, derStandard.at, 19.04.2012)

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