Wocheneinkauf um über vier Prozent teurer

17. April 2012, 11:14
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Die Teuerungsrate in Österreich verliert zwar an Dynamik, die Ausgaben für Wohnen, Wasser und Energie bleiben aber hoch

Wien - Die Teuerungsrate in Österreich verliert etwas an Dynamik: Im März ist die Inflationsrate gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres auf 2,4 Prozent gesunken - nach 2,6 Prozent im Februar und 2,8 Prozent im Jänner. Hauptpreistreiber bleiben laut Statistik Austria Wohnkosten, Wasser und Energie. Doch auch Mineralölprodukte und Nahrungsmittel kletterten im Jahresvergleich um 8 bzw. 2,2 Prozent erneut beträchtlich. Gegenüber dem Vormonat Februar betrug die Teuerungsrate 1,1 Prozent.

In Eurozone 2,7 Prozent

Der für die Eurozone errechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex betrug im März 2,7 Prozent - nach 2,6 Prozent im Februar und 2,9 Prozent im Jänner. Auch in den EU-27 gab es mit 2,9 Prozent keine Änderung der Inflationsrate.Vor allem Restaurants und Hotels, Treibstoffe sowie Freizeit- und Kulturdienstleistungen verteuerten sich zusehends. Den Unterschied von 0,3 Prozentpunkten zum VPI begründen die Statistiker mit Gewichtungsunterschieden von Ausgabengruppen. So sind etwa die Instandhaltung von Wohnungen und Versicherungsdienstleistungen im HVPI geringer gewichtet.

Wocheneinkauf um über vier Prozent teurer

Der typische wöchentliche Einkauf der Österreicher, der Nahrungsmittel, Dienstleistungen und Treibstoffe enthält, hat sich im März sogar um 4,4 Prozent verteuert. Die Kosten für den täglichen Einkauf stiegen mit einem Plus von 2,9 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich. Auch das Geld der Pensionisten wird immer weniger wert - die Teuerungsrate des Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) legte im Jahresabstand um 2,6 Prozent zu - vor allem Sozialschutzdienstleistungen, Gesundheitspflege, Heizöl und Gas schlugen hier laut Statistik Austria zu Buche.

Insgesamt kristallisierte sich im März die Ausgabengruppe Wohnung, Wasser und Energie mit einer durchschnittlichen Teuerung von 3,4 Prozent im Jahresabstand als Hauptpreistreiber heraus. Haushaltsenergie verteuerte sich im Schnitt um 4,9 Prozent, Heizöl wurde um 10 Prozent teurer und Gas um 11 Prozent. Nur die Strompreise blieben unverändert. Erhöht haben sich auch die Wohnungsmieten - um 4,4 Prozent. Instandhaltungsarbeiten verteuerten sich um durchschnittlich 3 Prozent.

Treibstoffkosten bleiben hoch

Neuerlich stark geklettert sind auch die Kosten für Treibstoffe, die um durchschnittlich 8 Prozent stiegen. Die Wartung und die Reparatur von Autos kostet im Schnitt um 3 Prozent mehr. Der Ankauf neuer Pkw verbilligte sich hingegen um 1 Prozent.

Deutlich mehr als noch vor einem Jahr musste für Nahrungsmittel bezahlt werden (plus durchschnittlich 2,2 Prozent). Besonders drastisch ist die Teuerung bei Fleisch und Fleischwaren mit einem Plus von 6 Prozent, Brot und Getreideerzeugnissen (plus 4 Prozent) sowie bei Molkereiprodukten und Eiern (plus 4 Prozent). Gemüse wurde um 2 Prozent teurer. Einen regelrechten Preisrutsch gab es dafür bei Obst - hier gaben die Preise im Jahresabstand um 21 Prozent nach. Alkoholfreie Getränke verteuerten sich im Schnitt um 8,5 Prozent. Die Kaffeepreise stiegen ungebremst und schnellten gegenüber dem Vorjahresmonat erneut um 19 Prozent nach oben.

Im Monatsabstand erhöhten sich die Preise für Bekleidung und Schuhe um durchschnittlich 12,9 Prozent - im Februar lief noch der Winterschlussverkauf. Die Treibstoffpreise stiegen gegenüber dem Vormonat Februar um durchschnittlich 3 Prozent.

Pensionisten besonders betroffen

Ältere Menschen leiden besonders stark unter der Inflation, da sie weniger Budget zur Verfügung haben als Normalverdiener und ihre Pensionserhöhungen mit der Teuerung nicht Schritt halten können. Angesichts der steigenden Kosten empfiehlt der Österreichische Seniorenbund unter anderem einen Anbieterwechsel bei Strom und Gas. Das bringe eine Ersparnis von bis zu 297 Euro im Jahr, teilte die Bundesobmann-Stellvertreterin, Gertrude Aubauer, mit.

Auch mit Preisvergleichen und dem "cleveren Einsatz von Kundenkarten" könne ohne viel Aufwand Bares gespart werden - laut Seniorenbund mindestens 130 Euro pro Jahr. Die Preise zu vergleichen, rechne sich auch bei den Treibstoffpreisen. Durch die Nutzung des "Spritpreisrechners" könnten hier bis zu 30 Euro mehr pro Jahr im Börsel bleiben. (APA, 17.4.2012)

  • Der typische Wocheneinkauf ist um 4,4 Prozent teurer.
    foto: standard/fischer

    Der typische Wocheneinkauf ist um 4,4 Prozent teurer.

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