Qualität durch Identität

17. April 2012, 16:38
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Unbekannten, gesichts- und geschichtslosen PosterInnen fehlt es an Glaubwürdigkeit

Liebe Community,

die Postingdebatte haben wir mit großem Interesse verfolgt, wir haben daran teilgenommen und wir haben auch innerhalb der Redaktion das Thema "Qualität in den Postings" diskutiert. Jetzt möchten wir die Debatte wieder zusammenführen, fokussieren und mit Ihnen gemeinsam fortsetzen.

Wir greifen dafür drei Themenbereiche heraus, die unserer Ansicht nach für die Qualitätsdebatte besonders relevant sind.

1. Anonymität versus Identität?

"Anonymität verleitet zu besonders krass ausgeprägten Meinungsäußerungen", meint Hellygator. Andererseits argumentiert er/sie, dass ein verpflichtender Echtname dazu führen würde, "dass mein Arbeitgeber mitbekommt wie ich zum Thema Finanzsystem & Banken stehe", und eine freie Meinungsäußerung somit aus existenziellen Gründen nicht möglich wäre. Ähnlich argumentiert  Zitronengrasrisotto, rechtsdrehend: "Zu groß könnten die Konsequenzen sein, wenn jemand sieht, dass man andere Meinungen vertritt oder man gar verwechselt wird."

Anonymität ist also für einige UserInnen eine wichtige Voraussetzung für die Teilnahme an Foren-Diskussionen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass gerade dadurch Debatten erschwert werden: Unbekannten, gesichts- und geschichtslosen PosterInnen fehlt es an Glaubwürdigkeit - das ist auch redaktionsintern zu hören.

Wir sind der Überzeugung, dass der Aufbau von Identität in unserer Community nicht in Widerspruch zur Wahrung der Anonymität steht. Deshalb werden wir Profile mit Posting-Geschichte und Leselisten einführen, fordern Sie zur Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse und zur Fixierung Ihres Postingnamens auf. Durch diese Maßnahmen wird es für PosterInnen möglich, auf derStandard.at eine Identität mit Glaubwürdigkeit aufzubauen: Es wird nachvollziehbar, welche Positionen man vertritt und mit welchen anderen UserInnen man verbunden ist. Die nach außen sichtbare Verknüpfung mit einer realen Person bleibt weiterhin optional (und kann über das Profil selbst gesteuert werden).

2. Reaktionen aus der Community

Der Aufbau von Identitäten wird gemeinsam mit einer aktiven Moderation der Foren zu noch lebendigeren und interessanteren Dialogen führen. Trotzdem wird es weiterhin Trolle geben und Postings, die den Forenregeln widersprechen. Dazu schreibt mikesh713 in einem interessanten Thread zu zwei konkreten Postings: "meiner meinung nach sollten wir nach wegen suchen, wie die postingcommunity sich selber um hygiene und qualitaet der foren kuemmen kann, ohne sich auf die standard zensur zu verlassen zu muessen." UserIn Dreesch, ka ne se dasee kawum! meint zum Beispiel: "Ich finde, lesenswerte Postings zeichnen sich u. A. durch Respekt vor der Communitiy aus. Das heißt z.B. zu geposteten URLs eine kurze Beschreibung, was dort zu erwarten ist". Die wertvolle Diskussion in diesem Thread zeigt übrigens, dass die Selbstreflexion in der Community gut funktioniert.

3. Hall of Fame: "Best of"

Abschließend möchten wir uns noch bei greenling für eine Anregung bedanken: "Es wäre schön, wenn die Postings nicht alle verkommen würden, teilweise sind echt gute und witzige Kommentare darunter, die es verdient hätten, wenn schon nicht abgedruckt, dann zumindest zu einem täglichen 'Best of' der User zusammen gestellt zu werden." Ähnliche Vorschläge kommen auch von Es wird alles gut. und Tintifax der ... Druide!.

Neben der Möglichkeit, dass LeserInnen künftig Foren selbst zum Beispiel nach Bewertungen sortieren können, halten wir es für einen guten Ansatz, dass Mitglieder der Community und der Redaktion besonders wertvolle Postings, vielleicht ganze Threads, herausheben. Es könnte einen eigenen Ort für das "Best of" geben, sozusagen eine "Hall of Fame" als Gegenpol zur "Hall of Shame", zum Posting-Friedhof. Was halten Sie von dieser Idee? (cmb, derStandard.at, 17.4.2012)

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Es wird nachvollziehbar, welche Positionen man vertritt und mit welchen anderen UserInnen man verbunden ist.

Genau das lehne ich ab.

dann erlauben Sie doch eine kleine Frage:

wenn Sie sich auf nzz.ch einloggen, können Sie das nur mit vollem Vor- und Zunamen tun. (Was nicht zwangsläüfig heisst, dass diese Menschen auch so heissen!)
Welche Positionen wer vertritt, muss doch schlussendlich in einer halbwegs vernünftigen Diskussion egal sein, oder glauben Sie nicht?
ps: was mich daran aber so stört, ist, dass jeder Beitrag welchen ich dort abgebe auch auf google mit eben meinem (?) Namen zu finden ist;-((

Yeah, ich hätt auch gern eine best of user-pinwand.

© derStandard.at GmbH 2012

steht unten im Impressum und bis dato war mir eher wurscht, was der Standad mit meinen Postings macht oder lässt. Aber mit der festeren Bindung an umfangreichere Regeln wird das aber interssant:
Sollte die mehr oder minder rechtsverbindliche namentliche Zeichnung (==eindeutiger und zu einer "Real-Identität" zuordenbarer Nick) gefordert oder gar implizit nachvollziehbar sein, dann wird mit meinen regelmässigen Beiträgen nach _österreichischem_ (!) Recht - bitte nicht von den Preussen bzw. deren Resten die AGB abschreiben - ein gewisses bindendes Rechtsverhältnis begründet, das dann aber auch mir, den Beiträgern, Entgelt bringen muss und sei es nur via Urheberrechtsgesellschaften. Denn die Crux des bisher gehandhabten Urheberrechtes ist --->

---> hier weiter

die, dass diverse Forderungen nach Regelhaftigkeit auch _Ansprüche_ meinerseits bzw. Beiträgerseits begründen (könnten), da das bisherige Rechtesystem von massenhaft vorkommenden Urhebern klarologo überfordert ist.
Oder, man errichtete wie Schwitzbär dementiert eine Mauer gegen das Böse und Schmutzige und nötigt alle Guten das jederzeitige Bekenntnis zu Guten mittels sichtbaren Personalausweis zu dokumentieren oder a la Stuff eine interaktive Pravda.
Falls in der Redaktion noch wer weiss, was die Prawda war...
Werbeleute, also von Beruf und Berufung ausgebildete Desinformatiker, gehören zur allerletzten Berufsgruppe, die Forenregeln verfassen sollten, nicht heutzutage und nicht diesem Publikum gegenüber!
Fragt das Eure Spinndoctores...

Ich habe eine bitte betreffend einer technische Korrektur:

Wenn ein Link zu lang ist für eine Zeile, dann wird er nicht gebrochen, sondern der Rest des Links verschwindet in der Leere, wie man hier beim Hinweis zum Gewinnspiel sehen kann:
http://derstandard.at/133479594... es-Sommers

Es ist zwar trotzdem nicht unmöglich den Link zu kopieren, aber der rechte Teil des Users verschwindet(Bewertung, antworten)

derStandard.at/Community
03
23.4.2012, 16:22

Danke für den Hinweis; hier zwar off topic, aber wir kümmern uns darum.

;o(( Die Spontanität

und Freude am Posten geht dadurch für MICH persönlich verloren. Ich komme mir vor, wie in der Schule, daß ich mich anstrengen muß "gut mitzuhalten", kwasi belobigt werde, damit mein posting für "gut" befunden wird. Das wird zu einem Wettkampf der Ehrgeizlinge, deren es auch ohne bisherige Namensnennung, Offenlegung und all dieser künftig eingeführt zu werdenden Änderungen und Neumaßnahmen mehr, als genügend gibt.

Wenn sich die User zweimal überlegten, ob Ihr Posting besonders lesenswert ist, bevor sie losposten, was ihnen gerade einfällt, würde ich das gar nicht schlecht finden.

Was dem einen lesenswert ist, ist es dem anderen nicht.
Ein Forum ist keine Klassenarbeit.

Hahaha!

Volle Zustimmung.
Es hat hier eine Regulierungswut Einzug gehalten, die bereits an Prawdazeiten erinnert.
Wehe man fällt durch Spontanität, eine gewisse individuelle Frechheit oder gar Kreativität auf.
Gleich gibts eine auf die Pfoten.
Ein freies Forum muß sich selbst regulieren können.
Wenn es das nicht schafft, kann man es gleich schließen.

derStandard.at/Community
23
23.4.2012, 11:32

Hallo baroli,

warum werden Sie mit fixiertem Postingnamen und Profil nicht mehr spontan, frech oder kreativ sein können?

Da ich sowieso immer nur einen einzigen Nick verwendet habe, stört mich der fixierte Postingname überhaupt nicht.
Beim Profil will ich mir allerdings aussuchen können, was ich preisgebe und was nicht.
Gegen frei wählbare Offenlegungen wird wohl keiner etwas haben, gegen Zwangsbeglückungen aber sehr wohl.

derStandard.at/Community
73
23.4.2012, 12:02

Das künftige Profil ist zentraler Ankerpunkt für die Bemühungen, UserInnen hier im Forum Identität zu verleihen (und gleichzeitig Anonymität weiterhin zuzulassen). Das ist vor allem für alle LeserInnen im Forum wichtig, damit Relevanz und Glaubwürdigkeit einzelner Postings besser eingeschätzt werden können.

Und was Sie im Profil freigeben, bleibt Ihnen ja überlassen. Lediglich die Lese-Listen (also Follow-Beziehungen) und die Postings der letzten 30 Tage sind immer abrufbar; hindert Sie das wirklich daran, spontan, kreativ oder frech zu sein?

Da ich unter meinem Namen poste, habe ich

leicht ersichtlich kein Problem mit einer Identität.

Das Profil aber, wenn ich es richtig verstehe, gefällt mir nicht. Das Profil steckt den Poster in die Box.

Jemand der zu einem Thema in einer bestimmten Richtung denkt, wird zu einem anderen Thema nicht mehr gelesen, weil angenommen wird, dass seine Ideen in ihrer Haltung voraussehbar sind.

ZB: Jemand ist SPÖ Wähler, aber auch für eine freie Marktwirtschaft.

Passt nicht ins statistische Bild. Lese ich von der Person zum einen Thema, werde ich ihn zum nächsten vielleicht nicht mehr lesen...

Dabei sind aber meiner Ansicht nach nur echte Querdenker interessant, also jene, die sich selten an fremde Denkkonzepte in allen Punkten anlehnen.

Followe ich jemandem,

sind seine Postings auch 30 Tage abrufbar. Worin liegt denn der Unterschid? ICH jedenfalls kann ihn nicht erkennen.

Ihr wollt den UserInnen hier im Forum Identität geben. Aber will das außer Euch irgendjemand?

Wenn ich mir die Kommentare dazu ansehe, habe ich das Gefühl, die Idee eines Profils für jeden User, kommt nicht so gut an. Warum ist Euch das so wichtig?

derStandard.at/Community
95
23.4.2012, 16:58

Unser Ziel ist es, dass die Foren hier noch mehr zu einer Plattform für lebendige, interessante und einladende Dialoge werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür sind UserInnen, die nicht vollkommen unbekannt, gesichts- und geschichtslos sind; deshalb werden wir Profile einführen. Ein Literatur-Tipp in diesem Zusammenhang: "Das neue Netz: Merkmale, Praktiken und Folgen des Web 2.0" von Jan Schmidt.

Das Web 2.0 hat viele Seiten.

An derStandard.at schätzen die User, ab und zu (oder öfter) anonym ihre Meinung sagen zu können.
Was Ihr wollt, ist eine Community mit starker Bindung an das Medium. Das hat natürlich wenig mit lebendigen, interessanten und einladenden Dialogen zu tun, sondern hat geschäftliche Gründe.

Ich will weder wissen, wer mir folgt, noch will ich zwangsweise offenlegen müssen, wem ich folge.
Wozu soll das gut sein?
Am Tag vor der Einführung wird jeder, der sein wie auch immer geartetes Interesse an anderen Postern nicht offenlegen will, einfach seine Followerliste leeren.
Darauf wette ich.
Und wenn Sie mich schon zum wiederholten Mal fragen, was mich hindert, spontan zu sein:
Das ist die über Stunden verzögerte Veröffentlichung von Kommentaren.

Meine Frechheiten landen sowieso am Postingfriedhof.
Und zwar völlig unnachvollziehbar im Vergleich zu so manchem Müll, der ungehindert die Kontrollen passiert.

Man könnte

den Nick (Profil) noch dergestalt einrichten, daß ein Foto von einem unerläßlich ist, plus CV, Adresse und Telefonnummer.

Sie haben den Befund der letzten Gesundenuntersuchung vergessen und die Handschuhgröße.;-)

;o) Gut,

daß Sie mich daran erinnern, plus Familienstand, wie oft geschieden, wie viele LAP's (Lebensabschnittspartner), das 1. Mal ;o), Allergien... könnte beliebig fortgesetzt werden.

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