Bulgarien sagt Kabelsalat an Häusern den Kampf an

18. April 2012, 12:31

Ministerin: 400 illegale "Netzwerke" schleunigst entfernen

Dem zu vielen Stadtbildern Bulgariens gehörenden "Kabelsalat", der von unzähligen Gebäuden herunterhängt und das allgemeine Erscheinungsbild der Kommunen nicht unbedingt zum Besseren verändert, soll nun der Garaus gemacht werden. Laut einem Erlass von Bau- und Regionalministerin Liljana Pawlowa werden rund 400 illegale Netzwerke in Kürze entfernt, wie Nachrichtenagentur BGNES am Mittwoch berichtete.

Nicht registrierte bis Juni entfernen

Bis Juni müssen, so die Ministerin, Warna, Russe, Pernik, Stara Zagora, Vidin, Montana und Wraza von nicht registrierten Internet-, Telefon- und Kabel-TV-Leitungen "befreit" werden. Pawlowa erinnerte daran, dass der Kabelsalat eigentlich schon im Jahr 2005 Geschichte hätte sein sollen. Die Frist ist dann bis 2007 verlängert worden - nun will man keine Ausreden mehr gelten lassen.

Gigantische Leitungsbündel über den Straßen

Ungelöst bleibt das Kabelproblem allerdings in Sofia und Plowdiw, den beiden größten Städten Bulgariens. Dort schütteln Touristen seit Jahren die Köpfe, wenn sie die wenig dekorativen Leitungsbündel hängen erblicken. Diese scheinen jedoch nicht so leicht zu entwirren zu sein, denn sie sind eine Mischung aus alten Telefonleitungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren, die bei Regen regelmäßig das gesamte Netz lahmlegen. Für viele Netzbetreiber ist es aber deutlich billiger, die Kabel in der Luft baumeln zu lassen, als - wie die Verordnung eigentlich vorsieht - in die Erde einzugraben. (APA, 18.4.2012)

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