Aufsicht will sterbliche Banken

17. April 2012, 18:31
  • Bankenaufseher Andreas Ittner von der Nationalbank hofft auf ein 
baldiges Insolvenzrecht für Finanzinstitute.
    foto: apa/georg hochmuth

    Bankenaufseher Andreas Ittner von der Nationalbank hofft auf ein baldiges Insolvenzrecht für Finanzinstitute.

ÖVAG-Pleite hätte laut Bankenaufseher Ittner bis zu 40 Milliarden gekostet

Wien - Der Chef der Bankenaufsicht in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Direktoriumsmitglied Andreas Ittner, hat am Dienstag einmal mehr ein Bankeninsolvenzrecht gefordert. Zwar sei wegen der internationalen Vernetzung der Institute eine europaweite Regelung nötig, Österreich werde aber "unter Umständen nicht auf die finale EU-Lösung warten können" , erklärte der Notenbanker im Klub der Wirtschaftspublizisten, "die Regierung will das noch heuer angehen". OeNB und Finanzmarktaufsicht (FMA) haben ihre diesbezüglichen Ideen allerdings bereits 2009 präsentiert - warum dem bisher keine Taten gefolgt sind, diese Frage ließ Ittner unbeantwortet. "Wir können nur Anregungen beim Gesetzgeber geben, und das haben wir getan."

Beschleunigung

Die Aufseher wollen ein Insolvenzgesetz, mit dem man auch die Altaktionäre in die finanzielle Pflicht nehmen kann, zudem wollen sie früher als bisher einschreiten können. "Die Aufsicht muss von den Banken früher konkrete Sanierungspläne verlangen können; man kann nicht auf die Befriedigung der Befindlichkeiten der verschiedenen Stakeholder warten müssen", erklärte Ittner. Wenn die Sanierung von Banken nicht klappe, müsse es möglich sein, sie abzuwickeln und "ihren Marktaustritt unter größtmöglicher Schonung öffentlicher Gelder zu ermöglichen". Und: "Es muss klar sein, dass es keine Bestandsgarantie für Banken gibt."

Die von Ittner angesprochenen "Aktionärsbefindlichkeiten" können durchaus als Fingerzeig in Richtung Volksbankensektor interpretiert werden. Dort haben die Volksbanken als Eigentümer der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) Sanierungsmaßnahmen jahrelang hinausgezögert - so lange, bis nun der Steuerzahler die verlustreiche Bank auffangen musste. Notverstaatlichungen wie jene der ÖVAG (zuvor mussten ja schon Kommunalkredit und Hypo Alpe Adria vom Staat gerettet werden) hält der dem ÖVP-Lager zugehörige Notenbanker allerdings für eine "ordnungspolitische Strukturbereinigung", so sagte er am Dienstag. Ein Notenbank-Generalratsmitglied sieht das auf Nachfrage des STANDARD ein wenig differenzierter: "Die Verstaatlichung stellt nur dann eine Strukturbereinigung dar, wenn diese Banken den Markt verlassen. Sonst ist sie eine Versteinerung."

Ittner jedenfalls verteidigte das Vorgehen der Aufsicht, "wir haben bei der ÖVAG sehr konsequent und zielorientiert gehandelt". Ob denn die Verstaatlichung das Ziel gewesen sei? Ittner: "Natürlich nicht, aber letzten Endes waren keine Alternativen mehr da - außer einer Insolvenz." Die hätte laut dem Bankenaufseher aber bis zu 40 Mrd. Euro kosten können, jedenfalls "wenn man den ganzen Sektor hätte retten müssen". Die (vor der Teilverstaatlichung erfolgte) Verkleinerung der ÖVAG, die ja ihre Immobiliensparte und die Ostbankenholding verkauft hat, sei jedenfalls "auf Druck der Notenbank" erfolgt, beteuerte Ittner.

Kapitalpölster gefüllt

Was das zentrale Thema der Kapitalausstattung von Banken betrifft, gab sich der Aufseher kritisch, aber zuversichtlich. Ersteres, weil Österreichs Banken im internationalen Vergleich immer noch "unterkapitalisiert" seien. Zweiteres, weil die großen Institute wie Erste Group oder Raiffeisen die neuen Kernkapitalvorschriften der Europäischen Bankenaufsicht EBA (neun Prozent) erfüllen werden. Auch die strengere (allerdings anders berechnete) Zehn-Prozent-Vorgabe der heimischen Aufsicht ab 2016 würden sich die Banken leisten können. (gra, DER STANDARD, 18.4.2012)

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13 Postings

Was ich nicht verstehe ist, warum nicht erwähnt wird, dass die drei grossen österreichischen Banken schon solche "Testamente" bis Ende 2012 verfassen müssen.

Na und ? irgendwelche Konsequenzen daraus ? Nö - ist ja Österreich !! Ein paar Politiker in die ÖVAG setzen und die werdens mit den Supermanagern der Bank schon richten !

Was dem Christentum die Hoelle....

ist dem Kapitalismus der Bankrott.
Soll es ihn geben fuer die Banken!

Tafelaltar für Bänker

Im Urchristentum hat es nur den "ewigen Tod" gegeben (=Verstaatlichung). Das war zu wenig Abschreckung, weshalb die Kirchenfürsten die Hölle mit Qualen erfunden haben.
In Anlehnung an Hyronimus Bosch sollte ein Tafelaltar für Bänker gemalt werden.

Bitte höflichst Steuergelder

wichtiger als "Aktionärsbefindlichkeiten" zu behandeln, DANKE

Laßts uns endlich in Ruh mit euren "Alternativlos" Gschichtln, glaubt euch eh keiner mehr.

wenn diese zahl stimmt das ist die hypo alpe adria ein goldesel ist

Gibt es da eine Berechnung - ich meine für die Zahl 40.000.000.000,-

Wem hätte es 40 Mrd gekostet

!!bitte grüne Stricherl!!

Das ist der springende Punkt

sehr geehrter Herr Ittner,
könnten sie uns bitte erklären warum eine pleite 40mrd euro gekostet hätte?

heißt das, dass man ( der steuerzahler) im falle einer abwicklung und verwertung des unternehmens, verkauf aller assets, etc,etc........

40mrd euro zuschiessen hätte müssen???????

wollt ihr uns eigentlich alle verarschen?

ihr posting ist der

rücktrittsgrund des herrn.

vollkommen vernebelt und inkompetent unser oberaufseher. er wird uns das ganze theater wohl kaum plausibel vorrechnen können.

(10 mrd hättens auch getan, dass wir uns zu tode gefürchtet hätten und das steuergeld hinterher geworfen hätten)

btw: wenn die pemperlbank övag für 40 mrd "sorgen" kann, dann hätten wir bei der ersten bank oder raiffeisen wohl die billionengrenze überschritten.

.

Welche Assets soll die ÖVAG haben?
Was soll bei einer Bank verwertet werden?
Die PCs und die Schreibtische?

Die ÖVAG hat eine Bilanzsumme von knapp 50 Mrd. - wenn die Pleite geht muss das wer stemmen.

laufende Kredite stehen in der Bilanz

die können verkauft werden

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