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Oslo - Anders Behring Breivik hat am Dienstag mit seinen Ausführungen begonnen. Das Gericht erlaubte Breivik, von einem vorbereiteten Manuskript abzulesen. "Halten Sie sich im Zeitrahmen und seien Sie vorbereitet, dass ich sie unterbreche, wenn Sie etwas sagen, das nicht der Sache dient", sagte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen am Dienstag.
Auf der Insel Utøya hat Breivik im Juni vergangenen Jahres 69 Menschen erschossen. Unter den Opfern waren viele Jugendliche. Für Breivik stellte sich seine Tat folgendermaßen dar: "Das waren keine unschuldigen Kinder, aber politische Aktivisten, die für den Multikulturismus arbeiteten", sagte er am Dienstag vor Gericht. Er würde die Attentate auch wiederholen: "Ja, ich würde das wieder machen." Breivik versucht sich auch an einer historischen Einordnung: "Ich habe den raffiniertesten und spektakulärsten politischen Angriff in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg unternommen."
Fünf Tage lang Breiviks Bühne
Breivik darf sich insgesamt fünf Tage lang zu seinen Motiven für die beiden Anschläge mit 77 Toten im vergangenen Sommer äußern. Er ist wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt. Der Prozess wird insgesamt zehn Wochen dauern. Im Juli wird es das Urteil des erstinstanzlichen Gerichts geben.
Kritiker des Verfahrensablaufs hatten die lange Zeitspanne beanstandet, in der der Attentäter Gelegenheit zur Aussage bekommt. Es werde die Zeit nutzen, um seine ausländerfeindliche Ideologie zu verbreiten. Breiviks Anwalt Geir Lippestad hält die lange Aussage für notwendig, weil Breivik damit seine Straffähigkeit beweisen könne. Zwei psychiatrische Gutachten waren zu unterschiedlichen Schlüssen gelangt, ob Breivik straffähig ist oder nicht. Schon den ersten Tag des Prozesses nutzte Breivik zur Inszenierung seiner Person. Er erklärte sich "nicht schuldig", anerkannte seine Taten aber und plädierte auf "Notwehr". Er habe Norwegen vor den Muslimen beschützen wollen.
Laienrichter für befangen erklärt
Am Dienstagvormittag war der Prozess kurzfristig unterbrochen worden: Ein Laienrichter im Prozess gegen den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik ist für befangen erklärt worden. Seine öffentliche Reaktion nach den Terroranschlägen im vergangenen Sommer könne "das Vertrauen in ihn als Richter schwächen", sagte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen am Dienstag. Der 33 Jahre alte Schöffe hatte zugegeben, kurz nach dem Attentat im Juli vergangenen Jahres einen Artikel der Zeitung "VG" im sozialen Netzwerk Facebook mit den Worten kommentiert zu haben: "Die Todesstrafe ist das einzig gerechte in diesem Fall!".
Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung hatten gefordert, dass er vom Prozess ausgeschlossen wird. Ein Ersatzrichter rückt nun auf.
Das Gericht hatte bereits im Vorfeld des Prozesses zwei der fünf berufenen Laienrichter ausgeschlossen. Ein Mann wurde für befangen erklärt, weil sein Sohn Mitglied der sozialdemokratischen Jugend AUF ist. Diese Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei war eines der Hauptziele von Breiviks Attentaten im vergangenen Sommer.
Haller: "Wahnhaft"
Der österreichische Gerichtspsychiater Reinhard Haller glaubt, dass Breivik in einem "Zustand der wahnhaften Wehrlosigkeit" gehandelt hat. Das bedeute, dass er "der Welt, in der er lebt, ausgeliefert" ist, erklärte Haller im ORF. Das "wirklich gefährliche" am Wahn sei, dass die darunter Leidenden "nicht verwirrt" sind, sondern im Gegenteil "vollkommen klar".
Die Betroffenen hätten nur "eine andere Wirklichkeit, eine andere Blickrichtung", sie könnten deshalb auch Straftaten "viel besser" planen und durchführen als Menschen, die krank und deshalb unzurechnungsfähig seien. Für Breivik selbst sei es "schlimm", als unzurechnungsfähig eingestuft zu werden, weil er der Bevölkerung zeigen wolle: "Ich bin im Besitz der Wahrheit". Wird er als geisteskrank eingestuft, wird der 33-Jährige in eine geschlossene psychiatrische Anstalt eingewiesen. (red, APA, 17.4.2012)
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zeichnung breivik >> http://tinyurl.com/breivik-tekning
dieser brevik ist schuldig über 70 kinder regelrecht geschlachtet zu haben.
er muss dafür so schwer bestraft werden wie es das gesetz zulässt.
der prozess muss dabei im rechtsstaatlichen konsens bleiben
so weit so gut, aber es wäre auch notwendig darüber nachzudenken woher so eine ideologie kommt, und was sie tatsächlich bedeutet.
dazu muss man die dieser tat zugrunde liegenden gedanken von der tat trennen.
es wäre schlichtweg fahrlässig die motive dieses wahnsinns nicht genau zu durchleuchten und die politischen konsequenzen daraus zu ziehen
die motive sind antiislamische
sie die juden werden als verbündete gesehen
die gegner sind die landsleute
die opfer sind kinder
Er steht ja vor Gericht.
Hat seine Taten mehrfach zugegeben. Zeigt keinerlei Reue. Er mehr als 70 Kinder und Jugendliche erschossen. Gesucht, gezielt, geschossen. Gesucht, gezielt, geschossen. Wieder und wieder. Und er würde es wieder tun.
Warum soll er nicht in Einzelhaft seine Strafe absitzen?
Und du solltest lesen was da steht. Das was du dir alles dazu denkst und reininterpretierst hab ich ja gar nicht geschrieben, hm?
Das ist etwas, das sie sich wünschen, und auch sicher viele Andere auch.
Aber im Rechtsstadt entscheiden unabhängige Richter darüber, selbst wenn seine Taten auf Videoaufnahmen zu sehen sind.
Die Alternative wäre sich vom Rechtsstaat zu verabschieden.
Und in Norwegen gibts sicher keine Einzelhaft, und schon garnicht für immer.
... Schwere der Tat, schliessen einander nicht aus. Über die Bühne für Breivik kann man streiten, aber wenn die Prozessordnung es so vorsieht, bitte.
Vermutlich wird es die Höchststrafe geben und anschliessende Sicherheitsverwahrung; schon unter dem Gesichtspunkt, dass Breivik "sein Werk als noch nicht abgeschlossen" bezeichnet.
Der Typ ist gemeingefährlich bis zu seinem letzten Atemzug.
die tv-übertragung zuzulassen oder auch nicht. die live-berichterstattung aus dem gerichtssaal ist nämlich kein rechtsstaatliches "muss". auch nicht in norwegen.
ich halte das was da geschieht für die bankrotterklärung des liberalen rechtsstaates. denn man gibt diesem verbrecher das was er wollte: die breite (welt-)öffentlichkeit. nichts anderes als seine ansichten zu verbreiten wollte der nämlich. und das kriegt er jetzt. damit ist der einzige der hier gewinnt breivik.
"Breivik sitzt seit seiner Festnahme in Einzelhaft.Dort soll er nun bis zum 19. September bleiben; danach entscheidet das Gericht neu."
Und ich wünsch es mir noch immer. Auch im Rechtsstaat kann es eine "gerechte" Strafe geben, die der schwere der Tat entspricht.
http://www.wienerzeitung.at/nachricht... thode.html
das in den krausen rechten gesinnungsgemeinschaften einfach "part of the brain" ist. sie fühlen sich von allem möglichen bedroht und müssen ständig ihre art verteidigen. hitler hat ähnlich getickt und viele seiner parteigänger ebenfalls. es ist zumindest gut, dass die öffentlichkeit damit konfrontiert und sieht, dass es solche bestien immer wieder gibt und sie keine erfindung böser mächte sind.
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