Handel und AK uneins über Österreichaufschlag

17. April 2012, 12:10
  • In Österreich ist der Einkauf oft erheblich teurer: Ein der Gründe der immer wieder genannt wird, ist die kleinteilige heimische Landwirtschaft.
    foto: apa/litzlbauer

    In Österreich ist der Einkauf oft erheblich teurer: Ein der Gründe der immer wieder genannt wird, ist die kleinteilige heimische Landwirtschaft.

Der Handel hinterfragt die Preis­ver­gleiche der Arbeiterkammer zwischen Österreich und Deutschland und tischt Gründe für ihr Bestehen auf

Wien - Wien ist hinsichtlich der Lebensmittelpreise teurer als Berlin. So hieß es Mitte März nach einer Erhebung der Arbeiterkammer in Supermärkten bzw. bei Diskontern. In Österreichs Bundeshauptstadt muss man im Schnitt um rund neun Prozent mehr ausgeben als in der deutschen Hauptstadt, teilte die AK damals in einer Aussendung mit.

Der Handel ist mit solchen Preisvergleichen nicht zufrieden. Diese seien teilweise unseriös, partiell nicht nachvollziehbar und oft in der Relation weit übers Ziel schießend. "Es gibt Preisunterschiede in beide Richtungen", betonte Bundesspartenobfrau Bettina Lorentschitsch Montagabend vor Journalisten.

Höhere Lohnnebenkosten

Dass es in Österreich teilweise höhere Preise gibt, liege an den deutlich höheren Lohnnebenkosten in Österreich, die neun Prozentpunkte über dem Wert in Deutschland liegen sollen. Dazu kämen höhere Produktionskosten durch eine kleinteiligere Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie. Dass etwa der deutsche Handelsriese Rewe mit "Billa", "Merkur" "Penny" und "Bipa" ohnehin konzernweit in Deutschland einkaufe, stimme nicht. So kämen 90 Prozent des Fleisches aus Österreich. Außerdem seien viele Handelsprodukte in Österreich günstiger als in Deutschland.

Teil der Marktwirtschaft

Und so wie es Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland gebe, so seien auch die Preise regional innerhalb der Staaten verschieden. "Unterschiedliche Preise sind Teil der Marktwirtschaft", betonte Bundesspartengeschäftsführer Rene Tritscher. Und er rechnete vor, dass die Margen des Handels ohnehin besonders niedrig seien - der Gewinn würde lediglich bei ein bis drei Prozent des Umsatzes ausmachen.

Tritscher erinnerte daran, dass zwar manche Preisunterschiede zwischen Deutschland und Österreich recht spektakulär in den Medien rüberkommen würden - aber kaum Auswirkungen aufs Geldbörsel hätten. Als Beispiel wurde ein Schwammtuch genannt, dass bei einem Preisvergleich der Arbeiterkammer hierzulande um 410 Prozent teurer war. Dabei ging es lediglich um einen Preisunterschied von 53 Cent.

Kritik an Bundeswettbewerbsbehörde

Kritisch äußerten sich die Handelsvertreter zur Vorgangsweise der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) bei den kürzlich durchgeführten Hausdurchsuchungen bei Rewe Österreich. "Eine ermittelnde Behörde sollte zu einem laufenden Verfahren keine Äußerungen abgeben", meinte Lorentschitsch. Die BWB hatte sich beklagt, dass ihr bei Rewe ein sehr aggressives Verhalten von Konzernführung und deren Rechtsvertretern entgegengeschlagen sei.

Verhaltene Kritik kam auch am Vorstoß vom Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), beim Spritpreis rund um Reisewellen einen Preiskorridor einzuführen. Das finde man "nicht so lustig", schon die zuvor eingeführte Spritpreisdatenbank habe nur einen "hinterfragenswerten Effekt" gehabt. (APA)

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Preisvergleichsplattformen

daher gibt es bei uns so viele Angebots und Prospektportale, wie www.schnapp.at und in Deutschland nur eines!

An den Postings hier finde ich die Verteilung der Bewertungsbalken besonders interessant!

Alle Posts, die bloß behauptete oder reale Preisunterschiede auflisten (im Stil von "Essiggurkerl in D 50 Cent, bei uns 3 Euro 80") kriegen viele grüne Balken.

Die wenigen Versuche einiger, dem Gründe entgegen zu halten (hohe Kollektivverträge, hohe Lohnnebenkosten, weiter Transportwege bei geringere Besiedlungsdichte, Bauordnung, was weiß ich noch alles) werden konsequent mit rot markiert.

Was sagt uns das?
Ich will keine Gründe hören?
Ich wills gar nicht wissen?

Vielleicht weil viele von ihren aufgezählten Argumenten nicht stimmen?
Bevölkerungsdichte Wien: 4025 Einwohner/Km2
Bevölerungsdichte Berlin: 3861 Einwohner/km2
Kollektivverträge: Kann ich wegen schwerer Informationszugänglichkeit und wenig Zeichen jetzt nicht im Einzelnen belegen aber die Bruttojahreslöhne sind in D idR. höher und das bei 6 Wochen Urlaub.
Weiterer Transportweg erklärt nicht wieso österr. Produkte in D. billiger sind. Lohnnebenkosten sind dort etwas weniger - ja.
Schlüssig dargelegt hat der Handel aber nicht wieso er bei uns sehr viel teurer ist. Da kann man durchaus eine überzogene Preisgestaltung vermuten.

Was genau hat die Bevölkerungsdichte Berlins und Wiens mit dem Logistikkonzept einer landesweiten Supermarktkette zu tun?

Und wieso sind die Tarifverträge Handel D und die Kollektivverträge Handel Österreich schwer zugänglich?

Braucht 10 Minuten Google-Recherche, und man findet raus:

D: 6,- Stunden-Mindestlohn, 40h, Arbeiterverhältnis, 6 Wochen Urlaub bei 6 Tage woche, 12 Gehälter

Ö: 1.350,- KV-Gehalt, 38,5h, Angestelltenverhältnis, ebenfalls 6 Wochen Urlaub bei 6 Tage Woche, 14 Gehälter.

Ich teile da eher die Meinung des Vorposters, dass manche vor lauter gier nach noch und noch und noch billigeren Lebensmitteln die Fakten nicht sehen wollen.

ad Kollektivverträge: Geht ja nicht nur um die im Handel sondern auch um die KVs sämtlicher Zulieferer. Auch die haben Einfluss auf den Preis. Wenn Sie die richtig vergleichen wollen brauchens keine 10 Minuten sondern können eine Seminararbeit schreiben. Und nicht jeder KV ist so einfach zu finden wie der des Handels.
Bevölkerungsdichte: Hat nicht so viel mit Logistik zu tun. War ein Arg. von Rote Lagune. Und bezieht sich auf Folgendes: Je mehr potentielle Kunden/Filiale desto mehr Potentieller Umsatz, desto kleiner können die Margen sein.

Vielleicht liegts an der Menge?

wenn in Deutschland das 10fache an Produkten von den Händlern abgenommen wird, reicht eine kleinere Spanne aus um Gewinn zu erzielen oder?

Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob sich Ihr Agurment auf den Beschaffungs- oder den Absatzmarkt bezieht.
Aber Beschaffungsseitig: Was würde die großen europaweit agierenden Konzerne (Spar, Rewe etc...) an einem gemeinsamen Einkauf bei typischerweise nicht regionalen Artikeln (z.B: Kosmetik, Hygieneartikel, Markenware bei Lebensmittel....) hindern? Dann hätten sie gleich noch größere Abnahmemengen. Und wenn sie sich auf die Absatzmenge/Filiale beziehen, sind wir wieder beim Bevölkerungsdichteagrument.

Zucker

Österreich-> 1.28/kg

Deutschland-> 0,85/kg

??????

warum argumentiert und vergleicht jeder mit Lohnnebenkosten, fuer die Kalkulation sind die gesammten Lohnkosten ausschlaggebend, was der einzelne davon in die Tasche bekommt ist fuer die Kostenrechnung nicht relevant. Wenn alle Wirtschaftsvertreter immer mit Lohnebenkosten rechnen, dann weiss ich warum sie Funktionaere sind. Als Unternehmer waeren sie schon pleite.

Weil Sie aufgrund der - anders als in D - verplflichtend geltenden Kollektivverträge

die gesamte Lohnsumme bei hohen Lohnnebenkosten nicht durch Senkung der Lohnbasis stabil halten können.

die deutschen handelsketten verkaufen gleiche produkte viel teurer in Ö. das ist ja bekannt.

und abgesehen davon liegt das österr.lohnniveau bedeutend unter dem deutschen....

Bei den meisten aus D importierten Produkten schneidet ein alteingesessener Generalimporteur oder Großhändler kräftig mit.

Diese Zwischengänger erzielen aufgrund langfristiger Verträge ein risikoloses Körberlgeld und treten sonst kaum in Erscheinung.

War übrigens immer schon so.

Vergliech man früher die Preise von D mit jenen in Ö gewann man schnell den Eindruck dass die Relation DM zu S nicht 1:7 sondern vielmehr 1:10 sein musste ..

dafür konnten wir bei löhnen und gehältern nicht

mithalten.

Die Geschichte mit den Lohnnebenkosten. ..

... stimmt leider. Und das ist nichtnur im Handel ein Problem, sondern generell. Vielleicht wacht man irgendwann mal auf und vereinfacht uns Lohnsteuersystem und senkt die Lohnnebenkosten.

Ösi - Aufschlag bei Aldi - Hofer

Aldi Süd und Hofer Österreich bieten viele Produkte fast zeitgleich an. Dabei handelt es sich um Ware, die meist aus China importiert wird.

Jedes Produkt ist in Österreich deutlich teurer.
Das lässt sich via Internet problemlos nachvollziehen.

Wir Österreicher sind für die Aldi-Brüder Deppen, die ohnehin nichts schnallen.

dazu passend:

Bei üblichen kleinen Päckchen ist es tatsächlich billiger diese in Deutschland aufzugeben und international nach Österreich zu versenden, als mit unserer Post innerhalb von Österreich!

Vergleich für ein kleines Päckchen (20x10x5cm, 200g):
Österreichische Post:
innerhalb Österreich: 3,8€
Öst. ==> Deutschland: 13,25€
Deutsche Post:
innerhalb Deutschlands: 2,2€
De ==> Öst: 3,45€

Vielleicht liegt's auch daran:

http://tinyurl.com/bwh8x9d

Die Österreicher müssten preissensibler werden und bei einer Preiserhöhung sofort das Produkt oder den Händler wechseln. Erhöhungen mit geballter Faust zu schlucken, wird den Handel nicht beeindrucken.

im internet verfolgbar. unlängst: sonderposten sonnenliege eines in d. und a ansässigen diskonters.
in a kostete das teil 29,90, in D. 19.90. da kam freude auf, als ich das ding zuhause aufstellte.

Ein gutes Beispiel ist ja auch KIK. Die haben fürs Produkt gleich die Preisauszeichnung für D und Ö gleichzeitig ausgezeichnet, wohl aus "produktionstechnischen?" Gründen.

Die Österreichpreise liegen ganz klassisch deutlich über den deutschen.

es ist natürlich unverständlich...

... wenn gleiche produkte wesentlich mehr kosten (auch unter berücksichtigung der angeführten argumente).

Aber was zum Teil in der deutschen Land- /Lebensmittelwirtschaft abgeht - soviel kann man von dem industrie mist gar nicht essen wie man sp.@!8en will. Und da speziell im Norden von D.

Wer vielleicht schon einmal das Vergügen hatte zum Beispiel Käse aud Nord-D. zu essen... brrrrr

Der Käse in Norddeutschland ist durchsaus in Ordnung

Deutscher Kaffee hingegen ist durchwegs mit Blumenwasser und etwas Farbe gleichzusetzen.

dort heißt er ja auch nicht Kaffeeee,

sondern Kafffffe.
Das sind zwei völlig verschiedene Getränke.

Klar, das ist der Grund, dass Jacobs Monarch hierzulande 1/3 mehr kostet als Jacobs Monarch in Norddeutschland.

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