Museum in Italien will Kunst verbrennen

17. April 2012, 11:29

Der Leiter der Sammlung Casoria Contemporary Art Antonio Manfredi will so auf die finanzielle Notlage des Privatmuseums hinweisen

Neapel - Mit der spektakulären Verbrennung von Kunstobjekten will ein privates Museum für zeitgenössische Werke in Süditalien auf seine finanzielle Notlage aufmerksam machen. "Ohne Investitionen ist es besser, die Kunstwerke zu zerstören", begründet das CAM genannte Museum in Casoria bei Neapel seinen ungewöhnlichen Schritt. Dieser Akt der Verzweiflung folge auf vergebliche Hilferufe an nationale und europäische Stellen, erklärt das von Antonio Manfredi geleitete CAM (Casoria Contemporary Art) in einer Mitteilung vom Dienstag.

"Die 1.000 internationalen Kunstwerke der zeitgenössischen Sammlung würden sowieso wegen der Gleichgültigkeit der Institutionen vor der Zerstörung stehen", erläuterte der CAM-Direktor. Jetzt sollten wöchentlich drei Kunstwerke zerstört werden, beginnend mit einem Bild der französischen Künstlerin Severine Bourguigon. Diese habe ihre Zustimmung erklärt. Das Museum listet für die Verbrennung ein Dutzend Kunstwerke internationaler KünstlerInnen auf. Alle KünstlerInnen seien während der Aktion anwesend oder via Internet dabei.

Politisch-kulturelles Asyl für Sammlung

Das CAM-Museum hatte sich im vergangenen Jahr in einer ersten ungewöhnlichen Aktion auch an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt, um zu verhindern, "dass ein bedeutendes kulturelles Erbe verloren geht". Er bitte um politisch-kulturelles Asyl für seine Sammlung in der Bundesrepublik, schrieb Direktor Manfredi.

Nach der damaligen Darstellung des Direktors hatte das 2005 gegründete Museum zwei Jahre der Drohungen und des Vandalismus hinter sich. Er führte diese feindseligen Akte auf Ausstellungen des Museums zur Mafia, zur Immigration, der Zensur und der Pädophilie zurück. Das nicht subventionierte Museum ist nach den Angaben auf einer Fläche von etwa 3.000 Quadratmetern in einer ehemaligen Schule entstanden. Rund 1.000 Kunstwerke seien dort zu sehen gewesen. Diese stammten von KünstlerInnen aus mehr als 60 Nationen. (APA, 17.4.2012)

Na ja...

es sind schon so viele Kunstwerke verbrannt, durch Bomben zerstört oder einfach verschollen. Trotzdem dreht sich die Erde weiter. Es gibt viel zu viele Menschen auf dieser Erde und auch zwangsläufig zu viele Künstler. Oder Menschen, die eines Tages beschlossen, Künstler zu sein. Wenn die 1000 Werke verbrannt sind, siehe oben.

was wärs mit verkaufen?

besser als beebrennen

Wenn da was von Claes Oldenbrock dabei ist, kauf ich´s sofort! Nicht verbrennen Leute.

Panik macht sich langsam breit.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.