Teuerungsrate sinkt auf Fünf-Jahres-Tief

18. Juni 2003, 13:03
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Inflation schrumpft im Mai auf 1,1 Prozent - Ursachen: Billigerer Sprit, Aus für Ambulanzgebühr

Wien - Die Inflationsrate ist weiter rückläufig: In Österreich erhöhten sich die Preise im Mai 2003 gegenüber dem Vorjahresvergleich nur noch um 1,1 Prozent. Das ist der geringste Preisanstieg seit November 1999, wie die Statistik Austria am heutigen Mittwoch mitteilte. In den Monaten davor erhöhten sich die Preise um 1,3 (April) bzw. 1,8 (März) Prozent.

Im Vergleich zum Vormonat haben sich die Preise im Durchschnitt nicht verändert, halten die Statistiker fest. Preissteigerungen und -senkungen halten sich die Waage.

Billigerer Treibstoff

Als Hauptursachen für den starken Rückgang der Mai-Inflationsrate im Jahresabstand nannte die Statistik Austria am Mittwoch die neuerliche Verbilligung der Treibstoffpreise und den Wegfall der Ambulanzgebühr im April. Während die Preise für Treibstoff um rund 4 Prozent zurückgingen, ließ der Wegfall der Ambulanzgebühr die Preise für medizinische Dienstleistungen um durchschnittlich 11 Prozent sinken.

Bei Betrachtung der wichtigsten Berechnungsgruppen erklären die Preissteigerungen bei Verschiedenen Waren und Dienstleistungen (+2,7 Prozent) und im Bereich Wohnen (+1,3 Prozent) jeweils ein Viertel der Inflationsrate, wobei die Kfz-Versicherungen (+5 Prozent) und die Wohnungsmieten (+6 Prozent) den Ausschlag gaben.

Nahrungsmittel teurer

Mit einem weiteren Fünftel trugen laut Statistik Austria Nahrungsmittel (+1,6 Prozent) zur Inflationsrate bei. Gegenüber dem Vorjahr fanden demnach etwa Preissteigerungen bei Brot und Getreideprodukten (+3 Prozent), bei Zucker, Honig und Süßwaren (+6 Prozent) sowie bei Fleisch und Fleischwaren (+2 Prozent) statt. Auf der Hitliste der Preissteigerungen befinden sich die Wohnungsmieten (alle Kategorien: +6 Prozent), Zigaretten (+5 Prozent), Pkw-Neuwagen (+2 Prozent), die Haftpflichtversicherung (+6 Prozent) und private Krankenversicherungen (+4 Prozent).

Einen inflationsdämpfenden Effekt hatten im Vergleich zum Mai 2002 dagegen die Bereiche Verkehr (-1,1 Prozent), Gesundheitspflege (-2,6 Prozent) und Nachrichtenübermittlung (-1,6 Prozent). Die deutlichsten Preissenkungen gab es im Jahresvergleich bei Flugtickets (-26 Prozent), Krankenscheingebühr (-52 Prozent, durch Wegfall der Ambulanzgebühr), Gipskartonplatten (-11 Prozent), Betriebskosten für Mietwohnungen (-3 Prozent), PC (-22 Prozent) und Superbenzin (-4 Prozent).

Geringster Anstieg seti 1999

Die österreichischen Verbraucherpreise erhöhten sich im Mai 2003 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,1 Prozent, das ist der geringste Anstieg seit November 1999. In den Vormonaten hatten sich die Preise um 1,3 (April), um 1,8 (März) und um 1,7 Prozent (Februar) erhöht. Die für die Währungsunion errechnete harmonisierte Inflationsrate betrug im Mai 0,9 Prozent nach 1,3 Prozent im April. (APA)

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