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Wien - Peter Pilz will die Piraten ins Grüne Boot holen. Der Sicherheitssprecher der Grünen tritt in der "Kleinen Zeitung" (Dienstag-Ausgabe) dafür ein, bei der Nationalratswahl im Jahr 2013 Kandidaten der Piratenpartei auf die Grünen Wahllisten zu setzen - "und zwar auf absolut wählbaren Plätzen". Die Parteispitze wälzt entsprechende Pläne offenbar - zumindest noch - nicht. "Ich weiß davon nichts", sagte Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner der "Kleinen Zeitung". Die in Deutschland zuletzt erstaunlich erfolgreichen Piraten hatten am Sonntag bei der Innsbrucker Gemeinderatswahl erstmals ein Mandat errungen. (APA,16.4.2012)
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es gibt ein ganz normales wahlprogramm. das männer und frauen gemeinsam lesen. ;-)
wie wärs damit:
http://wien.gruene.at/wahl2010/programm
Ich glaube Piraten haben einen riesigen Vorteil, weil man ihre noch geringe Professionalität - ihre nicht getrimmten Interviews - ihre Offenheit darüber dass sie politisch nicht sattelfest sind. Als ehrlich und authentisch wahrnimmt. Genau das hat vielen sehr gefehlt.
Weil die jetzigen Profis können es ja auch nicht.
Diese ständig beschworene "Professionalität" ist in der Praxis oft nichts anderes, als das Imitieren und die reibungslose Zusammenarbeit mit Blendern. Siehe Durchwinken von ACTA und ESM.
Ein bisschen Naivität würde unserer Welt gar nicht schaden. Das muss ja nicht Dummheit und Kommunikationsunfähigkeit sein.
Wahlbündnisse sind international gesehen überhaupt nichts außergewöhnliches. Das ist nur hierzulande fast unbekannt. Zuletzt gab es, wenn ich mich recht erinnere, 2006 so ein Wahlbündnis, damals zwischen SPÖ und LIF. Und seit 2010 befindet sich die Strache-FPÖ in so einem Bündnis mit Scheuchs FPK.
Ein Bündnis Grüne-Piraten klingt jedenfalls schon interessant. Bis auf die Misogyniker, die die Grünen nicht mögen weil Frauenpolitik da integraler Bestandteil des Programms ist, die Piraten aber schätzen, weil Frauen da (noch?) ziemlich unterrepräsentiert sind, sehe ich nicht, wer damit ein Problem haben sollte.
von den grünen sind wir höchstens genervt, weil sie einfach nur totale spaßbremsen und partypooper sind.
gegen frauen an sich ham wir auch nichts, sie sollen auch gleichen lohn für gleiche arbeit kriegen etc. von mir aus sogar 5 jahre früher in pension gehen. piratinnen sind total willkommen, besonders wenn sie cool und rothaarig sind und gut fechten können.
Ja, der zweite Absatz trifft es gut, aber Sie unterschätzen das Problem. Es nicht wenige eher linksgerichtete, die beispielsweise von der SPÖ enttäuscht und von den Grünen genervt sind, weil sie mit einem Selbstzwang den Gedanken der Gleichberechtigung so sehr hervorheben. Dann muss man leider sagen, dass die Grünen momentan ein bisschen abgehoben wirken. Das ist beides bei den Piraten nicht der Fall. Gäbe es jetzt ein Wahlbündnis, würde die Rechnung der Grünen sicher nicht so aufgehen, wie sie sich das vorstellen, weil der Erfolg der Piraten eben darauf basiert, dass sie keine zweiten Grünen sind.
Oder anders: klar gibt es den (wenn man es so beschreiben will), aber Gleichberechtigung ist für mich, in meinem Leben und Denken, einfach eine Selbstverständlichkeit und somit verschwende ich keinen Gedanken daran, wenn bei den Grünen eben eine Frau in der ersten Reihe steht, mit Fr. Moser eine weitere gerade den U-Ausschuss führt usw. Gleichberechtigung sollte[!] doch eigentlich - auch dank der Politik der SPÖ in den 70ern (der Zeit meiner Kindheit) - doch längst kein Thema mehr sein.
Gerade auch unter Linken sollte[!] das selbstverständlich sein. Gleichberechtigung ist da doch seit 100+ Jahren Programm; nicht zu vergessen die Rolle von Frauen wie Mayreder, Luxemburg usw.
Was sollen Piraten in einer Partei, deren Vorsitzender der Kampf gegen Zigarettenautomaten wichtiger ist als die Freiheit im Internet ?
Die Grünen werden um eine inhaltliche und personelle Reform nicht herumkommen - so sehr sich die Leitung dagegen auch sträubt.
Wann können sich die Grünen endlich zu einer neuen Parteiführung aufraffen, die zur Abwechslung mal Wähler gewinnt und nicht vertreibt ?
sehr richtig!!!
die größten sünden der politik der letzten jahre sind von den grünen nicht verhindert worden, zum teil durch ihre regierungsbeteiligung in wien sogar mit gebilligt worden.
gut, für die eurofighter können sie nichts. aber für acta, da hängen sie meiner meinung nach voll drinn. wenn ich der pilz bin, geh ich her zum häupl und sage, hör zu alta, wenn du deine partei nicht auf vordermann bringst und dafür sorgst, dass der failmann acta in brüssel blockiert, sprenge ich das rathaus und den gemeinderat mitsamt deinem sessel 100 meter in die luft.
aber nein, es ist ihnen viel wichtiger, dass die vaselinku ihre parkräume in ruhe bewirtschaften darf. halt eben realpolitik statt revolution.
Die Idee von Pilz ist zwar verständlich, weil die Piraten den Grünen Stimmen wegnehmen werden.
Noch besser für die Grünen wäre allerdings, wenn die Piraten den Einzug schaffen würden, und dann wird früher oder später im Parlament fusioniert. Getrennt marschieren, und dann vereint schlagen.
Aber Piraten werden sicher eigenständig kandidieren, bei den Grünen können sie sich nicht so entfalten, außerdem passen Piraten und Grünen vom Auftritt her nicht zusammen, die Piraten kommen eher wie eine Studententruppe rüber (zumindest wenn man deren Homepage betrachtet), da wollen die Grünen schon seriöser rüberkommen.
Es gibt Protestwähler, die die Piraten wählen würden, aber nicht die Grünen.
wer braucht ein programm, an das sich keiner hält...
oder hast du schon mal irgendwo in einem programm die wahrheit gelesen:
§1: die partei xyz verkauft sich bei jeder gelegenheit ans großkapital und stopft sich dabei so gut es geht die eigenen taschen voll...
ich bin deswegen nicht feuer und flamme, weil mir die beschränkung auf internet und online-abstimmungen nicht gefällt.
politik sollte nicht im internet ablaufen, sondern real. online-abstimmungen schließen einen großen teil der bevölkerung von den demokratischen rechten aus. außerdem sind sie leicht manipulierbar. das halte ich für den falschen weg.
ebenso der "ausschluss" von menschen.
der "ausschluss" findet ja eher über die generationen statt. da gibts halt eine ältere generation die unflexibel genug ist um noch zu verstehen was die piraten eigentlich wollen.
die sind tatsächlich ausgeschlossen aber nicht weil sie nicht teilhaben könnten sondern weil das konzept nicht verstanden wird und was man tun muss um teilzuhaben.
bei vielen alten menschen merkt man: sie wollen sich nicht mit neuer technologie beschäftigen. das klingt jetzt gemein, ist aber nicht bös gemeint: eine echte veränderung kann es sowieso erst dann geben wenn diese generation keinen einfluss mehr nehmen kann.
klingt hart, ist aber der lauf der dinge.
und der ausschluss betrifft alle menschen, die keinen pc oder keinen internetanschluss haben. wieso müssen sich diese eine technologie zulegen, damit sie an der demokratie teilnehmen können? das ist für nicht nicht einsehbar.
auch halte ich den glauben an dauerhaften online-abstimmungen für die falsche richtung. abstimmungen müssen vorbereitet werden, die menschen müssen vorher intensiv informiert werden. massenhafte abstimmungen führen nicht automatisch zu einer freieren gesellschaft. bei dem in österreich herrschenden bildungsmangel ist dem politischen populismus und der verhetzung der massen dadurch ncoh merh tür und tor geöffnet.
der staat hat öffentliche möglichkeiten zu schaffen wo jeder staatsbürger zugriff hat.
ist wie gesagt eine finanzierungsfrage.
ob man in ein gemeindeamt ein paar serviceterminals reinstellt ist doch nicht die frage.
im grunde ist es dann dieselbe verpflichtung des staates wie jedem zugang zu einem finanzamt oder anderen organisationen zu ermöglichen.
es ist der gleiche prozess: staatsbürger benötigt eine dienstleistung die zum staatsbetrieb erforderlich ist. staat finanziert sie und stellt sie zur verfügung.
ob das öffentliche rechner, serverinfrastruktur oder die dame vom gemeindeamt oder eine phyische verwaltungseinheit ist, ist völlig egal.
informationsflüsse, informationsquellen, urheberrecht und informationsfreiheit.
stellen sie sich vor 3 mio kronenzeitungsleser stimmen über irgendwas ab.
eine abstimmung ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit einer lösung die die menschen wirklich wollen oder wo sie die konsequenzen überschauen können. (wo nichteinmal politiker und experten die sich mit der materie beschäftigen oft themen und ihre konsequenzen überschauen können!)
ohne breite bildung und freiheit der information ist so ein abstimmungssystem sogar gefährlich finde ich.
das problem der piraten ist, dass die glauben, über neue technologien die gesellschaft verändern zu können. und noch dazu wissen sie gar nicht, wohin sie die gesellschaft verändern wollen.
es ändert sich doch genau null, wenn man online-abstimmungen druchführt. wo ist der unterschied, ob ich ein kreuz auf einem zettel mache oder ein kästchen am computer anklicke? das ändert weder stil noch inhalt der politik. das ist nur eine rein äußerliche änderung, die noch dazu die beschriebenen nachteile hat.
manipulationen bei elektronischen abstimmungen sind viel schwerer zu verhindern, als bei konventionellen stimmzetteln.
kostet natürlich und funktioniert nicht mehr sobald es quantencomputer gibt.
natürlich hat das system eine sicherheitsdauer. nach x jahren ist es nicht mehr als sicher einzustufen und muss upgedatet werden.
die piraten wollen die gesellschaft nicht in eine vorgegebene richtung verändern. sie schauen sich das ganze sozusagen eine stufe höher aus der vogelperspektive an.
die frage ist: was muss man tun um die gesellschaft die richtung wählen zu lassen?
im grunde ist es eine sehr anarchistische form. aber vielleicht haben sie sich das mit dem anarchismus ja gar nicht so durchüberlegt was das bedeutet und sehen jetzt das es vielleicht doch nicht "ihres" ist ;)
(meines übrigens auch nicht, aber das nebenbei)
doch, ich finde die idee des anarchismus schon anstrebenswert. nur seh ich die verbindung zu einer online-welt nicht.
zu einem funktionierenden anarchismus gehört bildung, information und kommunikation. das kann man natürlich auch alles online machen. aber dinge wie twitter, facebook und co. halte ich eher für volksverblödung als für bildungsinstrumente.
auch in der onlinewelt gibt es schnöde unterhaltung die nur wenig nutzen bringt.
menschen sind auch hedonistische lebewesen. twitter und facebook ist sicher kein "bildungsinstrument" oder geeignet die abstimmungsfunktion in staaten zu übernehmen (das wäre gruselig die wahlen "outzusourcen")
aber wenn zum beispiel universitäten verpflichtet wären vorlesungen aufzuzeichnen und diese videos methodisch immer weiterzuentwickeln und sie der öffentlichkeit zugänglich zu machen hätte ich nichts dagegen.
Selbst ihre künftige Bedeutung in Deutschland würde ich nicht überschätzen. Den großen Hype um Kleinparteien gibt es erst sei ein paar Jahren (die österreichischen Grünen z.B. sind erst seit 2008 schwächer in ihrem Parlament vertreten als die deutschen) und wer weiß, ob der wirklich so weiterläuft.
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