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Müll türmt sich in den Straßen von Caracas.
Wien/Caracas - "In der Dämmerung empfängt uns die Gewalt, am Morgen begrüßt uns der Müll", wird ein Bewohner von Petare in Venezuela im Journal of Sustainable Development zitiert. Laut Uno leben etwa zwei Drittel aller Bewohner von Caracas in Favelas, den unbefestigten Armenvierteln auf den Hügeln der Hauptstadt. Alleine in Petare sind es eine Million Menschen, es ist einer der größten Slums der Erde.
18.000 Tonnen Abfall (etwa sechs Millionen Tonnen im Jahr) fallen täglich in Venezuela an, der Großteil davon in den Favelas, wo die Müllabfuhr nicht hinkommt - weil oft gar keine Straße hinführt oder es einfach zu gefährlich ist. In den Siedlungen dominieren Banden, Venezuelas Mordrate liegt bei rund 400 Toten im Monat, viermal so hoch wie im Irak 2009.
Neben der Gewalt ist Umweltverschmutzung und Abfallmanagement eines der größten Probleme in dem erdölreichen Land. Die europäische Kommission warnt in ihrem Länderstrategiepapier vor der Ineffizienz beim Recycling: Nicht nur Grundwasser und Boden würden langsam verseucht, sondern die Gesundheit der Bewohner aufs Spiel gesetzt. Die Flüssigkeiten sickern auf den Boden der Deponie und befördern Tonnen von Müll ins Tal. Immer öfter reißen solche Mülllawinen Löcher in die dichtbebauten Slums und begraben Menschen unter sich.
Realitätsferne Projekte
Die Ingenieurin Marisa Sosa arbeitet seit Jahrzehnten mit dem Umweltministerium an Abfallinitiativen. Viele der Projekte sind im Sand verlaufen. "Beispielsweise bekommen Supermärkte zu wenig Geld für Altglas, weil nationale Limonaden einen festgelegten, niedrigen Preis haben", erzählt Sosa bei einem Besuch in Wien. "Recycling rechnet sich nicht - deswegen funktioniert es nicht." Altpapiersammelprojekte erwiesen sich als realitätsfern, das Papier wurde primär als Toilettenpapier verwendet.
Umweltschutz wird zunehmend zur Bühne für politische Machtkämpfe. Im Februar 2012 trat Öl aus der Pipeline der staatlichen Raffinerie PDVSA in den Fluss Guarapiche, aus dem der Bundesstaat Monagas sein Trinkwasser bezieht. Umweltminister Alfredo Hitcher drohte dem Gouverneur öffentlich mit Verstaatlichungen von Firmen der Region, sollte er nicht aufhören seinen Bürgern etwas von der Wasserverschmutzung zu erzählen.
Den Bewohnern empfahl Hitcher, doch einfach eine Serviette über das Glas zu halten, wenn sie daraus trinken. Doch verunreinigtes Trinkwasser ist, laut dem Bericht der EU-Kommission, ein Problem in allen 47 Städten Venezuelas.
Kulturelle Herausforderung
In einem Land, in dem fast die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt, ist Umweltbewusstsein nicht nur eine strukturelle, sondern vielmehr eine kulturelle Herausforderung. Im benachbarten Brasilien, das ähnliche demografische Strukturen wie Venezuela hat, konnten nationale Recycling-Programme große Erfolge erzielen.
Über das CEMPRE-Komitee, gegründet von privaten Unternehmen, wurde der Status der strategisch wichtigen Müllsammler enorm aufgewertet. Der Beruf wurde in Brasilien offiziell anerkannt. Seither werden sie in regionale Projekte einbezogen. 2005 wurden bereits 96 Prozent der verkauften Alu-Dosen wiederverwertet - ein Rekordwert.
Als Venezuela ein Expertenteam aus Brasilien um Hilfe bat, verweigerte dieses seine Unterstützung, erzählt Sosa. "Sie wussten: Zuerst muss das Ausmaß politisch ernst genommen werden." (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 19.4.2012)
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oder sprechen Sie von Caracas? Wie gesagt, diese Stadt würde ich ebenfalls meiden.
Und ja, Ve hat schon bessere Zeiten gesehen, das stimmt, aber das heisst nicht dass man deshalb nun täglich oder gar stündlich damit rechnen muss überfallen, ausgeraubt und getötet zu werden.
Reisen an sich ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden, gleich wohin sie verreisen, ein Flugzeug könnte abstürzen, ein Zug entgleisen, auch ein Autounfall liegt im Bereich des Möglichen, Sie könnten erkranken, Malaria, Gelbfieber, Blutvergiftung etc... so vieles könnte geschehen, verzichten Sie deshalb auf eine Reise?
Also, don't panic, so -schlimm- ist es in VE noch nicht, dass es keine Reise wert wäre.
Ja ich hab schon gehört dass am Flughafen in Caracas täglich Touristen ermordet werden. I/o
Einige meiner Freunde leben seit vielen Jahren in Venezuela, zwar nicht in Caracas, aber auch in grösseren Städten, ander etwas abgelegener, im Landesinneren.
Bis heute hat noch keiner den Wunsch geäussert Venezuela verlassen zu wollen.
Es gilt, wie anderswo auch, gefährliche Gebiete zu meiden -und die gibt es nicht nur In VE- ansonsten ist das Land "sicher" eine Reise wert.
Nacht für Nacht schaffen rücksichtslose und nur von Hass und Missgunst getriebene Spezialkommandos der Gringo-Imperialisten tonnenweise kapitalistischen Müll und Unrat in das blühende Arbeiterparadies, wohl wissend, dass sie damit den unaufhaltsamen Siegeszug des Chavismus höchstens verzögern, nie jedoch stoppen können!
haben genau die Sozialen Schichten getroffen welche jetzt am meisten betroffen sind.
Das ist Verrat am eigenen Volk Hr. Chavez.
Es wird nicht lange brauchen bis etwas passiert, das Problem wird sein das immer wieder die gleichen mit Tränen und Leid die Lektion lernen werden den die Oberen Zehntausend werden es sich schon richten.
dass das Bruttosozialprodukt Venezuelas schon dem von Österreich in den 60ern entspricht und es gibt immer noch Slums...
Warum nimmt sich Chavez dann nicht am "Roten Wien" ein Beispiel die haben doch schon in der Zwischenkriegszeit (da war Österreich ärmer als Venezuela heute!) eine effiziente Müllentsorgung geschaffen?! Das kann doch nicht am Geld liegen?!
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