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Man kennt solche Verdrängungsmechanismen ja aus dem eigenen Leben. Da sagt man etwas zu, es nervt eigentlich, aber bitte, wird schon nicht so schlimm sein, und vielleicht vergisst der andere seine Forderung auch, oder es kommt etwas dazwischen. Und dann pocht das Gegenüber doch darauf, und man steht ziemlich dumm da.
So ergeht es der deutschen Kanzlerin Angela Merkel gerade beim Betreuungsgeld. Stur wie ein Panzer beharrt die CSU auf Erfüllung des Koalitionsvertrags, pocht also darauf, ab 2013 jene Elternteile mit Bargeld zu belohnen, die ihre Kinder nicht in den Kindergarten schicken, sondern daheim betreuen. Überflüssig zu erwähnen, dass dies meist die Frauen sind.
Eurokrise um Eurokrise haben CDU und CSU gemeinsam bewältigt, und jetzt ist wegen eines vergleichsweise überschaubaren Themas Feuer am Dach. Das ist einerseits erstaunlich, andererseits verständlich. Viele CDU-Abgeordnete haben in dieser Phase alles mitgemacht, nur um den Euro, die EU, ja überhaupt gleich die Weltwirtschaft nicht zu gefährden.
Jetzt mucken sie auf - nicht alleine, weil sie sich den autoritären Kurs der CSU nicht länger gefallen lassen wollen. Auch inhaltlich passt ihnen die "Herdprämie" nicht. Unbestreitbar profitieren gerade kleine Kinder aus den sogenannten bildungsfernen Schichten stark vom Kindergarten.
Ebenso nachweislich wird der Wiedereinstieg für Frauen schwieriger, je länger sie sich nach der Geburt des Kindes dafür Zeit lassen. Das gilt auch für Österreich, wo die OECD immer wieder rügt, dass starke finanzielle Anreize des Staates zu viele Frauen dazu bringt, in den ersten Lebensjahren beim Kind zu Hause zu bleiben.
Dass die CSU ein solches Modell präferiert, ist bedauerlich. "Moderne Volkspartei" zu sein, rühmt sie sich ständig. Doch beim Frauenbild hört die Modernität für viele immer noch bei der Einbauküche auf. Dass Angela Merkel das Ansinnen widerspruchslos zur Kenntnis nimmt, ist hingegen völlig inakzeptabel. Denn die deutsche Kanzlerin konterkariert mit dem Betreuungsgeld einige ihrer eigenen Ziele.
Für möglichst viel, möglichst frühe Bildung für Kinder von Migranten plädiert sie. Für Chancengleichheit von Mann und Frau am Arbeitsplatz. Deshalb hat sie auch vor einigen Jahren zum Missfallen vieler Konservativer eine Kehrtwende in der Familienpolitik eingeleitet und forcierte den Ausbau von Kindergärten. Davon gibt es in Deutschland heute immer noch nicht genug. Das "Herdgeld" wäre hier deutlich besser eingesetzt.
Aber offenbar will Merkel nun, da die Bundestagswahl 2013 näher rückt, auch den Konservativen wieder mehr bieten, fühlen sich doch diese von ihr ohnehin sträflich vernachlässigt und durch allerlei " sozialdemokratische" Aktionen (Atomausstieg, Mindestlohn) vor den Kopf gestoßen. Da sind dann auch die alten Zöpfe plötzlich wieder en vogue.
Hilfe von Frauenministerin Kristina Schröder (CDU) ist übrigens nicht zu erwarten. Sie fällt überhaupt nur durch zweierlei auf: das Versprechen, das Betreuungsgeld umzusetzen, und die Ablehnung von Frauenquoten. Und ein Buch hat sie gerade publiziert ("Danke, emanzipiert sind wir selber!"). Darin wettert sie seitenlang gegen Feminismus als "quasireligiöse Weltanschauung". Den Kampf gegen die "Herdprämie" müssen die Rebellen also weiter von unten führen, Männer wie Frauen gleichermaßen. (Birgit Baumann, DER STANDARD, 18.4.2012)
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mir ist ehrlich gesagt die argumentationslinie nicht klar. das betreuungsgeld, das hier angedacht ist, bekommen männer und frauen, die zuhause betreuen wollen. auf ebene der reinen gesetzesvorlage liegt keine diskriminierung vor. (oder habe ich was übersehen?)
bleibt der vorwurf, dass damit 'faktisch' mehr frauen zuhause bleiben werden, d.h. das gesetz faktisch eine schieflage erzeugt. aber das ist sonderbar: 'faktisch' bringen unsere gesetze auch mehr männer als frauen ins gefängnis. das ist allerdings auch kein grund, die gesetze so lange zu ändern, bis die zahlen annähernd gleich sind. (oder gibts da einen diskurs dazu?)
offensichtlich immer noch aus den blechernen bis goldenen Kaefigen befreit werden. Immer noch im 21. Jhdt.
Und dabei spielt oeffentliche Verwirklichung und oekonomische Unabhaengigkeit eine unverzichtbare Rolle. Deshalb ist die Finanzierung/Subvention von Kinderbetreuung aus dem allgemeinen Wohlstand gescheit und Muettergeld bloed.
Dass Frauen dann auch noch in den Wohlstandstopf einzahlen, wenn sie arbeiten, ist ein positiver Nebeneffekt.
Maenner, die gerne blecherne/goldene Kaefige zimmern, sind meist laecherliche Waschlappen.
daß die teure Massenkinderhaltung zu einem großen Teil kranke und sozial verwahrloste "Klienten" auswirft*.
Als ob die Welt nicht schon schlecht genug wär.
Die angestrebte Lösung kann daher konsequenterweise nur Fortpflanzungsstop heißen.
* http://www.familie-ist-zukunft.de/seite/wp-... 040412.pdf
Frauen sollten wählen dürfen, welchen weg sie gehen.
Ich finde das die ersten 2-4 Jahre die Frau bei ihren Kinder bleiben sollte. Wofür sonst Kinder in die Welt setzen ? Um Steuerzahlen zu bekommen ? Ich will sicher meine Kinder nicht dauernd in irgendwelchen Staatlichenzentren abstellen.
Sie kennen meine persönliche Meinung nicht zu diesem Thema, also werden sie gefälligst nicht ausfallend.
Wenn das alles ist, was die sogenannten "Kinder- und Mütterversteher" hervorbringen und wenn sie ihre Kinder auch so erziehen, dann GUTE NACHT ÖSTERREICH.
weit samma kumma, daß man sagen kann zu einer Mutter, "weil du daheim sitzen darfst"...
Na gut, wenn man es sooo sieht, aber es gibt genug Frauen und Männer, die es nicht so sehen, und es bevorzugen, zumindest zweieinhalb bis drei Jahre zuhause für das Kind da zu sein, und nicht so schnell wie mögl. wo "abzugeben". Diese Meinung liegt zwar nicht im mainstream, wird angefeindet und verlacht, aber-was solls. Die Kindesentwicklung wird das Opfer der Mütter od. Väter, auf außerhäusliche Beschäftigung zu verzichten, danken.
Wenn man sichs einigermaßen (viellt. auf etwas verzichtet) einteilen kann, soll man bei seinem Kind bleiben, wozu bekommt man eigentlich welche?
Übrigens: zum "sitzen" kommt man eh nicht allzu viel
bei kleinen Kindern...
Olala, jetzt laufen die Geschütze heiß...
Niemand hat etwas dagegen, wenn die Frauen zu Hause sitzen, wenn es sich der Partner bzw. die Frau selbst leisten kann. Aber die Realität holt halt die Menschen manchmal ein und da gehts nicht nur um den schnöden Mammon...
Also: wo ist das Problem??? Oder geht es bei Ihnen hier nur ums Geld???
...das stimmt, "gute" TZmöglichkeiten wären wirklich angesagt.
Aber leider gibt es hauptsächlich zweitrangige Hilfslösungen für die Mütter beim Wiedereinstieg.
An wen liegt es, diese zu schaffen? Die Firmen sind gefordert, und nach viellt. weiteren 1-2 Jahren haben sie eine gute, verläßliche, kompetente, eingearbeitete "VZ-Kraft".
Erst haben wir dagegen gekämpft, dass man uns in die Küche zu den Kindern sperrte und nicht an die Unis liess und wählen etc. und jetzt wird plötzlich "Kindergarten für alle" sowas wie Pflicht.
Und gegen missverstandenen Feminismus hab ich sowieso etwas. Befreiung von tradierten auferzwungenen Rollen heisst also wirklich nicht, sich die oft krankmachenden Biografien von Männern zulegen zu müssen.
Der progressive Zugang in einer Welt mit immer mehr Automatisierung und steigender Produktivität müsste sein:
Radikale Arbeitszeitverkürzung für BEIDE - vielleicht kann jemand nachrechnen, wie viele das für die Summe der Bankenrettungsgelder 10-20Std gut bezahlt tun könnten - und Kindergarten zur Sozialisierung auch 10-20Std pro Woche.
Der Mainstraem lautet zurück ins vorige Jahrhundert, wird den Menschen aber als neue Errungenschaft verkauft. Durch diese sogenannte "Herdprämie" wird die Frau nur aus dem Arbeitsmarkt gedrängt. Außerdem könnten sich dieses"zuhause beim Kind bleiben" nur besserverdienende Familien leisten. Die schlechterverdienenden Familien müssten mit ihrem Steuergeld dafür bezahlen.Übrigens wie lange soll "Mami" zuhause bleiben - bis an ihr Lebensende? Aber sogar die Frau in finanziell gutgestellten Familien will heute in einem Arbeitsverhältnis stehen, z.B als Ärztin, Apothekerin usw., da sie ja in der Regel studiert hat und nicht mehr vom Mann abhängig sein will. Außerdem bekommen Kinder in einem Kindergarten viele Anregungen in der Gemeinschaft.
Krankmachende Biographien haben aber eher Menschen, die mit Armut kämpfen usw.
Dass man zB Lebensarbeitszeitmodelle andenkt, jungen ELTERN (und nicht nur Frauen) zeitliche Freiräume bei gutem Einkommen schafft usw. sind ja durchaus andenkbare Möglichkeiten.
Dass man mit Wahlfreiheit argumentiert und meint Frauen sollen sich gefälligst um die Kinder kümmern wie es für sie finanziell ausschaut ist Nebensache ist hinterletztig.
Freiheit bedeutet sich bewegen zu können. Intelligent ist ein System zu durchschauen und sich möglichst gut darin zu bewegen. Das passiert nicht indem man auf eigenen Erwerb verzichtet und die Rabenmutterrolle aufdrängen lässt.
Dieser Blog bringt es auf den Punkt:
http://www.leonore.at/2012/04/f... enpolitik/
Die Begriffe, mit denen die Feministinnen hier herumschmeißen, sind ein Frauenverachtender Angriff auf "Abweichlerinnen". Es geht den Feministinnen nicht um Frauenanliegen, sondern um Ideologie und um Kleintelpolitik für ihresgleichen.
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