Breivik brüstet sich vor Gericht mit seinen Taten

17. April 2012, 10:22

"Ja, ich würde das wieder machen" - Ein Laienrichter wurde für befangen erklärt, weil er auf Facebook die Todesstrafe gefordert hatte

Oslo - Anders Behring Breivik hat am Dienstag mit seinen Ausführungen begonnen. Das Gericht erlaubte Breivik, von einem vorbereiteten Manuskript abzulesen. "Halten Sie sich im Zeitrahmen und seien Sie vorbereitet, dass ich sie unterbreche, wenn Sie etwas sagen, das nicht der Sache dient", sagte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen am Dienstag.

Auf der Insel Utøya hat Breivik im Juni vergangenen Jahres 69 Menschen erschossen. Unter den Opfern waren viele Jugendliche. Für Breivik stellte sich seine Tat folgendermaßen dar: "Das waren keine unschuldigen Kinder, aber politische Aktivisten, die für den Multikulturismus arbeiteten", sagte er am Dienstag vor Gericht. Er würde die Attentate auch wiederholen: "Ja, ich würde das wieder machen." Breivik versucht sich auch an einer historischen Einordnung: "Ich habe den raffiniertesten und spektakulärsten politischen Angriff in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg unternommen."

Fünf Tage lang Breiviks Bühne

Breivik darf sich insgesamt fünf Tage lang zu seinen Motiven für die beiden Anschläge mit 77 Toten im vergangenen Sommer äußern. Er ist wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt. Der Prozess wird insgesamt zehn Wochen dauern. Im Juli wird es das Urteil des erstinstanzlichen Gerichts geben.

Kritiker des Verfahrensablaufs hatten die lange Zeitspanne beanstandet, in der der Attentäter Gelegenheit zur Aussage bekommt. Es werde die Zeit nutzen, um seine ausländerfeindliche Ideologie zu verbreiten. Breiviks Anwalt Geir Lippestad hält die lange Aussage für notwendig, weil Breivik damit seine Straffähigkeit beweisen könne. Zwei psychiatrische Gutachten waren zu unterschiedlichen Schlüssen gelangt, ob Breivik straffähig ist oder nicht. Schon den ersten Tag des Prozesses nutzte Breivik zur Inszenierung seiner Person. Er erklärte sich "nicht schuldig", anerkannte seine Taten aber und plädierte auf "Notwehr". Er habe Norwegen vor den Muslimen beschützen wollen.

Laienrichter für befangen erklärt

Am Dienstagvormittag war der Prozess kurzfristig unterbrochen worden: Ein Laienrichter im Prozess gegen den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik ist für befangen erklärt worden. Seine öffentliche Reaktion nach den Terroranschlägen im vergangenen Sommer könne "das Vertrauen in ihn als Richter schwächen", sagte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen am Dienstag. Der 33 Jahre alte Schöffe hatte zugegeben, kurz nach dem Attentat im Juli vergangenen Jahres einen Artikel der Zeitung "VG" im sozialen Netzwerk Facebook mit den Worten kommentiert zu haben: "Die Todesstrafe ist das einzig gerechte in diesem Fall!".

Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung hatten gefordert, dass er vom Prozess ausgeschlossen wird. Ein Ersatzrichter rückt nun auf.

Das Gericht hatte bereits im Vorfeld des Prozesses zwei der fünf berufenen Laienrichter ausgeschlossen. Ein Mann wurde für befangen erklärt, weil sein Sohn Mitglied der sozialdemokratischen Jugend AUF ist. Diese Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei war eines der Hauptziele von Breiviks Attentaten im vergangenen Sommer.

Haller: "Wahnhaft"

Der österreichische Gerichtspsychiater Reinhard Haller glaubt, dass Breivik in einem "Zustand der wahnhaften Wehrlosigkeit" gehandelt hat. Das bedeute, dass er "der Welt, in der er lebt, ausgeliefert" ist, erklärte Haller im ORF. Das "wirklich gefährliche" am Wahn sei, dass die darunter Leidenden "nicht verwirrt" sind, sondern im Gegenteil "vollkommen klar".

Die Betroffenen hätten nur "eine andere Wirklichkeit, eine andere Blickrichtung", sie könnten deshalb auch Straftaten "viel besser" planen und durchführen als Menschen, die krank und deshalb unzurechnungsfähig seien. Für Breivik selbst sei es "schlimm", als unzurechnungsfähig eingestuft zu werden, weil er der Bevölkerung zeigen wolle: "Ich bin im Besitz der Wahrheit". Wird er als geisteskrank eingestuft, wird der 33-Jährige in eine geschlossene psychiatrische Anstalt eingewiesen.  (red, APA, 17.4.2012)

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Gibts eigentlich so Insektengriller, ...

- ich mein die, die blau leuchten und so lustig brizzzzzeln, wenn eine Motte reinfliegt, auch in Großformat für Breivik und andere Sympathieträger?

der hat echt einen Hau!

zeichnung breivik >> http://tinyurl.com/breivik-tekning

da gibt es einiges dazu

dieser brevik ist schuldig über 70 kinder regelrecht geschlachtet zu haben.
er muss dafür so schwer bestraft werden wie es das gesetz zulässt.
der prozess muss dabei im rechtsstaatlichen konsens bleiben

so weit so gut, aber es wäre auch notwendig darüber nachzudenken woher so eine ideologie kommt, und was sie tatsächlich bedeutet.

dazu muss man die dieser tat zugrunde liegenden gedanken von der tat trennen.

es wäre schlichtweg fahrlässig die motive dieses wahnsinns nicht genau zu durchleuchten und die politischen konsequenzen daraus zu ziehen

die motive sind antiislamische
sie die juden werden als verbündete gesehen
die gegner sind die landsleute
die opfer sind kinder

Wenn es keine Verfahrensfehler gibt wird er ohnedies verurteilt.
Die Frage ist eigentlich nur ob in der Klapse oder im Gefängnis.

Laienrichter..

@WaltervonderVogelweide:

Was bringt das wenn man sie schnell umbringt? Es ist doch viel besser wenn sie +15 Jahre absitzen, dann vielleicht ne Todsstrafe :)

Für Brevik ist seine Tat noch nicht abgeschlossen,

...

Das ist neu, Morden in aller Öffentlichkeit, und den Rechtsstaat dann noch ad absurdum führen, indem er öffentlich seine Opfer noch mal verleumden darf.

Das ist Demokratie!

Direkte Demokratie ist es dann, wenn nach dem Urteil, 250.000 Leute es durch ihre Werbung und Geld für nichtig erklären!
Natürlich über den Kopf der demokratisch gewählten Regierung!

Einzelhaft.
Für immer.

Wir wer’n kan Richter brauchen.

Oda wos?

Er steht ja vor Gericht.
Hat seine Taten mehrfach zugegeben. Zeigt keinerlei Reue. Er mehr als 70 Kinder und Jugendliche erschossen. Gesucht, gezielt, geschossen. Gesucht, gezielt, geschossen. Wieder und wieder. Und er würde es wieder tun.

Warum soll er nicht in Einzelhaft seine Strafe absitzen?

Und du solltest lesen was da steht. Das was du dir alles dazu denkst und reininterpretierst hab ich ja gar nicht geschrieben, hm?

Ich habe gelesen was da steht.

Das ist etwas, das sie sich wünschen, und auch sicher viele Andere auch.

Aber im Rechtsstadt entscheiden unabhängige Richter darüber, selbst wenn seine Taten auf Videoaufnahmen zu sehen sind.

Die Alternative wäre sich vom Rechtsstaat zu verabschieden.

Und in Norwegen gibts sicher keine Einzelhaft, und schon garnicht für immer.

Rechtsstaatlichkeit und Einzelhaft, angemessen an.. der ...

... Schwere der Tat, schliessen einander nicht aus. Über die Bühne für Breivik kann man streiten, aber wenn die Prozessordnung es so vorsieht, bitte.
Vermutlich wird es die Höchststrafe geben und anschliessende Sicherheitsverwahrung; schon unter dem Gesichtspunkt, dass Breivik "sein Werk als noch nicht abgeschlossen" bezeichnet.
Der Typ ist gemeingefährlich bis zu seinem letzten Atemzug.

es liegt in der kompetenz der richter

die tv-übertragung zuzulassen oder auch nicht. die live-berichterstattung aus dem gerichtssaal ist nämlich kein rechtsstaatliches "muss". auch nicht in norwegen.

ich halte das was da geschieht für die bankrotterklärung des liberalen rechtsstaates. denn man gibt diesem verbrecher das was er wollte: die breite (welt-)öffentlichkeit. nichts anderes als seine ansichten zu verbreiten wollte der nämlich. und das kriegt er jetzt. damit ist der einzige der hier gewinnt breivik.

Müssen Sie halt nochmal lesen...

"Breivik sitzt seit seiner Festnahme in Einzelhaft.Dort soll er nun bis zum 19. September bleiben; danach entscheidet das Gericht neu."

Und ich wünsch es mir noch immer. Auch im Rechtsstaat kann es eine "gerechte" Strafe geben, die der schwere der Tat entspricht.

http://www.wienerzeitung.at/nachricht... thode.html

Breivik

Der Mann ist felsenfest davon überzeugt das Richtige getan zu haben und vor nicht allzulanger Zeit hätten ihm viele Europäer recht gegeben.

Der Laienrichter ist mir sympatisch.

Rache sollte nicht die Basis eines Rechtsstaat sein.

Respekt, wie hier die Rechtsstaatlichkeit gewahrt bleibt. Genau so zieht man ihm den Boden unter den Füßen weg.

Breivik ist mit seinen Waffen angetreten, um genau diese ganz große Bühne zu bekommen, die er jetzt hat und nutzt

Wo genau siehst du da ein "Boden Wegziehen"?

Mit einem Haufen wirrer Argumente, die sogar FPÖ Wähler abschrecken.

Wenn man ihn jetzt aber mundtot macht und auf fragwürdige Weise verschwinden lässt, tun wir ihm in seiner Opferrolle einen Gefallen.

reister ideologiewahnsinn....hamma da ned auch in at ein paar kandidaten??

achso, man muß erst 77 menschen niedermetzeln...der faschist trägt schon lääängst keine stiefel mehr, er kommt viel smarter daher...

Dass Jörg Haider u.a. zu seinen Vorbildern zählte

Sollte im latent faschistisch, antisemitisch und rassistisch genährten Österreich kaum für Verwunderung sorgen

Und Hitler mochte auch Schäferhunde.. Wie kann man sich nur so einen Hund anschaffen?

sehen wir das denken dieses herren als etwas

das in den krausen rechten gesinnungsgemeinschaften einfach "part of the brain" ist. sie fühlen sich von allem möglichen bedroht und müssen ständig ihre art verteidigen. hitler hat ähnlich getickt und viele seiner parteigänger ebenfalls. es ist zumindest gut, dass die öffentlichkeit damit konfrontiert und sieht, dass es solche bestien immer wieder gibt und sie keine erfindung böser mächte sind.

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