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Gegen 22 Uhr wurde das Audimax von der Polizei geräumt.

Audimax der Uni Wien, 19.4.2012, 18:45 Uhr.


Polizei vor der Uni Wien.

Das Plenum im Audimax der Uni Wien.

Protest von Clowns.

Polizeieinsatz an der Universität Wien.
Studenten der Internationalen Entwicklung haben am Donnerstag das Audimax der Universität Wien für mehrere Stunden besetzt. Sie forderten ein Weiterbestehen des Bachelorstudiums Internationale Entwicklung (IE) an der Uni. Das Rektorat hatte angekündigt, IE nur als Masterstudium weiterführen zu wollen.
Außerdem forderten sie die Abschaffung der umstrittenen Studieneingangsphase (STEOP) und sprachen sich gegen die Wiedereinführung von Studiengebühren aus.
Kurz vor 22 Uhr begann die Polizei nach rund sechsstündiger Besetzung mit der Räumung des größten Hörsaals der Uni Wien. Laut APA hatten sich zuletzt noch rund 150 Personen im Audimax aufgehalten, kurz nach 23 Uhr war es komplett geräumt. Da es sich um eine nicht angemeldete Veranstaltung gehandelt habe, müssten die Besetzer nun mit einer Anzeige nach dem Verwaltungsstrafgesetz rechnen. Dafür wurden die Personalien und Matrikelnummern der Studierenden aufgenommen. Einige von ihnen sprachen von einem "super Zeichen des Widerstands", andere kritisierten, dass ihnen keine Zeit gegeben worden sei, den Hörsaal freiwillig zu räumen.
Lehrbetrieb unterbrochen
Aufgrund der Besetzung des Audimax wurde am Donnerstag der Prüfungs- und Lehrveranstaltungs-Betrieb im Hauptgebäude der Uni Wien "bis auf weiteres" unterbrochen. "Kurzfristige Ersatztermine an anderen Orten sind nicht möglich", hieß es auf der Homepage der Uni Wien. Auch die Unibibliotheken im Hauptgebäude bleiben am Freitag geschlossen. Sämtliche Lehrveranstaltungen und Prüfungen, die am Freitag stattfinden sollten, wurden abgesagt.
Vor und an der Universität gab es den ganzen Tag über massive Polizeipräsenz, am Abend konnte man zwar aus der Uni hinaus, aber nicht mehr ins Audimax hinein. Mehrere hundert Studierende nahmen an der Besetzung teil, eine Prüfung der Studienrichtung Psychologie, die am Donnerstag stattfinden hätte sollen, wurde verschoben.
Durch die Demonstration war am Donnerstagabend auch der Ring kurzfristig blockiert. Auch der Hörsaal 1 des Neuen Institutsgebäudes (NIG) in der Universitätsstraße wurde kurzzeitig besetzt und das Gebäude ebenfalls gesperrt.
Studierende wollten im Audimax bleiben
Ein Vertreter des Rektorats hatte den Studierenden bei einem Besuch im Audimax am Donnerstagabend ein schriftliches Angebot für einen Dialog gemacht: Das Rektorat sei am Montag zu einem öffentlich zugänglichen Gespräch über die Zukunft der Internationalen Entwicklung bereit, aber nur, wenn die Studierenden das Audimax noch bis 20 Uhr räumen würden und alle Räumlichkeiten der Uni Wien am Freitag "wieder uneingeschränkt für den Lehr- und Prüfungsbetrieb zur Verfügung" stünden.
Die Studierenden entschieden sich gegen das Angebot und blieben im Audimax. Sie antworteten dem Rektorat: "Wir danken für die Gesprächsbereitschaft, können das Angebot aber nicht annehmen. Sprechen Sie jetzt mit uns." Des weiteren zeigten sich die Studierenden entsetzt darüber, dass sämtliche Lehrveranstaltungen ausfallen sollten.
ÖH: Drastischere Maßnahmen notwendig
Laut einer Sprecherin der Bundes-ÖH handelte es sich bei der Besetzung um eine "spontane Entwicklung", die ÖH selbst sei an deren Organisation nicht beteiligt gewesen. Die ÖH-Spitze solidarisierte sich aber in einer Aussendung mit den protestierenden Studierenden. "Die fehlenden Mitbestimmungsmöglichkeiten an den Hochschulen zwingen die Studierenden dazu, drastischere Maßnahmen zu ergreifen, um sich Gehör zu verschaffen", hieß es in der Stellungnahme.
Auch das Vorsitzteam der ÖH an der Uni Wien zeigte sich mit den Protestierenden solidarisch. "Die Pläne der Universität, den Bachelor der Internationalen Entwicklung zu streichen, sowie der Umgang mit den Studierenden heute zeigen abermals, dass das Rektorat nicht im Interesse der Studierenden arbeitet", erklärten die Studentenvertreter Kübra Atasoy, Julia Kraus und Maria Clar in einer Aussendung.
"Studierende studieren lassen"
Die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft (AG) an der Uni Wien forderte am Donnerstagabend in einer Stellungnahme, die Demonstranten sollten "studienwillige Studierende studieren lassen", und bezeichnete die geplante Streichung des Bachelorstudiums IE als Beleg dafür, dass es einen geregelten Uni-Zugang brauche. "Mit diesem wäre die Wegrationalisierung eines Studienganges nicht notwendig."
Nach der Räumung kündigten die Studierenden an, Freitagfrüh eine "alternative Lehrveranstaltung" in einer Bankfiliale gegenüber der Uni Wien abzuhalten. Die weitere Vorgehensweise sollte am Freitag um 13 Uhr im Hörsaal C1 am Uni-Campus im Alten AKH besprochen werden.
Rektorat besetzt
Bereits Donnerstagmittag hatten rund hundert Studenten das Rektorat der Uni für mehrere Stunden besetzt, bis die Polizei die Besetzung beendete. Wie Polizeisprecher Roman Hahslinger gegenüber der APA bestätigte, wurden die Personalien sämtlicher involvierter Studenten aufgenommen. Ein Teil der Protestierenden habe das Rektorat freiwillig verlassen, ehe es "unter Jubel" der übrigen in den Uni-Gängen anwesenden Studenten geräumt worden sei. Während des Protests habe es keine Sachbeschädigungen gegeben, lediglich eine Angestellte sei beim Aufdrücken der Tür durch die Protestierenden "ganz leicht" am Ellbogen verletzt worden. (APA/rwh/seb, derStandard.at, 20.4.2012)
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absolut richtig. sowas wie internationale entwicklung könnte sogar ein paradebeispiel für die sinnhaftigkeit der ba - ma architektur sein. ein bachelor in einer grunddisziplin, der dann in eine echte spezialisierung erfährt. rein wissenschaftlich gesehen eine ideale konstellation
Bedenklich ist, dass die uni wien Ihren Massenmailer zwar für jeden **** von Informationen über Carrer-Messe bis Reden von drittklassigen Gastrednerinnen missbraucht, aber man sich über den Entfall aller morgigen Veranstaltugen im Hauptgebäude individuell informieren muss.
dass ich nicht entscheiden kann ob ich die Studenten (und diese Besetzung und die Folgen davon) zahlen darf oder ob man unser Geld der FI und Konsorten in den Rachen wirft.
Für Ersters würd ich sogar noch paar Euros freiwillig drauflegen.
im prinzip sollten die jetzigen ie studenten zufrieden sein. anscheinend gab es 2 alternativen, entweder ie bachelor fortführen dafür kein master, oder eben den master anbieten und dafür den bachelor auslaufen lassen.
um es überspitzt zu formulieren, ich bin auch für weltfrieden und grundeinkommen für alle, aber deswegen besetz ich keinen hörsaal ;)
Bei WIPÄd gabs ein 9 semestriges Diplomstudium. Jetzt halt ein 5 semestriger Master inkl. Lehrpraktikum. (Graz und IBK)
Ich geb aber zu, dass meine Vorstellungen von einem Uni Betrieb (bezogen auf die Lehre) wohl nicht dem Großteil der Forenuser entsprechen.
Von mir aus solls ein Bachelorstudium geben. Aber dann bitte ein intensives 6 semestriges (Ja kritisches denken würde auch so nicht zu kurz kommen). Verglichen mit ähnlichen Bachelorstudien in den Niederlanden und dem angloamerikanischem Raum. Nur das will dann erst recht keiner...
Ja aber mit einem haufen Vorlesungen wo halt daheim auswendig gelernt wird, vielen Wahlfächern die man von anderen Studien anrechnet, kaum vernünftige Wahlfachkörbe, zu wenig SEminare mit weniger als 20 Teilnehmern usw. Wie gesagt guck nach England und Holland. Bei Masterstudien gibts auch in Österreich schon sehr hochwertige und intensive. ZB auf der SoWI in IBK und der WU.
Könnten Sie in dem Artikel genauer ausführen worin das Problem der StudentInnen besteht.
"Während das Bachelorstudium auslaufen soll, soll es künftig ein Masterstudium geben."
Bei einem Masterstudium muss es doch auch laut Bologna-Prozess einen Bachelorabschluss geben.
... kann man auch an ein Bachelorstudium einer anderen Studienrichtung anschließen.
Wie ich heute von Demonstrierenden erfahren habe, kann man ein Masterstudium mit Zugangsregelungen beschränken, was scheinbar sogar vorgesehen ist, ein Bachelorstudium hingegen nicht, obwohl dies defacto mittlerweile seit dem WiSe 2011 durch die StEOP (Studieneingangs- und orientierungsphase) in allen Studienrichtungen der Uni Wien passiert.
Das Rektorat hat scheinbar von Anfang an Gespräche mit den Studierenden abgelehnt, deshalb wurde heute Morgen ein Protestfrühstück vor dem Rektorat veranstaltet. Man wollte warten, bis der Rektor endlich zu Gesprächen bereit ist. Als das nicht passierte, machten einige Studierende im Rektorat auf dem Boden einen ...
Sitzstreik. Der Rektor rief die WEGA an, die die StudentInnen zum Teil krankenhausreif aus dem Rektorat hinausprügelte. Beweisvideos und -fotos kommen hoffentlich bald online.
Die Studierenden haben ein Ultimatum des Rektors zur Räumung des AudiMax bis 20 Uhr verstreichen lassen. Der Rektor hätte sich, wenn dies passiert wäre, zu "öffentlichen Gesprächen" bereiterklärt. (Wobei nicht ganz klar war, was damit gemeint ist.)
Alle Angaben ohne Gewähr, da ich selbst nicht vor Ort war, lediglich vorhin kurz außerhalb des AudiMax. Sind aber Infos von Studis, die live dabei waren.
erzählen´s mir nicht daß Sie auch nur eine stunde länger arbeiten müssen oder sich Ihren nächsten flachbildfernseher nicht leisten können weil ein paar studis im audimax feiern, es zündet ja niemand das gebäude an.und wenn Sie meinen daß derartige lappalien etwas am staatshaushalt ändern können´s ja gern gegen den nächsten hochrangigen staatsbesuch protestieren, aber es wäre wohl besser für unser supersoziales leben wenn Sie einfach gscheit was ordentlich besteuertes konsumieren gehen, am besten sofort...dieses ewige wir zahlen geraunze geht vollkommen an der komplexität der geldwirtschaft vorbei, vermutlich sind Sie einfach nur mit Ihrem gehalt unzufrieden was heutzutage in den meisten fällen eh berechtigt ist.aber nur nicht protestieren..
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