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Wien - Das Ganze wäre womöglich besser eine Komödie geworden. Woyzeck 2. 0 wird nämlich unfreiwillig komisch - und dies gerade am vermeintlich tragisch-ernüchternden Höhepunkt, da sich Klara, die gefeierte Schauspielerin, und Georg, ein aus der Haft entlassener Frauenmörder, nach langer Briefliebschaft erstmals zum intimen Abendessen treffen.
Der Tisch ist schön gedeckt, ihre Erwartungen monströs, doch der Gast erweist sich als etwas derber Zeitgenosse, der lieber Bier statt Wein in sich hineinkippt, Speisen heftigst würzt und von Hackbraten (mit Püree) schwärmt. Auch ist er vom Silberbesteck zunächst faszinierter als von jener Dame, die sich in ihm einen authentischen Woyzeck herbeigeträumt hat, der echtes Leben und ehrliche Seelentiefe repräsentieren soll - im Gegensatz zu den Figuren jener künstlich-oberflächlichen Theaterwelt, die Klara mittlerweile nicht mehr erträgt.
Die Szene jedoch hat etwas Slapstickartiges. Sie verspeist somit all jene Spannung, die zuvor durch die schmerzvolle Geschichte einer sich aus der Realität langsam herausfantasierenden Frau aufgebaut wurde. Zudem: Auch die eingebauten Szenen, in denen die Theaterwelt samt Phrasendreschern und tobenden Regisseuren vorgeführt wird, wirken nicht vertiefend, vielmehr wie bremsende Zwischenspiele, was der Verdichtung der von Alexander Medem respektabel inszenierten eigentlichen Story schadet.
Immerhin: Das Ensemble singt auf hohem Niveau, Klara ist bei Jennifer Davison in glänzenden lyrischen Händen. Und Neue-Oper-Wien-Chef wie -Dirigent Walter Kobera und sein Amadeus Ensemble vermitteln profund, dass Komponist Markus Lehmann-Horn für atmosphärisch tragfähige Musik gesorgt hat, die punktuell Sinnlichkeit und Komplexität vereint (flache Stellen gab es leider auch). Stark auch die Musik zu Kernszenen, jenen Momenten der Brieflektüre, die Lehmann-Horn zu Dialogen zwischen Klara und dem noch hinter Gittern schmachtenden Georg (solide Johann Leutgeb) verwoben hat. Auch das mit (sich verkleinernden) Rahmen arbeitende Bühnenbild von Gilles Gubelmann. Es war toll. (Ljubiša Tošić, DER STANDARD, 19.4.2012)
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Ja, man konnte beim Scheitern zusehen. Hat halt ein bissl lang gedauert, weil mans gleich erwartet hat. Überraschend nur die Beobachtung, dass Theater, das sich über sich selbst lustig macht, wahrlich noch keine Kommödie ist. Schwerstarbeit für Publikum.
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