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Madrid - Es ist ein iberisches Fußball-Festival, das in den Halbfinalpartien der Europa League am Donnerstag (21.05 Uhr/live Kabel eins) über die Bühne geht. So treffen in einem portugiesisch-spanischen Duell Sporting Lissabon und Athletic Bilbao aufeinander, mit Atletico Madrid gegen Valencia steht zudem das Treffen zweier Clubs der Primera Division am Spielplan. Damit setzt sich der nach der Jahrtausendwende eingesetzte Trend eindrucksvoll fort: Vier der jüngsten neun Europa-League- bzw. UEFA-Cup-Auflagen wurden von spanischen, zwei von portugiesischen Clubs gewonnen.
Einer dieser Vereine war 2003/04 Valencia, das erstmals seit der damaligen Saison wieder im Halbfinale steht. Nach dem bitteren 0:4 bei Espanyol Barcelona am Sonntag, das den direkten Quali-Platz für die Champions League gekostet haben könnte, ist man auf Wiedergutmachung aus. Zudem sinnt Valencia auf Revanche für das verlorene Viertelfinal-Duell 2010, als in der 86. Minute Stürmer Nikola Zigic ein klarer wie vermutlich entscheidender Elfmeter verweigert wurde.
Das dabei zerrissene Trikot des Serben, galt fortan als Fanal der Ungerechtigkeit, das mit seiner "klaffenden Wunde" durch die TV-Stationen gereicht wurde und als "La camiseta de Zigic" selbstredend über eine eigene Facebook-Präsenz verfügt. Flügelspieler Jordi Alba, auch damals am Feld, warnte freilich vor dem Vergeltungsgedanken. "Wir sollten nicht auf Rache sinnen", meinte der spanische Teamspieler, der ein offenes Duell erwartet: "Damals hatten sie mit Agüero oder Forlan mehr individuelle Qualität, jetzt sind sie aber als Mannschaft stärker. Ich denke, wir sind auf gleichem Niveau."
Valencia, das in der spanischen Liga im direkten Vergleich mit 55:51 Siegen die Nase leicht vorne hat und als Tabellendritter auch aktuell sieben Punkte vor Atletico (8.) liegt, setzt nicht zuletzt auf seine Stärke im heimischen Mestalla-Stadion. Die Truppe von Unai Emery hat die letzten drei Europa-League-Spiele zu Hause gewonnen und gegen PSV Eindhoven und AZ Alkmaar im Achtel- bzw. Viertelfinale jeweils vier Tore geschossen. Atletico indes verfügt mit dem kolumbianisch-spanischen Offensivduo Radamel Falcao und Adrian über eine brandgefährliche Waffe, beide brachten es in der laufenden Saison gemeinsam auf 14 Tore.
Auch Lissabon, das im Viertelfinale Metalist Charkiw eliminierte, kann vor dem ersten europäischen Halbfinale seit 2005 mit einer beeindruckenden Heimbilanz aufwarten. Seit Trainer Ricardo Sa Pinto Mitte Februar das Amt übernommen hat, konnte man im Estadio Jose Alvalade alle acht Spiele gewinnen, erzielte dabei 13 Treffer und ließ nur ein Gegentor durch einen Elfmeter zu.
Bilbao, das aus den Gruppenspielen gegen Salzburg vier Punkte geholt hatte und als einziges Team des Halbfinalquartetts noch nie einen europäischen Pokal gewinnen konnte, brennt freilich auf die Finalreise nach Bukarest (9. Mai) und wird in Lissabon von rund 4.000 Fans aus dem Baskenland unterstützt. Sa Pinto jedenfalls zeigte großen Respekt vor dem Gegner und nicht zuletzt vor dessen als manischem Tüftler geltenden argentinischen Trainer Marcelo Bielsa. "Spanien hat die drei besten Trainer der Welt", erklärte der Coach der Portugiesen. "Guardiola, Mourinho und Bielsa. Bielsa hat Bilbaos Spiel eine Identität verliehen." (APA, 18.4.2012)
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