Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Bankenaufseher Andreas Ittner von der Nationalbank hofft auf ein baldiges Insolvenzrecht für Finanzinstitute.
Wien - Der Chef der Bankenaufsicht in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Direktoriumsmitglied Andreas Ittner, hat am Dienstag einmal mehr ein Bankeninsolvenzrecht gefordert. Zwar sei wegen der internationalen Vernetzung der Institute eine europaweite Regelung nötig, Österreich werde aber "unter Umständen nicht auf die finale EU-Lösung warten können" , erklärte der Notenbanker im Klub der Wirtschaftspublizisten, "die Regierung will das noch heuer angehen". OeNB und Finanzmarktaufsicht (FMA) haben ihre diesbezüglichen Ideen allerdings bereits 2009 präsentiert - warum dem bisher keine Taten gefolgt sind, diese Frage ließ Ittner unbeantwortet. "Wir können nur Anregungen beim Gesetzgeber geben, und das haben wir getan."
Beschleunigung
Die Aufseher wollen ein Insolvenzgesetz, mit dem man auch die Altaktionäre in die finanzielle Pflicht nehmen kann, zudem wollen sie früher als bisher einschreiten können. "Die Aufsicht muss von den Banken früher konkrete Sanierungspläne verlangen können; man kann nicht auf die Befriedigung der Befindlichkeiten der verschiedenen Stakeholder warten müssen", erklärte Ittner. Wenn die Sanierung von Banken nicht klappe, müsse es möglich sein, sie abzuwickeln und "ihren Marktaustritt unter größtmöglicher Schonung öffentlicher Gelder zu ermöglichen". Und: "Es muss klar sein, dass es keine Bestandsgarantie für Banken gibt."
Die von Ittner angesprochenen "Aktionärsbefindlichkeiten" können durchaus als Fingerzeig in Richtung Volksbankensektor interpretiert werden. Dort haben die Volksbanken als Eigentümer der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) Sanierungsmaßnahmen jahrelang hinausgezögert - so lange, bis nun der Steuerzahler die verlustreiche Bank auffangen musste. Notverstaatlichungen wie jene der ÖVAG (zuvor mussten ja schon Kommunalkredit und Hypo Alpe Adria vom Staat gerettet werden) hält der dem ÖVP-Lager zugehörige Notenbanker allerdings für eine "ordnungspolitische Strukturbereinigung", so sagte er am Dienstag. Ein Notenbank-Generalratsmitglied sieht das auf Nachfrage des STANDARD ein wenig differenzierter: "Die Verstaatlichung stellt nur dann eine Strukturbereinigung dar, wenn diese Banken den Markt verlassen. Sonst ist sie eine Versteinerung."
Ittner jedenfalls verteidigte das Vorgehen der Aufsicht, "wir haben bei der ÖVAG sehr konsequent und zielorientiert gehandelt". Ob denn die Verstaatlichung das Ziel gewesen sei? Ittner: "Natürlich nicht, aber letzten Endes waren keine Alternativen mehr da - außer einer Insolvenz." Die hätte laut dem Bankenaufseher aber bis zu 40 Mrd. Euro kosten können, jedenfalls "wenn man den ganzen Sektor hätte retten müssen". Die (vor der Teilverstaatlichung erfolgte) Verkleinerung der ÖVAG, die ja ihre Immobiliensparte und die Ostbankenholding verkauft hat, sei jedenfalls "auf Druck der Notenbank" erfolgt, beteuerte Ittner.
Kapitalpölster gefüllt
Was das zentrale Thema der Kapitalausstattung von Banken betrifft, gab sich der Aufseher kritisch, aber zuversichtlich. Ersteres, weil Österreichs Banken im internationalen Vergleich immer noch "unterkapitalisiert" seien. Zweiteres, weil die großen Institute wie Erste Group oder Raiffeisen die neuen Kernkapitalvorschriften der Europäischen Bankenaufsicht EBA (neun Prozent) erfüllen werden. Auch die strengere (allerdings anders berechnete) Zehn-Prozent-Vorgabe der heimischen Aufsicht ab 2016 würden sich die Banken leisten können. (gra, DER STANDARD, 18.4.2012)
Herbert Stepic, Chef der Raiffeisen Bank International, hat zwei Offshore-Gesellschaften, wie sich aus Dokumenten von Offshore-Leaks ergibt
65,5 Millionen Euro soll der indische Konzern auf den Tisch legen. Zuvor hatte er jegliches Interesse an Österreich dementiert
Erste, Raiffeisen, Bank Austria lieferten Präventions-Pläne auf Basis ihrer Bilanzen 2012
Demonstranten machen Stimmung: Die Deutsche Bank arbeitet am Kulturwandel, nicht alle dürften daran glauben
Das BIRG soll die Stabilität der Banken verbessern und Probleme frühzeitig erkennen helfen
Geldinstitute müssen ihren als riskant eingestuften Handel bis 2016 in eigenständige Tochtergesellschaften ausgliedern
Unter den global 25 systemrelevanten Finanzzentren befindet sich auch Österreich. Aufgeblähte Bilanzen und faule Kredite machen Sorgen
Die Verluste der RBB Klagenfurt sind für das schlechte Gesamtergebnis verantwortlich, Fusion mit RLB noch nicht vollzogen
Der von einem Skandal erschütterte Referenz-Zinssatz wird wohl durch ein zweigleisiges System abgelöst
Das Geldinstitut geriet wiederholt wegen schwarzer Konten und Geldwäscheverdacht ins Visier der italienischen Staatsanwaltschaft
Der Nettogewinn der Bank sank um 29 Prozent auf 285 Millionen Euro, Ostkredite und die DDR-Millionen liegen der Bank auf der Tasche
Die französische Bank kündigt einen Sparplan von 900 Millionen Euro an
Die Royal Bank of Scotland kehrt in Gewinnzone zurück, ein Staatsausstieg ist für das Management ab Mitte 2014 denkbar
Der operative Gewinn ist sowohl bei der Investmentbank als auch im Privatkundengeschäft gefallen
Der Fall Madoff, Milliardenverluste mit Derivaten und jetzt noch manipulierte Energiepreise. Aufsichtsbehörden nehmen die US-Bank in die Mangel
Die Briten stehen in Verdacht, französischen Kunden bei Geldtransfers in die Schweiz geholfen zu haben
Auch eine Regelung für die Abwicklung von Banken könnte noch vor der Sommerpause gefunden werden
EU warnt USA vor strengeren Regeln für Auslandsbanken
Kreditinstitut stärkt nach Milliardengewinn Kapital
Österreichs KA Finanz dürfte weitere Staatshilfen brauchen
Im Urchristentum hat es nur den "ewigen Tod" gegeben (=Verstaatlichung). Das war zu wenig Abschreckung, weshalb die Kirchenfürsten die Hölle mit Qualen erfunden haben.
In Anlehnung an Hyronimus Bosch sollte ein Tafelaltar für Bänker gemalt werden.
sehr geehrter Herr Ittner,
könnten sie uns bitte erklären warum eine pleite 40mrd euro gekostet hätte?
heißt das, dass man ( der steuerzahler) im falle einer abwicklung und verwertung des unternehmens, verkauf aller assets, etc,etc........
40mrd euro zuschiessen hätte müssen???????
wollt ihr uns eigentlich alle verarschen?
rücktrittsgrund des herrn.
vollkommen vernebelt und inkompetent unser oberaufseher. er wird uns das ganze theater wohl kaum plausibel vorrechnen können.
(10 mrd hättens auch getan, dass wir uns zu tode gefürchtet hätten und das steuergeld hinterher geworfen hätten)
btw: wenn die pemperlbank övag für 40 mrd "sorgen" kann, dann hätten wir bei der ersten bank oder raiffeisen wohl die billionengrenze überschritten.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.