Belgrad stoppt Ermittlungen gegen Thaci und Ceku

18. April 2012, 18:09

Justiz fahndet nach mehr als 100 Kosovo-Albanern

Belgrad- Die serbische Justiz hat die Ermittlungen gegen den derzeitigen kosovarischen Premier Hashim Thaci und Verteidigungsminister Agim Ceku wegen Kriegsverbrechen eingestellt. Der Sonderstaatsanwalt für Kriegsverbrechen, Vladimir Vukcevic, bestätigte entsprechende Berichte gegenüber der Tageszeitung "Danas" (Mittwochausgabe). Beide kosovarische Politiker gehörten einst zur Führung der "Befreiungsarmee des Kosovo" (UCK) an, die in den späten 1990er Jahren gegen die serbischen Sicherheitskräfte kämpfte.

Namentlich im Fall von Ceku stünden die Vorwürfe auf "wackeligen Beinen", sagte Vukcevic. Auf Basis eines serbischen Haftbefehls war Ceku in früheren Jahren dreimal bei Auslandsreisen nach Slowenien, Ungarn und Bulgarien vorübergehend festgenommen worden. Zuletzt war dies im Jahr 2009 geschehen.

Die serbische Justiz fahndet derzeit nach mehr als 100 Kosovo-Albanern, denen in Belgrad Kriegsverbrechen während des Kosovo-Krieges (1998-99) vorgeworfen werden. "Sobald sie für die serbischen Behörden greifbar sind, werden sie festgenommen und entsprechend dem Gesetz und den gegen sie vorliegenden Beweisen einen Prozess bekommen", wurde Vukcevic am Mittwoch von der staatlichen Presseagentur Tanjug zitiert.

Das Thema hatte nach der Festnahme eines Kosovo-Albaners in Serbien am vergangenen Samstag an Aktualität gewonnen. Die kosovarischen Behörden hatten die Festnahme von Mark K. als politisch motiviert bezeichnet, Vukcevic wies die Vorwürfe zurück. Der kosovarische Vizepremier Hajredin Kuci riet seinen Landsleuten am Dienstag zu Vorsicht bei Reisen nach Serbien.

Vukcevic meinte gegenüber der Belgrader Tageszeitung auch, dass es in Serbien weiterhin viele politisch motivierte Haftbefehle aus den 1990er Jahren gebe. "Wenn die Zeit der Versöhnung beginnt, werden wir gemeinsam (gemeint ist wohl mit Prishtina, Anm.) alle diese Haftbefehle unter die Lupe nehmen müssen", so der Sonderstaatsanwalt. (APA, 18.4.2012)

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Politische Beobachter

glauben, das diese serbischen Scheinurteile reine Ablenkungsmanöver der serbischen Regierung sind, so schindet man Zeit, Zeitschinden ist alles und lenkt gleichzeitig von den eigenen Schandtaten ab ;-)

Sowohl den Bericht bei Koha Ditore,

wie auch jenen hier, musste ich zwei Mal lesen.
Serbien stoppt Ermittlungen gegen Thaçi?! Ich erinnere mich an den Aufschrei von zahlreichen serbischen Kampfpostern, als ein Amerikaner die Ermittlungen gegen Thaçi wegen angeblicher Organhandel-Affären stoppte - dass doch der Entscheid des Amerikaners politisch sei etc - und nun das?
Au weia!

Wenn man die Anklage zurückzieht, bedeutet es nicht immer, dass die Person unschuldig ist, sondern lediglich, dass man nicht genug Beweise zusammentragen konnte. Da nun nicht jeder Angeklagte in der Lage ist Zeugen zu töten oder sich über Verbindungen politischen Rückhalt aufzubauen, wird sowas dann von Personen, die der Rechtsstaatlichkeit mit dem Rücken zugewandt sind, als Sieg gefeiert. Ich wünsche euch Albanern noch 1000 weitere Thacis als Oberhaupt...

Ich habe die Schuldfrage von Thaçi nicht angesprochen,

auch wünsche ich mir keinen weitern Thaçi als Premierminister der Republik Kosovo. Aber der Stop dieser Ermittlungen ist schon ein eindeutiges Zeichen - es wird bestätigt, dass "keine Beweise" vorhanden sind.

Richtig. Genauso wenig, wie es bedeutet, dass es den 'Hufeisenplan' NICHT gegen hat, weil man den schriftlichen Druck dieses Plan NICHT finden kann :-)

Da sind wir einer Meinung. Serbien hat jedoch mit dem heutigen (od. gestrigen Tag) die Jagd nach Thaci aus Mangel an Beweisen aufgegeben. Die Kosovaren werden jedoch nicht aufgeben, Beweise für den Genozid an das albanische Volk durch die Serben Milosevics zu finden!
Irgendwo wird es sicher eine Verbindung geben. Es ist unwahrscheinlich, dass man ALLE unterlagen verbrennen konnte.

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