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vergrößern 900x557Alfons Walde, "Einsamer Berghof", mit 425.000 Euro (inkl. Aufgeld, exkl. Folgerecht) höchster Zuschlag im Zuge der 90. Kunstauktion im Kinsky.
vergrößern 600x767Im Dorotheum sorgte Lorenzo Lippis "Triumph Davids" für ein minutenlanges Bietgefecht. Erst bei knapp 870.000 Euro fiel der Hammer zugunsten eines internationalen Privatsammlers.
Rund 1500 Kunstwerke sollten diese Woche via Dorotheum und Kinsky den Besitzer wechseln, knapp 60 Prozent waren es am Ende. Dienstags begann der Saus an der Freyung (90. Kunstauktion) mit Aquarellen Rudolf von Alts. Eine Ansicht der Festspielstadt, idyllisch ans Ufer der Salzach komponiert, erkämpfte sich ein heimischer Sammler zur oberen Taxe (225.000 Euro inkl. Aufgeld).
Zwischendurch wanderte ein großer Danzinger Deckelhumpen aus dem 17. Jahrhundert (35.000) übers Telefon in die Schweiz ab und verordnete ein Saalbieter für Egon Schieles Kohlezeichnung eines sitzenden Mädchens mit keck zurückgeworfenem Kopf (375.000) einen Aufenthalt in Österreich. Den höchsten Zuschlag der Sitzung erteilte man bei 425.000 für ein Gemälde Alfons Waldes, zu dessen Vorzügen die Bekanntheit des Motivs Einsamer Berghof gehört. Am Ende des Abends summierten sich knapp 90 Besitzerwechsel auf ein Total von 5,74 Millionen Euro.
Im Dorotheum stand anlässlich der ersten Auktionswoche des Jahres (17.-19.4.) zeitgleich die Sparte Gemälde des 19. Jahrhunderts auf dem Programm. Im Bereich der angesetzten Taxen übersiedelt dort Friedrich von Amerlings Mädchen im Profil mit schwarzer Mantille (156.800) nach Amerika und gefiel Archip Ivanovich Kuindzhis Postkartenformat einer Krim-Landschaft mit 133.800 Euro zum Vielfachen der ursprünglich angesetzten Taxe (18.000-25.000).
Museen auf Einkaufstour
Anderes war angesichts völlig überzogener Erwartungen zum Scheitern verurteilt, beispielhaft etwa das Anfang des Jahres an die Erben nach Gotthilf restituierte Gemälde Großmutter mit drei Enkelkindern (1854) von Ferdinand Georg Waldmüller (250.000-350.000 Euro), ebenso seine vom Belvedere im Jänner an die Erben nach Hermann Eissler restituierten Vier Gemälde (Hygieia, Hippokrates, Galen und Flora), die ehemals als Ladenschilder einer Apotheke in Wien Josefstadt dienten (80.000-120.000).
Das finale Total dieser Sparte belief sich auf 2,5 Millionen Euro (Verkaufsquote 60 Prozent), während die Kollegen der Kategorie Gemälde Alter Meister anderntags mit 7,64 Millionen gut das Dreifache notierten (Verkaufsquote 53 Prozent. Dazu trug etwa ein Stillleben von Juan de Espinosas bei (202.800), das den Bestand eines amerikanischen Museums ergänzt, oder Martino Rotas Bildnis Kaiser Rudolf II. (260.300), das in der Sammlung des Fürsten Liechtenstein eine neue Heimat fand. Den Titel höchster Zuschlag der Woche holte sich hingegen Lorenzo Lippis Triumph Davids, das sich ein besonders hartnäckiger Kunstsammler internationaler Provenienz entgegen der moderaten Taxe (120.000-150.000) für stolze 869.800 Euro aus dem Angebot fischte.
Die Sektion Antiquitäten (Möbel, Silber, Skulpturen, Glas & Porzellan) steuerte zusätzlich rund 2,4 Millionen Euro bei. Den höchsten Zuschlag erteilte man für das 65-teiliges Cumberland Porzellan-Service der Marke Nymphenburg (67.400 Euro) gefolgt von einem Dutzend Armstühlen italienischer Provenienz aus dem 18. Jahrhundert, die zum Gegenwert von 61.300 Euro künftig ein heimisches Refugium zieren. (Olga Kronsteiner, DER STANDARD, 20.4.2012)
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