Brüssel schwebt höherer Dieselpreis vor

Clemens Triltsch, 17. April 2012, 14:36

Noch ist Diesel an der Zapfsäule billiger als Benzin. Geht es aber nach der EU-Kommission, könnte sich das bald ändern

Am Donnerstag stimmt das EU-Parlament darüber ab, ob die Besteuerung von Energieerzeugnissen im Europäischen Wirtschaftsraum geändert werden soll. Es geht darum, dass Treibstoffe in Zukunft auf Grundlage ihres Energiegehalts besteuert werden sollen, was bisher nicht der Fall war. Weil Diesel eine höhere Energiedichte als Benzin aufweist, würde das für Deutschland einen Anstieg der Steuer um 22 Cent bedeuten. Für Österreich wäre laut ÖAMTC mit einem Anstieg um 16 Cent zu rechnen, bis 2018 würde noch kein Änderungsbedarf bestehen.

Die Abstimmung im Parlament folgt einem Vorschlag der EU-Kommission vom 8. März. Zwar gilt seit 2003 eine Richtlinie zur einheitlichen Besteuerung von Energie, um Wettbewerbsverzerrungen vorzubeugen. Im Moment sind aber nur Mindeststeuersätze für Kraftstoffe und elektrische Energie festgelegt, die für das verbrauchte Volumen gelten. Mit der Neuregelung soll sich das ändern und eine Besteuerung der CO2-Emissionen und des Energiegehalt des jeweiligen Erzeugnisses eingeführt werden. Offizieller Hintergrund ist, dass die Steueränderung helfen soll, die Klimaziele der EU einzuhalten. Die geänderte Richtlinie soll ab 2013 gelten.

Bei der Abstimmung am Donnerstag handelt es sich allerdings um die erste Lesung. Das Parlament könne Änderungsvorschläge einbringen, dann gehe der Entwurf wieder zurück an die Kommission, sagt Elisabeth Brandau von der Abteilung Verkehrswirtschaft beim ÖAMTC. Wann sich wirklich etwas ändert, stehe "in den Sternen".

Kritik an höherem Dieselpreis

Ob die Maßnahme für fairen Wettbewerb sorgt oder die Energieeffizienz von Diesel darunter leidet, darüber gehen die Meinungen auseinander. Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank, glaubt im Gespräch mit derStandard.at nicht, dass die Preiserhöhung in dieser Form stattfinden wird. "Das würde sicherlich der Diesel-Nachfrage in Europa nichts Gutes tun. Man muss nur in die USA schauen, wo Diesel bei gleicher Besteuerung deutlich teurer ist als Benzin. Da mangelt es an Dieselfahrzeugen, die Technologie kommt in den USA nicht in die Gänge", sagt Weinberg.

Die Maßnahme würde vor allem für die Industrie eine Belastung darstellen, da der größte Teil der Binnentransporte in der EU weiterhin auf der Straße und nicht auf der Schiene stattfinde. Weinbergs Einschätzung nach ist eine Umsetzung unwahrscheinlich: "Im Moment, glaube ich, ist das noch in weiter Ferne."

Dieselboom durch Steuergeschenke

Der deutsche Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer ging zu Jahresanfang in einem Bericht von derStandard.at davon aus, dass der Dieselboom durch Steuergeschenke ausgelöst wurde. Die höhere Energiedichte sei ein zusätzlicher Vorteil. Er argumentiert deshalb für eine höhere Besteuerung: "Um den Wettbewerb zwischen den Kraftstoffen fair zu gestalten, müsste daher die Steuer auf den Liter Diesel höher sein als auf den Liter Ottokraftstoff." Zudem habe Diesel eine schlechtere Abgasbilanz, der Kraftstoff habe daher auch mehr Nebenwirkungen als Benzin.

Die Steuerreform hätte allenfalls für die Autofahrer teure Effekte. Die für die Abstimmung zuständige Berichterstatterin Astrid Lulling schreibt im Entwurf zur Änderung der Richtlinie, dass eine Anhebung des Preises mehr Probleme aufwerfen als lösen würde. Der Eingriff in die Preisgestaltung habe bedeutende Auswirkungen auf die 27 EU-Mitgliedsstaaten. In Deutschland könnte der Preisanstieg bis 2023 sogar 31 Cent pro Liter ausmachen. Auf der Ebene der Industrie sei das daher hinderlich. In Hinblick auf die Klimaziele "20-20-20" sei es allerdings ein wichtiger Beitrag, schreibt Lulling in der Stellungnahme. (Clemens Triltsch, derStandard.at, 17.4.2012)

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Wenn man den Titel mal genau liest:

"Brüssel schwebt höherer Dieselpreis vor"... das sagt doch schon alles aus über die Berichterstattung... könnte man auch lesen als "der Stadt Brüssel schwebt ein höherer Dieselpreis vor"

oder "Den Belgiern in Brüssel schweben....." etc

WIRKLICH schwache Darstellung eines komplexen und wichtigen Sachverhaltes!

Sorry Standard- das geht sicher besser als dieses Kr****-Zeitungs-Niveau!

Hmmm..

Unlängst habe ich in einer Zeitschrift für Automatisierung einen netten Bericht gelesen....
... Deutsche U-Boote können mehrere Wochen mit Brennstoffzellen unter Wasser bleiben... Tja, bei Waffen sind sie schnell, bei Steuern sind sie schnell...
Doch wenn es um Ihre Arbeitgeber (Volk) geht, da geht nix mehr weiter.... Tja... tja... tja

sollte aber sogar armen wie ihnen einleuchten, daß es technisch einen wesentlichen unterschied macht, ob ich ohnehin in wasserstoff schwimme oder nicht

gähn...

... beste Grüße

ja, ich sehe, ich habe sie maßlos überschätzt

gähn²...

.... beste Grüße

Ich vermute, die meisten von uns werden nicht so viel Geld ausgeben wollen, wie ein entsprechender Antrieb kostet.

Ein sehr guter E-Motor (z.B. Scheinläufer nur 30Kg bei 100kW) kostet ca. Eur 5.000,- normale Ac Motore zwischen 2.000-4.000Eur (allerdings ca 60-70Kg) , wesentlich billiger (und auch leichter) als viele hochtechnisierte Verbrennungsmotore mit Turbo, Kat, Einspritzanlage, CommonRail, etc...

das teuere sind derzeit noch die Lith-Ion Batterien... das war am Anfang bei den Handys auch so (und hat sich geändert)! - aber die kann man leasen.

ja ja die Heftlleser

Sie könne natürlich bereits emissionsfrei fahren, wenn Sie sich das leisten können!

Keine Sorge, selbst die Naivsten merken inzwischen, würde man den technischen Fortschritt für die Menschen nützen, hätten wir längst die 20h Woche bzw. 3 Tage-Arbeitswoche.
Lange können uns die oberen Herrschaften wohl nicht mehr ausnutzen und verar..en.

es geht nicht um faulheit, sondern um umwelt

Haben wir eh.
Ich bin in einer Umgebung aufgewachsen, wo noch körperlich gearbeitet wurde und der Wunsch von vielen war, das nicht mehr tun zu müssen.

Wieder ein Grund, oder besser ein Grund mehr, aus diesem Idiotenverein EU auszutreten. Punkt.

Dieser unbeliebte Vorschlag spricht für die EU. Hier in Österreich würde sich das kein Politiker sagen trauen. Da finde ich die EU-Komission, die auch unbeliebte Dinge vorschlägt, eindeutig besser.

Austritt aus der EU?

Nur weil die EU dafür eintrittdie Spritb esteuerung gerechter, nämlich nach dem energieinhalt des Treibstoffs zu gestalten. Eneriginhalt ist der Energie oder das Arbeitsvermögen, das in einem Liter des Treibstoffes steckt. Beispielsweise wieviele Liter Wasser mit einem Liter Tribstsoff um 1°C erwärmt werden können.

das hat nun auch so gar nix damit zu tun.

Wenn wir aus der EU austreten können wir die heimische U-Boot-technologie für den Strassenverkehr nutzen - oder was ?! *g*

Nein, das war schlicht die Antwort auf "Brüssel schwebt höherer Dieselpreis vor".
So gut die Idee eines vereinten Europa auch war, das Ergebnis nach rund einem Jahrzehnt ist schlichtweg katastrophal.

Das vereinte Europa gibt es jetzt schon viel länger. Österreich ist erst kurz dabei.

Und da noch immer neue Länder beitreten wollen habe ich den Eindruck, es ist hier noch immer besser, als draussen zu sein.

blöd werdens hier erstmal schauen, wenn Sie tatsächlich mal rausgeworfen werden....rundherum ständig den Pass herzeigen können, überall in der Nachbarschaft versuchen Geld zu wechseln z.B. am Wochenendausflug nach Grado (das dann sicher keiner mehr will -v.a. nicht am Wochende wechseln) und stundenlanng überall beim Zoll stehen!

Und eine höhere Inflation haben als in der Rest-EU wegen der Einfurhzölle, na ich freu mich schon! *g*

Dann betteln und jammern alle wieder nach der EU!

Wenn jemand in die Schweiz fährt oder von derselben kommt höre ich auch keinen jammern.
Sinnlose Panikmache.

Soweit kommt es aber nicht. Die Gegner sind zwar sehr lautstark, aber nur sehr wenige, wie man immer wieder bei Wahlen feststellen kann.

es ist auch nur eine journaliste Interpretation- besser den Text direkt lesen- link ist im Artikel oben versteckt!

es geht um was ganz anderes!

Solange

bei uns Steuer auf eine Steuer zu zahlen ist (Mwst auf die Möst), ist jede Diskussion von wegen gerechter Steuern irrelevant

oder Mwst auf NOVA + CO2;-)

Das Problem

Mehrwertsteuer auf Möst gilt bei Benzin und Diesel, macht somit keinen Unterschied. Für mehr energiinhalt weniger Steuer zu zahlen, wie es derzeit dder Fall ist, ist aber sicher ungerecht und heute durch nichts zu rechtfertigen. Der Grund für die unterschiedliche Besteuerung war nach WKII der Umstand, dass nur Handel uns Insustrie Dieselfahrzeuge hatte und diese gefördert wrden mussten. Eine Förderung LKWs und Privatfahrzeugen (50% der PKWs sind Diesel-PKW) ist sicher widersinnig, insbesonder im Hinblick auf die gesundheitlichen Schädigungen die durch moderne Dieselfahrzeuge (Stichwort: lungengängiger Feinruß).

Gemüse von Spanien nach Wien ca. 3.000 km.
Verbrauch Lkw 35 l/100km ergibt 1050 l Diesel.
Erhöhung um sagen wir 50 cent ergibt €525,-, die auf den Endpreis der Lebensmittel aufgeschlagen werden muss. Aufgrund dessen wir sich der Handel auch ein bisschen was genehmigen und schon kommen wir dem Inflationsziel von 8% schon wieder ein bisschen näher. Wenigstens werden die Schulden so auch weniger.

und dann haben endlich unsere eigenen Gemüsebauern faire Anbaubedingungen, erst dann sticht ihr Preis. Wenn wir noch überhaupt genug Anbauflächen haben.

mein traktor fährt weder mit wasser, noch bringe ich das gemüse per handkarren zum markt...

braucht Ihr Traktor mehr Treibstoff wie ein LKW oder Flugzeug mit Tomaten aus Spanien? Ist der Weg vom Fruchtgroßmarkt zum Markplatz kürzer als Ihr Weg vom Hof zum Marktplatz? Für so kurze Entfernungen ... da wäre ein Elektroauto genau richtig. Nehmen Sie dazu nicht den Traktor.

es gibt hervorrangende (und auch coole) E-Transporter, geschlossen, offen mit pritsche, mit und ohne Allrad... demnächst auch den Renault Kangoo als Z.E.

In London schon sehr üblich und effizient unterwegs!

z.B. http://www.alke.com/de-de/ele... orter.html

völlig richtig, und so wird es auch laufen. Warum soll man der Entwicklung der E-Autos nicht eine vergleichbare Zeit zugestehen, die das Ottomotor-Auto gebraucht hat? Auch die Benzin-Autos konnte sich früher nur der Geldadel leisten.

Nutzlast eines LKW: je nach Art natürlich unterschiedlich, gehen wir mal konservativ von 10 Tonnen aus. 10 Tonnen Äpfel = 10.000 Packungen a 1kg 525/10000= 5 ct pro Kilo Äpfel Mehrpreis. Und das soll eine große Belastung darstellen?

Naja, wenn sie es bei 1kg Äpfel belassen nicht so arg. Außer natürlich für Menschen die bereits heute jeden Cent umdrehen müssen. Aber auch Fleischwaren (Schweine werden vornehmlich aus Dänemark geholt), Milchprodukte,...aber was red ich, solange in Österreich noch Schnaps gemacht wird.

Wenn die Leute auch bei jeder Schachtel Zigaretten den Cent umdrehen würden, wären wir einen Schritt weiter.

... und der LKW bleibt dann in Wien

... und muss nicht zurück fahren?

Wie man es auch immer nimmt, die Erhöhung bei 10 Tonnen Fracht/LKW beträgt dann 5ct/ Kilo. Ich weiß nicht, wieviel Kilo an Ferntransport Ware man in der Woche so konsumiert, ich persönlich schätze meinen Konsum mit weniger als 10 Kilo Auslandsware (und da gehe ich davon aus, dass jedes Kebab, jeder Burger, jede Frucht, die ich nicht im Supermarkt kaufe aus dem Ausland kommt. Wenn das alles aus Entfernungen wie Spanien kommt, kostet mich der Spaß im Monat 2 Euro mehr. Naja, das kann kein Argument gegen irgendwas werden....

Und stell dir vor: Würden die Menschen gratis arbeiten, müssten wir im Supermarkt gar nix bezahlen!

Drum heimisches Gemüse kaufen... gibts überall!

... sogar beim Hofer.

Nur fair, wenn der irrsinnige Transport quer durch Europa für billige Tomaten heftig besteuert wird!

Ist ja eh heftig besteuert. Um die hohen Treibstoffpreise die vor allem aus Steuern bestehen, geht es hier ja.

Höherer Dieselpreis

statt Bahn und Container - super!

Mal wieder eine provokante These von mir:

Nichtraucherschutz und rauchfreie Lokale und rauchfreien öffentlichen Raum gibt es ja bereits auch!

Warum muss ich als Elektroautofahrer in Zukunft noch immer überall Eure Abgase einatmen?!

Eigentlich gehören Abgase im öffentlichen Raum (Strassenverkehr) genauso verboten! ;-)

Die Feinstaubbelastung im Freien trotz PKW-Verkehr ist verglichen mit einem verrauchten Raum zu vernachlässigen.

Weil Ihre Abgase nur an einem anderen Ort erzeugt werden

Habe/tanke Ökostrom und in Österreich gibts hauptsächlich Wasserkraft... wo gibts da Abgase?!

woran erkennen SIE

das sie ökostrom tanken? ist der grün wenn er in ihr auto fließt??

an meinem Vertrag mit dem Lieferanten Ökostrom!

@W32_Agobot: ausserdem... Sie dürfer ja auch gerne woanders rauchen...

... nur eben nicht wo Nichtraucher gestört werden!

dann setz dich eben in dein auto und fahr nach italien - oder soweit in diese richtung wie du eben kommst...

HÄ?

... und was genau hat das damit zu tun? Andersdenkende raus- oder was?!

Jetzt mal gaaanz vorsichtig!

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