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Cryptocat überliefert Chatnachrichten verschlüsselt.
Die New York Times bat Nadim Kobeissi, ein libanesischer Hacker, zum Interview. Als Teenager wurde er mehrmals vom Geheimdienst verhört. Nun studiert er in Montreal und arbeitet mit anderen Entwicklern an dem Projekt Cryptocat. Das Projekt bietet einen verschlüsselten Chat, über den man auch Dateien tauschen kann.
Unterhaltung ohne Überwachung
Das Ziel von Cryptocat ist, das Menschen sich über das Internet unterhalten können, ohne einer kommerziellen oder staatlichen Überwachung unterzogen zu sein. Laut Kobeissi ist die Benutzung genau so einfach wie ein Chat auf Facebook oder Google Chat.
Cryptocat Adventure! from Nadim Kobeissi on Vimeo.
Der arabische Frühling
Das Internet und die Kommunikation im Web waren ein wichtiger Bestandteil des arabischen Frühlings. So konnten sich die Aktivisten organisieren und sich der Welt mitteilen. Allerdings hinterließen sie auch digitale Fußspuren, durch die sie von den Behörden ausgeforscht werden konnten. Bei Cryptocat kann niemand ohne den Verschlüsselungsschlüssel die Chatnachrichten lesen oder die Teilnehmer erkennen.
Verschlüsselung durch schütteln
Die Technik die die Entwickler verwenden ist nicht neu, allerdings sind die Tools für die Nutzung knifflig. Seit einem Jahr arbeitet Kobeissi an dem Projekt. Erst kürzlich erhielt er Unterstützung vom Guardian Project. Die Gruppe hat die Möglichkeit entwickelt einen Chat am Android-Handy durch schütteln zu verschlüsseln. Die Methode nutzt die Bewegungssensoren, die in vielen Smartphones verbaut sind.
Bis zu zehn Personen pro Chatroom
In einem "Cryptocat-Chatroom" können bis zu zehn Personen gleichzeitig miteinander reden. Das ist für einen verschlüsselten Dienst ungewöhnlich. Cryptocat wurde vorgeworfen, dass es ein Tool für Terroristen und Sexualstraftäter sei. Kobeissi sagte darauf: "Böse Menschen waren schon immer böse. Ich glaube nicht das sie wegen Crypotcat böse werden oder aufhören böse zu sein."
Kein Profit und Open Source
Cryptocat ist ein Non-Profit-Projekt und quelloffen. Die App läuft im Browser und die Nachrichten werden mit AES-256 und asymmetrischen Schlüsseln mit 4096 Bit Länge verschlüsselt. Nach einer Stunde Inaktivität werden die Daten gelöscht. Crypotcat ist mit Tor kompatibel und läuft auch in den mobilen Browsern von iOS, Android und Blackberry. (soc, derStandard.at, 18.04.2012)
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so, glaub ich, hat das leider keine chance auf mainstream. das, was zb den fb-chat für die leute interessant macht sind zwei dinge: erstens hab ich meine kontakte alle auf einen haufen und selbst wenn einer umzieht oder den job wechselt bleibt die einfache kontaktmöglichkeit bestehen (anders bei tel und email). und zweitens ist der fb-chat auch möglich, wenn der andere nicht online ist. email, im und live-chat in einem. das ist der einzige grund, warum ich zb fb verwende. einen chat, be dem man sich vorher was ausmachen muss (zeit und raum-name) wird die breite masse nicht annehmen...
aber vielleicht entwickelt sich da ja noch was...
man kann bei fb jedem jederzeit eine nachricht schreiben. wenn derjenige online ist, kann man gleich chatten. wenn nicht, bekommt er die nachricht später und kann drauf antworten.
und von physikalisch hab ich doch nichts gesagt. ich meinte nur, dass sich emailadressen oft ändern, weil die bei vielen vom job oder vom provider abhängig sind. oder sich mancheiner mehrere freemails zugelegt hat und jetzt eine nicht mehr nutzt. ich hab jedenfalls einige emailleichen in meinem adressbuch. ja, das ist bei fb auch möglich, aber unwahrscheinlicher...
Also meine private E-Mail ist nicht an meinen Provider oder Job gekoppelt, auch sie kann angeschrieben werden wenn mein PC down ist. Auch bei anderen Chats kann man Nachrichten hinterlassen. Telefone haben Anrufbeantworter. ...
ja, bei dir... bei mir übrigens auch. aber ich hab viele kontakte bei denen sich alle 2-3 jahre die emailadresse ändert. und sag mir jetzt nicht, dass das nur bei meinen kontakten so ist. wie oft schreibt man jemanden an, den man schon länger nicht kontaktiert hat und bekommt dann einen mailer deamon zurück.
und ja, auch bei anderen chats kann man nachrichten hinterlassen. aber das ist hier alles nicht der punkt! sache ist, kommunikation über facebook ist einfacher als das meiste andere. und es wird zeit, dass es etwas ähnliches als offenen standard gibt. unabhängig von einem anbieter und verschlüsselt.
"Laut Kobeissi ist die Benutzung genau so einfach wie ein Chat auf Facebook oder Google Chat."
Google Chat ist Jabber/XMPP, ein völlig offenes und freies Protokoll. OTR Verschlüsselung für Jabber gibt es seit einer Ewigkeit und ist in fast jedem Client implementiert (sogar im Web-Client von Google selber!). Trotzdem, gutes Projekt!
Eine öffentliche Debatte über Kryptographie ist längst überfällig. Kaum einer weiß tatsächlich was das ist und wie es funktioniert. Verschlüsselung muss ein Massenphänomen werden. Vielleicht hört dann auch der Generalverdacht gegen alle die verschlüsseln auf.
... soviel ich weiß, benutzt der Geheimdienst etc. auch Verschlüsselung und abhörsichere Leitungen. Im Allgemeinen werden diese aber nicht zu den Bösen gezählt.
Wollen eigentlich alle nur noch provozieren und andere schlecht dastehen lassen wenn die sich was für die Allgemeinheit einfallen lassen?
Ich finde diese Fragen und Darstellungen lächerlich...
absolute Zustimmung
soweit ich weiß gibt es in Österreich ja zB auch die Empfehlung Festplatten zu verschlüsseln (wurde u.a. den Tierrechler_Innen damals vorgeworfen und konnte damit entkräftet werden)
gerade in Zeiten wo VDS Realität ist und irgendein ACTA/CISPA/SOPA etc nicht mehr all zu fern scheint ist Verschlüsselung zu Pflicht geworden.
Danke für diesen Bericht, werde ich in Kürze testen
" Cryptocat wurde vorgeworfen, dass es ein Tool für Terroristen und Sexualstraftäter sei"
Aja... sobald man mal nicht überwacht werden will, ist man automatisch ein Terrorist und Kinderschänder!
http://3.bp.blogspot.com/-BZNYYBGO... ing-me.jpg
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