"Sarkozys Masche zieht schon längst nicht mehr"

Interview | 16. April 2012, 18:40

Najat Vallaud-Belkacem, die Wahlkampfsprecherin von François Hollande, vergleicht den sozialistischen Kandidaten mit Barack Obama

Die Fragen stellte Stefan Brändle.

 

STANDARD: François Hollande scheint siegessicher. Sie auch?

Vallaud-Belkacem: Man kann sich nie sicher sein. Klar ist aber, dass Frankreich einen Wechsel will.

STANDARD: Anfangs bezeichnete sich Hollande als "Monsieur normal". War das ein Fehler?

Vallaud-Belkacem: Hollande ist einfach, moderat und zugänglich. Das Attribut "normal" meinte er im Gegensatz zur Privilegien- und Kastenwirtschaft Sarkozys.

STANDARD: Sarkozy moniert, Hollande sei nie Minister gewesen ...

Vallaud-Belkacem: Es ist nicht nötig, das Beispiel Barack Obamas her anzuziehen, um klarzumachen, dass es andere Fähigkeiten sind, die einen guten Präsidenten ausmachen.

STANDARD: Obwohl Hollande der Herausforderer ist, ist Sarkozy viel aggressiver.

Vallaud-Belkacem: Er hat es auch nötig. Hollande vertritt ein Projekt, eine Hoffnung. Dessen Ausgeglichenheit ärgert Sarkozy.

STANDARD: Will Hollande die Super einkommen wirklich mit 75 Prozent besteuern?

Vallaud-Belkacem: Ja, durchaus. Ei ne solche Steuer hat nichts Skandalöses an sich. Für Spitzenverdiener sind fiskalische Vorgaben nicht allein ausschlaggebend. Wir wollen hohe Vermögen nicht "bestrafen". Wir denken nur, dass alle Bürger im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Beitrag für das Gemeinwohl leisten müssen.

STANDARD: Hollande will den EU-Fiskalpakt neu verhandeln. Auch gegen den Wunsch Berlins?

Vallaud-Belkacem: Auch Angela Merkel ist jetzt bereit, über die Bücher zu gehen. Die Dinge bewegen sich. Warum soll es unmöglich sein, ein EU-Abkommen neu zu diskutieren, wenn es noch nicht einmal ratifiziert ist?

STANDARD: Wie schätzen Sie Sarkozys Kampagne ein?

Vallaud-Belkacem: Man muss es Sarkozy lassen: Er ist in der Lage, das Tempo zu bestimmen. Aber in der Sache zieht seine Masche schon längst nicht mehr. (DER STANDARD, 17.4.2012)

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13 Postings
Sarkozy gehörte nach Den Haag

nach dem Libyenkrieg der ja noch immer stattfindet, der hat sich von Ghaffis gebunkterten Milliarden sicherlich eine Scheibe abgeschnitten und wie der Kolonialist das Öl unter den Nagel gerissen mit Cameron zusammmen.
Ich finde Hollande mit seinen Ideen gut die Reichen zu besteuern, was sich die Deutschen nie getrauen würden. Die Franzosen haben Sarkozy satt, der wird seine Quittung bekommen, was ihn genausowenig jucken wird wie einen Herrn Grasser, weil der hat sich ebenso korrupt steinreich gemacht für seine Carla.
Aber Franzosen haben eben eine andere Mentalität, die genauso wie in der BRD in Österreich nicht vorhanden ist. Da sind die Bürger "obrigkeitshörig"
und gehen nicht zu 100 000en auf die Strasse wie es oft schon war in Paris

75% steuer ist

"ein beitrag für das gemeinwohl"? na der war gut.
das ist enteignung, nichts anderes.
hollande will wie obama werden? also ein schwafler, der nichts weiterbringt? ok, wenn sie meint...

Sakozy ist das Opfer seiner Selbstinszenierungswut.

Das kommt bei Kleinwüchsigen öfters vor.

Obwohl Hollande der Herausforderer ist, ist Sarkozy viel aggressiver.

die sozialisten haben seit jahren kein anderes programm als den antisarkozismus, aber die ump ist 'aggressiv'. personen aus dem kreis der ump werden auch schon mal mit den nazis gleichgesetzt, aber sarko ist 'aggressiv'. hmm. interessant.

das problem der sozialisten ist, dass ihre ideologie von der realität marginalisiert wird und viele sozialisten unterbewusst angst davor haben, mit einer präsidentschaft in dieser schweren zeit ganz einfach überfordert zu sein. genau deshalb bin ich mir auch ziemlich sicher, dass hollande untergehen wird. wer will schon einen stotterer als präsidenten der wie ein verunsichterter achtjähriger wirkt, dem man das pausenbrot geklaut hat ;)

sieben ziemlich dürftige fragen und ebensolche antworten. dann kann ich gleich die krone zur hand nehmen. wäre wohl mmn besser gewesen, das gar nicht zu bringen. an tagen wie diesen frage ich mich, was aus dem standard geworden ist. war mal ein echtes konkurrenzblatt zur presse. war.

Geht der kleine Napoleon ...

... halt in die Wüste. An einem normalen Arbeitsplatz wäre er eh' wegen krankhaft übersteigertem Narzissmus in Rente geschickt worden. Nun muss das Volk den Arzt machen.

hollande und "yes we can"? na, ich weiß nicht ...
was sind supereinkommen (eine lücke meinerseits)?
ach, und übrigens, herr brändle ist sehr sympathisch! ;)

ich glaube supereinkommen meint alles über 1 mio euro brutto/jahr. diese einkommen will hollande in zukunft mit 75% besteuern.

http://www.zeit.de/politik/a... -wahlkampf

stellen sie sich der einfachheit halber eine firma vor in der verschiedene töpfe stehen. auf einem der töpfe steht 'r&d' auf einem anderen 'administration' auf einem dritten 'production' usw ...

... bis sie schliesslich einen topf sehen auf dem 'salaires' steht. und dann kommt der wonnepfropfen hollande daher und hebt den spitzensteuersatz auf 75%. sie können förmlich zusehen wie es im topf zu brodeln beginnt. blasen steigen auf, schweben ein stück in die luft um schliesslich zu platzen. bevor sie platzen, sehen sie gerade noch, dass die blasen beschriftet sind: 'emplois', 'augmentations', 'primes' ... und plötzlich zittert der topf und teilt sich in zwei töpfe: 'salaires france' und 'salaires chine' ...

und hollande reibt sich vergnügt die hände weil er die finanzierung der neuen arbeitslosen so 'geschickt' finanziert hat ;)

soll ein vergleich mit obama was positives sein? wenn ja, dann sind die sogenannten "sozialisten" in frankreich bloß pseudo-sozialisten... ob sarkozy oder hollande, macht da genau so wenig unterschied wie zwischen spd und cdu, die ja sogar vor nicht all zu langer zeit gemeinsam regiert haben!

Viele Franzosen sind sich bei so einem Vergleich mit Obama bewusst, dass dessen Politik von der Krise mehr als überschattet wird.

Frankreich steckt zwar nicht so tief in der Krise wie die USA, dafür aber weit gründlicher.

So gesehen, wissen die Franzosen auch, dass sie Hollande eigentlich nur enttäuschen kann, dass das aber bei jedem Kandidaten so wäre (beim einen eben mehr, beim anderen weniger).

Ich meine, der Vegleich mit Obama ist so gemeint, dass man nicht unbedingt Regierungserfahrung benoetigt um zu regieren. Intelligenz, Verantwortungsbewusstsein, Vision, Charakter spielen eine wichtigere Rolle.

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