Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Die Kuh hat ein Flotzmaul: Das bedeutet, dass die immer feuchte Nase und die Oberlippe zusammengewachsen sind.

Die Kuh sieht nur Schatten, ein ausgeprägter Geruchssinn kompensiert dieses Defizit bei der Nahrungsauswahl.

Das Euter hat eine innere Oberfläche, etwa vergleichbar mit einer Lunge und von der Größe eines Fußballplatzes.

Mit seinen Hörnern kommuniziert das Tier und versucht, Konflikte zu vermeiden.

Am Hang steht die Kuh gerne etwas aufwärts, da sonst ihr riesiger Pansen auf Herz und Lunge drücken kann.

"Das tiefe Interesse am Tier ist eine Bringschuld des Menschen, der mit Tieren arbeitet", sagt Martin Ott. Der Biobauer und Mitleiter des Guts Rheinau, einem der größten Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz, hat daher eine Mission: Er will den Menschen das Wesen dieses sensiblen Nutztiers näherbringen. Deshalb griff er zum Tonbandgerät, um seine Gedanken festzuhalten. Dem daraus entstandenen Buch "Kühe verstehen" ist die Spontanität der Mündlichkeit anzumerken, sie schadet ihm aber nicht.
Wenn man Leben und Kommunikation der Kühe studiert und ihnen ein artgerechtes Leben ermöglicht, steigern sich zudem Milchertrag und Gesundheit der Tiere. Die Entwicklungsgeschichte zeige, dass die Domestizierung der Kuh und das Sesshaftwerden der Menschen zusammenfallen: Mit ihrer einzigartigen Verdauung vermittle sie allen und allem um sie herum Rhythmus, wie ein Metronom: "Die Kuh hat uns die Kultur des Verharrens gelehrt." So seien die Kühe zum Beispiel auch nach Jahrhunderten im Stall noch mit dem Wetter und den Rhythmen der Natur verbunden: Ein, zwei Tage vor herannahenden Kaltfronten packt sie ein Heißhunger. Eine Erklärung dafür wäre, meint Ott, dass bei Schnee die Futtersuche erschwert wird.
Die Kuh verdient Besseres
Die Kuh ist das einzige Tier, das am gleichen Ort fressen und ausscheiden kann und damit den Boden auch noch nachhaltig verbessert. Doch nur die richtige Anzahl von Rindern gebe dem Boden Kraft, ein Gleichgewicht von Humusaufbau und -abbau zu finden. Ihr über Tage im Wiederkäusystem gepflegter Pflanzenbrei kann als Dünger verwendet werden.
Hier übt Ott Kritik an der gegenwärtigen Art der Landwirtschaft oder "Agrar-Aggression", wie er sie nennt: "In den vergangenen 50 Jahren sind Ackerböden von der Gesamtfläche Indiens zerstört worden. Wir sind also durch die moderne Landwirtschaft daran, die Technik der verbrannten Erde global wieder einzuführen, nachdem wir sie lokal mit Hilfe der Kuh einmal überwunden haben."
Die Zukunft der Milchproduktion sieht Ott nicht in der Massentierhaltung: "Kühe sollen nicht in dumpfe Ställe eingesperrt sein, ohne Kontakt zu den Menschen. Das Tier verdient Besseres, als auf seine Funktion der Nahrungsmittelproduktion für den Menschen reduziert zu werden, um anschließend in Schlachthöfen noch als Rohstofflieferant zu dienen."
Asymmetrisch, aber trotzdem gut gebaut
Daher widmet sich der biodynamische Landwirt über weite Strecken des Buchs der Physiognomie des Nutztiers, die Aufschluss über ihre Bedürfnisse gibt. Pferde- und Viehzüchter nennen Tiere, die einen anmutigen Ausdruck haben und in ihrer Gesamtheit etwas Schönes ausstrahlen, ein Tier "mit viel Sonntag". Dafür gebe es klare Richtlinien. Eine gute Kuh etwa hat drei Dimensionen: Sie ist lang, tief und weit.
"Lang" bezeichnet den Abstand zwischen Vorder- und Hinterbeinen und "tief" den Abstand zwischen Rücken- und Bauchlinie. "Weit" ist auf den Brustumfang und das Becken bezogen. Eine Kuh reagiert auf reduzierte Grundmuster und nicht auf komplexe Bewegungen. Das ist auch der Grund, warum ein Stier ein vor ihm ruhendes Rechteck besteigt, egal ob es sich um einen Gummibock in der Besamungsstation oder eine Kuh handelt.
Das Horn als Kampfvermeidungsinstrument
Der einzige Körperteil, der sich bei der Kuh diesem rechteckigen Grundmuster entzieht, ist das Horn. Je nachdem, wie das Tier seine Hörner hält - etwa selbstbewusst über dem Körperrechteck oder zum Angriff gesenkt -, kommuniziert es ständig mit den Artgenossinnen. Ott nennt es das "ununterbrochene Flüstern im Stall". Die Hörner sind also keine Kampfinstrumente, wie viele Laien annehmen, sondern Instrumente, um den Kampf zu vermeiden.
Sensible Dickhäuterin
Kühe haben eine stärkere Haut als Menschen, aber auch als Pferde, Schweine, Hunde oder Katzen. Sie ist am ehesten vergleichbar mit der Hornhaut auf unseren Fingerkuppen. "Wenn man sich so in die Hornbildung der Kuh hineindenkt, spürt man, wie die Kuh ihre starke Sensitivität an der Außenseite ihres Körpers mit der Hornbildung reguliert", meint Ott.
Um die Kuh noch besser zu verstehen, lohne es sich, von hinten einen Blick auf sie zu werfen. Dabei fällt ihre Asymmetrie auf: Auf der rechten Seite ist bei trächtigen Tieren die Hauptauswölbung, eher gegen unten hin. Links wölbt sich der Bauch in der Mitte. Das liegt daran, dass der erste Pansen mit dem riesigen Futtersee links liegt. Auf der rechten Seite befindet sich das Kalb, das man ab dem siebenten Trächtigkeitsmonat, manchmal sogar früher, erkennen kann.
Eigentlich sei die Kuh ein großer Bauch mit Gestell, urteilt Ott. Durch Züchtung sei er noch größer geworden, da der Pansen viel Volumen haben soll, um immer mehr Futter aufnehmen zu können. Beim Grasen verfolgt die Kuh zwei Techniken: Größere Grasbüschel umfasst sie mit ihrer Zunge wie mit einer Schlaufe und reißt sie ab. Kurzes Gras wird mit den Lippen abgeknabbert.
An der Unterlippe beginnt sofort das Fell. Kleine silberne Tasthaare übernehmen beim Fressen die Funktion der Augen. Die Kuh sieht nicht wirklich, was sie frisst, denn das Gesichtsfeld ist im Bereich des Mauls nicht scharf. Ein guter Geruchssinn kompensiert dieses Defizit zusätzlich. Eine 600 Kilogramm schwere Kuh kann bis zu 200 Kilogramm Gras oder Heu und Wasser pro Tag fressen. Wegen ihres großen Magens stehe die Kuh daher am Hang immer aufwärts, da er sonst auf Herz und Lunge drückt.
Gewitter im Magen
Dieser erste von vier Mägen hat ein Volumen von 140 bis 200 Litern und wird mehrmals täglich gefüllt. Die Gärung, die dort stattfindet, ist so intensiv, dass sie dauernd vom Organismus der Kuh gesteuert und beruhigt werden muss. Das wird durch eine ständige Umwälzung gelöst. "Man kann das hören, wenn man an der linken Seite der Kuh das Ohr an die Bauchwand legt. Es hört sich an wie ein Gewitter", erzählt Ott.
Ein untrügliches Zeichen, dass etwas gesundheitlich nicht stimmt, ist, wenn dieses Geräusch aufhört. Tödlich kann es werden, wenn der Futtersee in der Kuh höher zu liegen kommt als der Gasausgang durch die rettende Speiseröhre. In diesem Fall muss der Kuhbauer mit einem "Trocar" von außen ein Loch in die Bauchwand des Tieres stechen. Dadurch kann die Gasblase entweichen und die Kuh wird buchstäblich vor dem Platzen bewahrt.
Die Feinschmeckerin im Loop
"Die Kuh tanzt also gewissermaßen auf einer Explosionsgärung, auf einer potenziellen Gasexplosion, die sie dauernd kontrolliert und im Zaume hält." Dafür ist auch das Wiederkäuen notwendig. Bis zu acht Stunden am Tag ist die Kuh damit beschäftigt. An dem Ort, wo die Speiseröhre in den Pansen mündet, befindet sich die sogenannte "Haube". In diesem sehr muskulösen Teil des Pansens werden einzelne Portionen wie kleine Kugeln gebildet, etwa nussgroß, die mit einer kleinen Würgebewegung wieder die Speiseröhre hinaufbefördert werden.
"Wenn man die Kühe dabei beobachtet, sieht man sofort, dass diese Würgebewegung nicht mit Unwohlsein gepaart ist, sondern im Gegenteil mit einem starken, wohligen Zufriedenheitsgefühl", erklärt Ott. In diesem Moment wird die Kuh zur Feinschmeckerin des Bissens, den sie beim ersten Mal hastig verschlungen hat. Pro Tag produziert sie dafür etwa 120 Liter Speichel. "Wir können richtig neidisch werden. Sie kann ihre feinen Bissen hinauf- und hinunterschlucken. Ein menschlicher Feinschmecker würde unter Umständen viel dafür bezahlen", scherzt Ott.
Und hier liegt das Geheimnis der Kuh: Wolle man sich mit dem Wesen der Kuh verbinden, gelingt das besser über ihre Verdauung. Ott meint dazu: "Das Füttern der Kuh ist vergleichbar mit dem Reiten eines Pferdes. Die hohe Kunst der Kuhfütterung ist vergleichbar mit dem, was die Wiener Hofreitschule beim Pferd entwickelt hat."
Cashcow
Das wirtschaftlich wohl wichtigste Körperteil ist das Euter. Einerseits soll es möglichst groß sein, andererseits aber gut mit der Bauchwand verbunden. Das bedeutet, dass es durch starke Bänder imstande ist, die darin enthaltene Milch auch zu tragen. Denn anders als andere Säugetiere haben Kuh, Milchschaf und Milchziege die nützliche Fähigkeit, die Milch einen Tag im Euter zu speichern, ohne dass sich dieses entzündet oder die Milch schlecht wird.
Euterentzündungen sind jedoch eine der häufigsten und gefährlichsten Krankheiten unter Milchkühen. Eine durchaus gängige Praxis, um Entzündungen weiter vorzubeugen, ist die Verabreichung von Antibiotika direkt durch den Zitzenkanal in das Euter. Einmal eingedrungene Krankheitskeime sind schwierig zu eliminieren, da ein baumartiges Netz von Milchgängen miteinander verbunden ist und es sich um keine glatte Oberfläche handelt. Ott analysiert: "Wenn man sich die Verkaufszahlen der Antibiotika hochrechnet, welche die Firmen bekannt geben, muss davon ausgegangen werden, dass jede Schweizer Kuh einmal im Jahr eine richtige Intensivbehandlung bekommt."
Aber es geht auch hier anders: Bei den rund 60 Milchkühen im Gut Fintan wurden seit mehr als acht Jahren keine Antibiotika mehr in die Euter gespritzt. "Es ist möglich, mit sanfter Homöopathie und großer Aufmerksamkeit hier andere Wege zu gehen, wir haben Beweise", schreibt Ott. So sei es auch an der Zeit, dass Bauern, die diese Wege gehen, bessere Preise bekommen.
Die Zukunft der Milchproduktion
Die Zukunft sehe er in einer Partnerschaft zwischen Tier und Mensch. So wird es auch auf dem Bio-Gut Rheinau gehandhabt: "Der Mensch dankt der Kuh ihre Leistung, indem er ihr verantwortungsvoll ein Leben in Würde ermöglicht." Und Würde setze voraus, dass das Tier einen Eigenwert zugesprochen bekommt, der über den Wert der gelieferten Rohstoffe hinausgeht. (Julia Schilly, derStandard.at, 23.4.2012)
Weitere Informationen
Gut Rheinau ist einer der größten Landwirtschaftsbetriebe der Schweiz. Es wurde 1998 für 30 Jahre an die Stiftung Fintan verpachtet und gehört dem Kanton Zürich an. Der 140 Hektar große Betrieb wird von vier Familien biologisch-dynamisch bewirtschaftet. Am Hof wird neben Milch auch Fleisch, Gemüse, Kartoffeln, Obst, Wein und Saatgut für Getreide und Gemüse produziert. Zur Stiftung Fintan gehört auch die Sativa Rheinau AG, die biologisches Saatgut produziert und vertreibt. Zusätzlich wird praktische Forschung in den Bereichen Boden- und Landschaftspflege, Pflanz- und Saatgutproduktion, Pflanzengesundheit, Nahrungsmittelqualität, Tiergesundheit und Tierzucht betrieben.
Martin Ott: Kühe verstehen. Eine neue Partnerschaft beginnt
Verlag Fona 2011
176 Seiten
31,90 Euro
Der indonesische Schlangenhändler Wakira lässt täglich etwa eine Tonne der Reptilien schlachten und entkommt dadurch der Armut
Jedes Jahr im Frühling wird den Nutztieren aus der Familie der Kamele eine Körperglatze verpasst
Wenn der Bulle seiner Arbeit nachgeht: Alltag auf einer Besamungsstation in Oberösterreich
Für zwei Milliarden Menschen sind Insekten Teil ihrer Ernährung
Ziel ist es, den ökologischen Fußabdruck der französischen Hauptstadt zu verringern
Hühner für Rewe-Eigenmarke dürfen langsamer wachsen und bekommen Dauergockel
Zu Ehren des Heiligen Antonius springen spanische Bauern durch eine Wand aus Feuer
VGT vermutet Käfighaltung und Konsumentenbetrug - Landwirtschaftskammer sieht hingegen "Voliere als Form der Bodenhaltung"
Maßnahme soll Konsum der am wenigsten umweltverträglichen Sorten eindämmen - Steuer etwa 1,50 Euro pro Kilogramm Rindfleisch
Experten befürchten Verschlechterung der Kontrolle - Kritik an nicht erfolgte Vertragsverlängerung
Der "Söckibär" liegt im Trend: Seit 1945 gab es in Oberösterreich noch nie so viele Schafe. Und längst haben Großzüchter den Hirtenstab an Private weitergereicht: Immer mehr Grundbesitzer lassen heute määähen
Kunststoff-Gemisch wird auch für Golfschuhe und transsibirische Eisenbahn verwendet
Unangekündigter Behörden-Rundgang am Heldenplatz: Teilweise Vernachlässigung der Pferde
Erst ab 2033 darf kein Betrieb mehr seine Muttertiere in den körpergroßen Käfigen einsperren
Geschmuggelte Welpen, pensionierte Zirkuspferde und lebensfrohe Masttiere leben in der Pfotenhilfe Lochen
Das neue Buch "Ziegen. Freundliche Querdenker" porträtiert die eigenwilligen Paarhufer
Bis 2050 wird sich die Produktion von Fleisch verdoppeln - Die Kosten tragen vor allem die Entwicklungsländer, sagt Wissenschafter Martin Schlatzer
Vegetarisch essen ist gesünder, besser für die Umwelt und könnte langfristig die Ernährung für alle sichern, meint Wissenschafter Martin Schlatzer
dass die Bio-Bauern es übers Herz bringen diese wunderbaren Lebewesen (wie im Artikel beschrieben) dann zu schlachten - sogar vor Kuhbabies machen sie nicht halt.
Das wäre so wie wenn ich unseren Hund auf den Griller werfe.
Es ist ganz simpel. Wer Tiere liebt isst und schlachtet sie nicht.
Es ist nicht einzusehen, wieso alte robuste Rassen einfach nicht mehr gehalten werden, nur weil vielleicht der Euter nicht "zum Boden reicht". Wir haben einen Milchsee! Wozu braucht also die Wirtschaft solche Euter???
Seit tausenden Jahren hat die Kuh ihre Hörner, aber nein seit ca. 10 Jahren werden sie weggebrannt weil irgendwelche Dep pen das den Bauern einreden. Wie beschrieben, dienen sie bei uns primär der Kommunikation, die Aggressivität der Wildrinder wurde längst weggezüchtet! (Hätten die Schafe noch ihre früheren Hörner, wären Wölfe auch ein geringeres Problem!)
Kühe sind soziale Wesen, denen man weder Bullen gönnt, denen man nach der Geburt ihre Kinder wegnimmt und wegsperrt - und bei uns nicht mehr auf die Weide lässt. WARUM?!
In unserer Gegend ist es derzeit so, dass auf der einen Seite viele Betriebe aufgeben, auf der anderen Seite die wenigen verbleibenden ihren Bestand massiv aufstocken. Wer früher unter 20 Stk hatte, hat jetzt über 70. Der Hauptgrund dafür ist, dass sich ab dieser Anzahl ein Melkroboter rechnet. (Obwohl "rechnen" relativ ist, viele dieser Betriebe zahlen 30 Jahre an diesen Investitionen.) Und dann ist halt nix mehr mit Weide. Obwohl manche Molkereien in der Schweiz jetzt schon keine Milch mehr nehmen, die mit AMS (automatischen Melksystemen) gewonnen wurde. Allerdings nicht aus Tierschutz-, sondern aus Qualitätsgründen.
Robuste, alte Rassen werden sehr wohl gehalten, und sind sogar in manchen Gegenden zur Erzeugung von Rindfleisch bester Qualität sehr beliebt. Ob sich das aber auch im Fleischpreis niederschlägt? Googeln Sie doch mal......Tuxer, Murbodner, Sprinzen, Tiroler Grauvieh, Pinzgauer, Ennstaler Bergschecken, Gelbvieh.....
Milchsee? wo ist er denn?
Die Milchmenge unterliegt in Menge und Preisgestaltung dem Angebot und der Nachfrage, wie jedes andere Produkt in einer halbwegs freien Wirtschaft auch. Da bleibt nix übrig.
Wieso sollte man Rassen halten, die recht wenig Ertrag bringen?
ohne Hörner sind Kühe viel gemütlicher - leider gibt es das Gesetz es selber zu tun, das ist gemein - unsere Tiere werden vom Tierarzt mit Narkose enthornt - das Kälbchen trinkt am Abend wieder - unsere Tiere dürfen auf die Weide - unsere Kälbchen trinken in Sichtweite von der Kuh - wissen sie, wenn man die Kälbchen nach 5 Wochen nicht mehr zu Kuh kann, dann weint die Kuh tagelang nach dem Kälbchen - bei uns sieht die Kuh ihr Kälbchen, schleckt sie beim Weidegang ab, am Abend wieder und so geht das ohne weinen ab - wir sind noch ein normaler Bauernhof - aber bei Masse ist das Tier nur noch ein Ding und das ist abzulehnen
Auweia!
Jetzt wundert mich nicht mehr, warum Sie mit dem Milchverkauf an professionelle Verarbeiter aufhören. Haben Sie festgestellt, dass niemand für die lieben Geschichten zahlt?
Ich bin ja recht offen für alles und biete jedem an, der mit irgendwelchen besonderen Wünschen daherkommt, wie er gerne die Tiere gehalten hätte, von denen er Fleisch und Milch bezieht, dabei zu helfen, einen entsprechenden Bauern zu finden, der die Tiere wunschgemäß hält. Ich müsste nur genau wissen, wie die Vorstellungen ausschauen und über welchen Zeitraum wie viel davon abgenommen wird. Weil ich überzeugt bin, dass sich für jeden Wunsch ein Produzent findet.
Ich habe noch nie auch nur ein einziges Angebot bekommen, wo man über den Preis diskutieren könnte.
in meiner nähe gibt es eine glückliche kuhherde(mutterkuhhaltung). da sind alle altersklassen versammelt u. es ist eine freude zu sehen, welch stark ausgeprägtes sozialverhalten diese tiere haben wenn man sie lässt.
besonders trollig finde ich es, wenn sie sich reihenweise bei der kuhbürste anstellen um sich genüsslich den rücken zu kratzen.
Kühe sind sehr soziale Wesen, die sich sogar zum Melken selbst zum Automaten begeben - wenn man sie lässt, 3x/Tag. Sie sollten einen Stall haben, wo sie selbst raus (auf eine Weide) und wieder rein (nachts, Schlechtwetter) gehen können. Freilauf.
Und wenn schon Schlachtung, so rasch und schonend wie irgend möglich. Warum kostet Rind-und Schweinefleisch kaum mehr als vor 25 Jahren, wo sonst alles 3-4x mehr kostet?? Alles Dumping zu Lasten von Bauern und das Wohl der Tiere, zu Gunsten von tierquälerischen Massetierhaltern, Transportfrachtern und Riesenschlachthöfen.
viel Vergnügen!
http://www.sturmlechner.at/fotos/bri... chafekuehe
aber ich würde mir wünschen, wenn Milch auf den Markt käme, die von Rindern erzeugt wird, bei denen die männlichen Kälber nicht automatisch geschlachtet werden.
Ich wäre jederzeit bereit, den doppelten Preis für solche Milch zu bezahlen.
Wo passiert es dass männliche Kälber sofort nach der Geburt geschlachtet werden? Bitte erbringen sie einen Beweis dafür. Halt, in manchen Gegenden NRWs galt früher Kalbfleisch von einem Kalb das nie selber Milch getrunken hat als Delikatesse für besondere Feste. Aber dieser Brauch soll auch schon lange abgekommen sein. Aber hauptsächlich deshalb weils angeblich sehr fad schmeckt.
Wo schrieb ich "sofort nach der Geburt"?
Ich meinte natürlich ein System, in dem die Rinder, egal ob männlich oder weiblich, auf einer Wiese grasen, ohne viel Drangsal leben dürfen und nicht alleine auf monströse Milchmengen hin gezüchtet und behandelt werden. Den Mehrpreis wäre mir persönlich solche Milch jedenfalls wert.
Manchmal ist es schon recht mühsam, wenn Postings absichtlich falsch interpretiert werden.
Ich bin sicher, Sie werden einen Bauern finden, der das so macht, wie Sie es wollen. Nur mit dem doppelten Preis wird es nicht getan sein. Preisunterschiede von 100% gibt es jetzt schon bei normaler Milch im Supermarkt.
Das ist ja eines der Probleme zwischen Konsumenten und Bauern. Erstere würden gerne vorschreiben wie sie zu produzieren haben, sind aber nicht bereit dafür den Preis zu zahlen.
Also: Doppelter Preis für diese Milch ist lächerlich. Wenn Sie das zehnfache zahlen, mache ich mich selber bei entsprechender vertraglich vereinbarter Menge gegen Provision auf die Suche und organisiere Ihnen einen Bauern der das so macht.
Es ist lächerlich, weil die Bauern bestenfalls 5-10% des Milchpreises im Supermarkt bekommen, d.h. ein paar Cent/Liter, d.h. viel zuwenig! Doppelt hieße, ein paar Cent mehr.
Den Rest vom Kaufpreis stecken Milchindustrie, Transportunternehmen und vor allem unser Lebensmittel-Monopolisten-Händler in die Tasche. Und 10% der Staat.
Ein paar Cent? Sie haben keine Vorstellungen und noch nie mit einem Bauern darüber gesprochen, stimmts?
Die Milchpreise liegen derzeit über 30 Cent pro Liter. Wenn sie darunterfallen hören viele Bauern zu produzieren auf. Von dem was Sie im Supermarkt bezahlen für die Milch kommt eigentlich ein recht großer Teil bei Bauern an. 30-50% würde ich schätzen.
..habe ich das so angenommen. Ja, es geht in der Mutterkuhhaltung recht friedlich zu wenn auch die männlichen Kälber mit ihren Müttern grasen. Aber....da ist nur ein Stier, wenn überhaupt ,dabei, der Zuchtstier. Die kleinen Buben sind allermeistens Kastraten, also Ochsen. Sonst wär dort der Teufel los.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.