Neun Polizeischüsse auf Frau in Wien - Rekonstruktion am Tatort

17. April 2012, 15:19
  • Bei der Rekonstruktion der Tat waren der Polizist, der neun Mal auf die Frau geschossen hatte, und Zeugen vor Ort.

  • Die Schüsse wurden in diesem Haus in der Goldschlagstraße in Wien-Fünfhaus abgegeben.
    foto: apa/georg hochmuth

    Die Schüsse wurden in diesem Haus in der Goldschlagstraße in Wien-Fünfhaus abgegeben.

37-Jährige war von einem Polizisten lebensgefährlich verletzt worden

Wien - Die mehrfache Schussabgabe eines Polizisten auf eine mit Messern bewaffnete Frau Anfang März in Wien ist am Dienstag bei einer Tatrekonstruktion erneut untersucht worden. Der betroffene Beamte, aber auch Zeugen hatten sich mit Experten und Ermittlern am Vormittag in der Wohnung der Frau in der Goldschlaggasse in Wien-Fünfhaus eingefunden, um den Ablauf des Polizeieinsatzes noch einmal nachzustellen.

Die Frau dürfte in der Nacht auf den 7. März selbst die Feuerwehr gerufen und angegeben haben, dass es in ihrer Wohnung in der Goldschlagstraße brenne. Die Feuerwehr rückte, verstärkt durch Polizisten, zu dem vermeintlichen Feuer aus. In dem Haus hat es dann zwar nicht gebrannt, doch bereits im Stiegenhaus waren lautstarke Schreie einer Frau zu hören. Die Einsatzkräfte fanden schließlich die Wohnung, aus der die Schreie kamen, und öffneten gewaltsam die Tür.

Schüsse womöglich in mehreren Tranchen

Kaum waren die Polizisten in der sehr engen Wohnung, verstummten die Schreie plötzlich. Die Einsatzkräfte durchsuchten daraufhin die Zimmer nach der Frau. In der Küche waren die Wasserhähne aufgedreht und der Raum bereits leicht überschwemmt. Als Beamte die Tür zum Bad gewaltsam öffneten, dürfte die 37-Jährige umgehend mit zwei Küchenmessern auf den ersten Polizisten losgegangen sein.

Was dann passierte, ist noch nicht geklärt: Die Frau dürfte jedenfalls einen anderen Beamten attackiert haben, woraufhin ein Kollege - nachdem der Einsatz von Pfefferspray keinen Erfolg zeigte - das Feuer auf sie eröffnete. Insgesamt wurden neun Schuss auf sie abgegeben. Ersten Ermittlungen zufolge steht im Raum, dass der Polizist die neun Schuss nicht hintereinander, sondern in mehreren Tranchen abgegeben hat, da die 37-Jährige ihre Attacken nicht stoppte.

Polizist am Boden ausgerutscht

Laut der Anwältin des betroffenen Polizisten, Astrid Wagner, hatte der Beamte die neun Schüsse abgegeben, nachdem die "an einer Psychose leidende Frau" nach den ersten Treffern nicht reagiert hätte. Aus dem Akt gehe hervor, dass die in der Dusche kauernde 37-Jährige plötzlich die Schiebetür aufgerissen und sich in einem äußerst engen Vorraum zunächst auf den Kollegen ihres Mandanten gestürzt habe.

Dieser Polizist sei auf dem fünf Zentimeter unter Wasser stehenden Boden ausgerutscht und hingefallen, worauf sich die Frau über ihn gebeugt hätte. Offenbar in diesem Augenblick fielen die ersten Schüsse. Als andere Polizisten den Beamten weggezogen hätten, habe sich die 37-Jährige ihrem Mandanten zugewandt, worauf dieser neuerlich geschossen habe. Die Frau erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Notwehrüberschreitung. (APA, 17.4.2012)

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in einem bruchteil von sekunden gehts immer um

entweder sie oder ich.

wozu die vielen absperrungen am tatort?

ist der täter so gefährlich? hat er randaliert? haben seine sympathisanten vergeltung geschworen?

Heute ist der 24.4. , .....

...wann wird das Ergebnis bekanntgegeben?
Oder "bastelt" man noch daran?

Vienna Kitchen Massacre.

Es ist nicht der erster polizeilicher Amoklauf. Man sollte Ausstattung der Polizei mit Schusswaffen ernsthaft überdenken. Es gibt viele Alternativen die wirksam aber nicht tödlich sind.

Vielleicht sollte man die Polizei -

mit Schrotkugeln ausstatten, dann bräuchten sie nicht so oft zu schießen.

die spannendere Frage wäre eigentlich gewesen

wenn ich eh schon weiss die Frau hat ein psychisches Problem... warum muss ich da so unvorbereitet reingehen

DAS können Sie von der Polizei ....

...und schon gar nicht vom darunter wohnenden Polizisten "verlangen" - so wahr wir hier den Experten Nr. 1 glauben sollten.

Stellen Sie sich vor, die Polizisten wären nicht "reingegangen", und die Frau hätte sich selbst etwas angetan.
Dann hätte es mit Sicherheit geheißen: "Warum hat die Polizei das nicht verhindert? Die waren ja sogar dort."
Vor dem "Reingehen" wussten die Polizisten ja noch nicht, ob sich die Frau "nur" selbst etwas antun wollte, oder, wie es leider passiert ist, sich ihre Agression gegen andere (hier die Polizisten) richten würde.

und woher wussten die polizisten vor ort, dass diese frau ein psychisches problem hatte ? hellseher ? selbst wenn sie wussten, dass die frau psychisch beeinträchtigt ist, ändert das nichts am unmittelbaren einschreiten vor ort.

"Teasern", Handschellen drauf und ab in den Wagen.

So einfach wärs gewesen.

jemanden teasern, mit dem man im wasser steht? möcht ich nicht unbedingt ausprobieren.

Ist für den Anwender auch dann gefahrlos, da der Strom nur zwischen den beiden Elektroden fließt und keine Umwege durch das Wasser machen kann.

Leider falsch-bei so hohen spannungen sucht sich der auch andere wege.

Deshalb darf man auch keinen defibrilator verwenden, wenn der Pantient auf metall- oder nassen oberflächen liegt.

Warum soll die arme Frau noch gehänselt werden?

to tease = necken, hänseln
Die Elektroschocker hingegen werden von der Firma TASER hergestellt.

Manche der jüngeren weiblichen Exekutivbeamten haben durchaus Teaser-Potential, aber dem Rest der Truppe empfehle ich andere Mittel.

Genau, Teaser sind ja schon bei Kinofilmen weit verbreitet!

"[...] Boden ausgerutscht und hingefallen, worauf sich die Frau über ihn gebeugt hätte. Offenbar in diesem Augenblick fielen die ersten Schüsse."

Und wann kam jetzt der Pfefferspray zum Einsatz?
Wenn sich die Frau über den Polizisten gebeugt hat, kann man dann überhaupt (wie angegeben) zunächst auf die Beine schießen ohne den Kollegen zu gefährden (der wahrscheinlich die Hände schützend vor sich gehalten hat)?

Es gibt viele Fragen zu klären. Die Situation war sicher sehr angespannt und sicher nicht einfach zu lösen. Ich möchte jedenfalls nicht in so eine Situation kommen und die Situation war sicher schwer zu lösen. Die Geschichte ist mMn jedoch keinesfalls schlüssig und es wurden zu viele Versionen präsentiert, was Fragen aufwirft.

Mit heutiger Technik wäre es kein Problem, jeden Polizeieinsatz in Bild und Ton aufzuzeichnen.

Im Ausland machen das einige Polizeibehörden, in Österreich werden die Polizisten sich aber garantiert vehement dagegen wehren, die halten tendenziell gar nichts von objektiven Beweismitteln dieser Art.

So wie sich der Herrschaften schon seit Jahrzehnten...

...gegen das Tragen von Namensschildern wehren.
Früher gab es zumindest die Nummer, angehängt an einen Uniformknopf.
Bei Polizeieinheiten in anderen Ländern gibt es das Namenschild schon längst, bei uns gibt es sogar auf die Frage nach der Dienstnummer oft die Antwort 0815 oder 4711.
Übrigens gibt es bei einem Teil der Exekutive ( dem Bundesherr ) sehr wohl Namensschilder.

Die österreichische Polizei ist eine Organisation, die in der Bevölkerung nur beschränktes Vertrauen genießt und wenig tut, um das zu ändern.

Ich habe den Eindruck, dass gegen die schwärzesten der schwarzen Schafe derzeit intensiver vorgegangen wird, aber der Weg zu Vorzeigetruppe ist noch ein weiter....

2/3 der bevölkerung schenkt der polizei vertrauen... im standardforum mit den vielen paranoiden natürlich weniger
http://www.vienna.at/berufe-st... rn/3201389

Nicht böse sein, aber eine "Vertrauensstudie" von "Reader's Digest" ist eher keine Quelle mit hinreichender Seriösität.

Und selbst in dieser Studie liegt die Polizei mit 20 Prozentpunkten weit abgeschlagen hinter den anderen Blaulichtorganisationen wie Rettung und Feuerwehr.

Vertrauen sieht anders aus, vor allen in einem so sensiblen Bereich.

ja, kann man sehen wie man will. quellen anzweifeln ist leicht und ich könnt natürlich noch andere umfragen googlen, aber ich bin zu faul dafür.
und dass eine blaulichtorg, welche mit zwangsgewalt ausgestattet ist schlechter abschneidet als eine, die kleine kätzchen von bäumen und menschen aus brennenden häusern rettet... ist selbst erklärend
im internationalen vergleich herrscht auf jeden fall in österreich großes vertrauen in die polizei

http://www.vienna.at/berufe-st... rn/3201389

europaweit schneidet die polizei gut ab. auch haben 2/3 der bevölkerung vertrauen in die polizei.
ich denke, dass eher im standardforum gerne übertrieben auf die polizei gehetzt wird

Ich sehe, wir sind auf einer Linie! Auch ....

...die Hoffnung, dass sich bei der Polizei endlich etwas Positives tun wird, teile ich.
Ich möchte nämlich hier in Zukunft möglichst wenig gegen Prügelpolizisten, Rambos und andere polizeiliche Ungustln schreiben müssen.
Nur, das liegt nicht beim Bürger, das liegt beim Bürger in Polizeiuniform.

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