"Russendisko": Junge Liebe im Wende-Frühling

18. April 2012, 17:34
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Oliver Ziegenbalgs eher uninspirierte Adaption von Wladimir Kaminers "Russendisko" und weitere Filmstarts der Woche

Drei unternehmungslustige junge Männer aus Moskau kommen 1990 nach Berlin, wo sich die Grenze zwischen Ost und West gerade aufgetan hat. Wladimir (Matthias Schweighöfer), der Musiker Mischa (Friedrich Mücke) und Andrej (Christian Friedel) haben keinen Plan, und daran halten sie konsequent fest. Während sie die ungekannte Freiheit genießen und ihren kargen Unterhalt als fliegende Händler von Dosenbier und Mauerbrocken bestreiten, treten die Liebe und das Heimweh in ihr Leben.

"Russendisko", Wladimir Kaminers autobiografisch gefärbter komischer Erlebnisbericht aus der Gründerzeit des Postkommunismus, wurde von Regisseur und Autor Oliver Ziegenbalg (Friendship!) eher uninspiriert fürs Kino adaptiert: Die Russen beispielsweise nimmt man seinen Protagonisten keinen Moment lang ab, die Inszenierung wirkt hölzern, und vor allem will der Schmäh so gar nicht zünden.

Weitere Filmstarts: Eine geschichtsträchtige Woche

Drei US-Teenager erlangen übernatürliche Kräfte und müssen in Josh Tranks Debüt "Chronicle" erst einmal lernen, damit hauszuhalten.

Außerdem neu: die US-Komödie "Einmal ist keinmal / One for The Money" mit Katherine Heigl, das norwegische Drama "King of Devil's Island" mit Stellan Skarsgård und die Monroe-Reminiszenz "My Week with Marilyn" mit Michelle Williams; weiters zwei Dokumentarfilme: Susanne Brandstätters "The Future's Past - Creating Cambodia", der vom Fortwirken der jüngeren kambodschanischen Geschichte auf nachkommende Generationen erzählt, und Doris Kittlers "1+1=100", der sich in einer Wiener Grundschule umsieht, sowie das Kinder-Mystery-Abenteuer "Das Haus Anubis - Pfad der 7 Sünden". (irr, DER STANDARD, 19.4.2012)

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    foto: thimfilm
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