Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
"You don't have to live here to love Vienna." Ein großes Plakat an einem frischrenovierten Haus in der Inneren Stadt. Man kann hier sündteure Luxuswohnungen kaufen, und wer die Zielgruppe ist, geht schon aus der Werbebotschaft hervor: reiche Ausländer, die nicht hier leben wollen, sondern eine gute Kapitalanlage suchen.
Angebote wie dieses gibt es derzeit nicht wenige in Wien. Manche Urbanisten finden diesen Trend problematisch. Und der verstorbene tschechische Präsident Václav Havel sagte zu der gleichen Entwicklung in seiner Heimatstadt Prag: Eine Stadt verkauft ihre Seele.
Wien ist schön, reich, sicher und hat eine funktionierende Infrastruktur. Grund genug für Menschen, die aus weniger gesegneten Gegenden kommen und es sich leisten können, sich hier anzukaufen. Die Immobilienmakler verzeichnen einen Boom: 500 Prozent Steigerungsraten bei den Preisen für gute Objekte in den letzten zehn Jahren, Quadratmeterpreise um die 25.000 Euro.
Kürzlich wurde eine schöne Stadtwohnung um acht Millionen Euro verkauft, eine andere um 20.000 pro Monat vermietet. Viele Interessenten kommen aus Russland. Na und? Was soll an all dem schlecht sein?
Gentrification
Wenn man andere europäische Großstädte als Beispiel nimmt, so bewirkt eine solche Preissteigerung bei Immobilien eine schleichende Veränderung der Bevölkerungsstruktur und Hand in Hand damit eine Veränderung der Atmosphäre in der Stadt. Wenn Slumbezirke von jungen Familien als attraktive Wohngegenden entdeckt werden, nennt man das Gentrification. Die armen Leute ziehen weg, meist weiter hinaus in die Vorstädte, aufstiegsorientierte Mittelständler ziehen ein.
Wenn Innenstädte zu Luxusoasen werden, bedeutet das ebenfalls einen allmählichen Bevölkerungsaustausch. Die Bürger, die dem Hauptstadtkern jahrzehnte-, wenn nicht jahrhundertelang ihr Gepräge gegeben haben, werden hinausgelockt, hinausgedrängt, hinausgekauft. Ihre Stelle nehmen Menschen ein, die entweder gar nicht oder nur ein paar Wochen im Jahr hier leben und wenig Beziehung zu ihrer Umgebung haben. Sie teilen sich das Stadtzentrum mit den Touristenmassen, für die derzeit ebenfalls immer neue Hotels gebaut werden. Wenn das so weitergeht, könnte Wien eines Tages das werden, was Venedig und Prag schon sind: eher Museum als lebendige Stadt.
Geld verdrängt Geist
Das geistige Leben einer Metropole hängt von ihren Bewohnern ab. Künstler, Autoren, Intellektuelle drängen dorthin, wo die Wohnungspreise noch leistbar sind. Nicht zuletzt diesem Umstand ist in jüngerer Zeit der Aufstieg von Berlin als angesagter Stadt zu verdanken und der relative Abstieg von London und Paris. Geld verdrängt Geist.
Wien hat in dieser Hinsicht immer noch hervorragende Karten. Kleingeisterei und Provinzialismus sind Hemmschuhe, aber es gibt immer noch eine pulsierende Innenstadtszene, gute Beisln und Kaffeehäuser und zufriedene Bewohner. Alles zusammen ergibt Lebensqualität. Wir sollten sie zu schätzen wissen und sie nicht, gebannt von den Geldströmen zahlungskräftiger Investoren, leichtfertig aufs Spiel setzen. (Barbara Coudenhove-Kalergi, DER STANDARD, 19.4.2012)
So, wie wir uns seinerzeit gar nicht einkriegen konnten vor Nazibegeisterung, können wir uns offenbar jetzt nicht einkriegen vor lauter Antinazismus.
Die internationalen Einsätze waren bei der jüngsten Debatte rund um das Bundesheer neben dem Katastrophenschutz die wichtigsten Argumente für die Streitkräfte
Bei der Wahl wird man von den Grünen eine Antwort auf die Frage erwarten, ob sie bürgerlich oder links sind
Die Gesten, die der Papst bisher gesetzt hat, vermitteln die Botschaft: Weg vom Absolutismus, hin zur Brüderlichkeit des Franz von Assisi
Wroclaw oder Breslau: Soll man die alten Namen der einst deutsch gewesenen Städte und Gegenden verwenden oder die neuen?
Dem Normalbürger wird bei der Zeitungslektüre langsam mulmig. Müssen wir uns auch darauf einstellen, schlechter zu leben?
Filmleute und Autoren spüren oft früher als Politiker, welche Themen aktuell sind
Benedikt XVI. hat mit seinem Rücktritt deutlich gemacht, dass auch das Papsttum letzten Endes weltlichen Gesetzen gehorchen muss
Vergangenheitsbewältigung: Tschechien hat im Präsidentschaftswahlkampf einen kräftigen Schub vorwärts gewonnen
Es gibt offenbar nicht nur eine Magie des Viel-Geld-Kassierens, sondern auch eine des Viel-Geld-Zahlens
Bin gestern seit langem wieder einmal zwischen Dornerplatz und Elterleinplatz unterwegs gewesen. Eigentlich eine herzige Gegend, fast dörflich-kleinstädtisch mit vielen niedrigen zweistöckigen Häusern... Wird auch einmal was werden dort. Eine Stadt soll sich ruhig verdichten und "besser" werden. Die Alternative wäre Suburbia: die Reichen und die, die es sich gerade noch leisten können, siedeln weit draussen und die Innenviertel veröden. In Amerika findet Gentrification auf diese Weise draussen statt, bei uns innen. Aber Fakt ist, das sie stattfinden muss. Die Alternative wäre nur der allgemeine Niedergang. Wollen wir den?
von aussen beobachten. Aber ich sehe das wie "Bettler" wenn auch nicht so pointiert.
Die Entwicklung neuer Zentren von Kreativität, Fun, ... sind erfreulich. Und korrekt, "weiter draussen" gibt es in Wien Spannendes.
London hat auch nicht geschadet, dass die City ein Business Museum und Westminster ein Touristenmuseum ist?
Was sich in letzter Zeit zB so rund um den Spitalsfieldmarket oder den Hoxton Square entwickelt ...
Was wirklich schade ist die Verdrängung der finanziell Flacheren in Down Bezirke. Das ist korrekt.
Ein über 65jähriger,
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.