Ölpreise sinken deutlich

18. April 2012, 18:43

US-Bestände legen weiter zu

Die Ölpreise sind am Mittwoch nach neuen Lagerdaten aus den USA deutlich gesunken. Gegen Abend kostete ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent Brent mit Lieferung im Juni 116,90 US-Dollar. Das waren 1,88 Dollar weniger als am Vortag. Ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) gab ebenfalls deutlich um 1,54 Dollar auf 102,66 Dollar nach.

Händler nannten als Belastungsfaktor zum einen die schlechte Stimmung an der Börse. Dort belasteten insbesondere anhaltende Sorgen um die viertgrößte Euro-Wirtschaft Spanien. Darüber hinaus wurde auf die wöchentlichen Lagerzahlen aus den USA verwiesen. Dort waren die Bestände an Rohöl in der vergangenen Woche abermals gestiegen. Hohe Lagerbestände lassen für gewöhnlich die Preise am Ölmarkt sinken.

US-Präsident Barack Obama hatte am Dienstag ein Fünf-Punkte-Programm zum Kampf gegen Spekulation auf dem Ölmarkt angekündigt. Nach Obamas Plänen sollen vor allem die Strafen bei Absprachen und Manipulationen auf den Energiemärkten drastisch erhöht werden - von derzeit einer auf zehn Millionen Dollar pro Tag der Manipulation.

Zudem will Obama mehr Personal für die Behörde für Terminmarktaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC), um Manipulationen auf den Märkten besser aufspüren zu können. Auch eine bessere technische Ausstattung der Behörde sei vorgesehen. "Wir können uns keine Situation leisten, in der Spekulatanten die Märkte künstlich manipulieren, indem sie Öl aufkaufen, den Eindruck einer Knappheit erzeugen und die Preise höher treiben - nur um das Öl dann für einen höheren Profit loszuschlagen."

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist ebenfalls weiter gefallen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Mittwoch kostete ein Barrel am Dienstag im Durchschnitt 116,27 US-Dollar. Das waren 71 Cent weniger als am Vortag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells. (APA, 18.4.2012)

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