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Die Verteidigung bat am ersten Prozesstag in Oslo um Verständnis, dass Anders Behring Breivik, dem 77 Morde angelastet werden, sich ausführlich zu seinen Taten wird äußern dürfen. Ihr Mandant lächelte bei Gericht immer wieder.
Eva Kathinka L. war 17 Jahre alt, als sie Anders Behring Breivik auf Utöya zum Opfer fiel. Als Staatsanwältin Inga Bejer Engh zum Prozessauftakt gegen den mutmaßlichen Massenmörder am Montag die Namen der Opfer verliest, hört sich das so an: "Eva Kathinka L., geboren am 2. Juli 1994. Sie befand sich auf dem ,Liebes-Pfad‘. Sie wurde von zwei Schüssen getroffen, einem Schuss in den Hals und einem Kopfdurchschuss, der das Gehirn schädigte. Sie starb an den Kopfverletzungen."
Eine Stunde lang beschreibt die Staatsanwältin am Amtsgericht Oslo mit klinischer Präzision, wie Menschen beim Bombenanschlag im Regierungsviertel in der Hauptstadt starben und wie Breivik anschließend Jugendliche auf der Ferieninsel Utöya ermordete. Insgesamt 77 Menschen kamen ums Leben. Auch die Namen derer, die bei den Anschlägen zum Teil schwer verletzt wurden, werden an diesem ersten Tag des auf zehn Wochen anberaumten Prozesses genannt.
Während der Aufzählung hält Breivik den Blick unbewegt auf die vor ihm liegende Anklageschrift gerichtet. Weite Teile der Verhandlung scheint er hingegen sichtlich zu genießen.
Mit hochgestrecktem Arm
Zu Beginn seines Auftritts vor Gericht präsentiert er sich mit hochgestrecktem rechtem Arm; mehrfach umspielt ein Lächeln seinen Mund, als Filmaufnahmen von Chaos und Zerstörung kurz nach dem Bombenanschlag im Regierungsviertel gezeigt werden. Bei der Vorführung des von ihm erstellten zwölfminütigen Films, der vor einem "islamischen Invasion in Europa" warnt, bricht er in Tränen aus. Die Staatsanwaltschaft will für Breivik wegen der Ausführung von Terrorhandlungen die Einweisung in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung erreichen. Unter anderem, so Staatsanwalt Svein Holden, ziehe man in Zweifel, dass ein von dem Islamhasser beschriebenes geheimes Netzwerk Gleichgesinnter tatsächlich existiere.
Breivik bekennt sich "nicht schuldig". Er gebe die Taten zu, bekenne sich jedoch nicht als strafschuldig. Stattdessen will der erklärte Islamhasser in Notwehr gehandelt haben. Die Frage nach Breiviks Zurechnungs- und somit Schuldfähigkeit wird die wichtigste in dem Prozess sein. Die Anwälte des 33-Jährigen plädieren auf dessen ausdrücklichen Wunsch hin auf Schuldfähigkeit. Die Verhandlung in Oslo wird in siebzehn weitere Gerichte übertragen, von wo sie Angehörige und Überlebende verfolgen können. Landesweit stehen ihnen dabei Krisenteams bei.
Einen makabren Höhepunkt erreicht der erste Verhandlungstag am Nachmittag mit der Rekonstruktion dessen, was am 22. Juli 2011 auf Utöya geschah. Zu hören sind unter anderem die Telefongespräche, die Breivik von der Insel aus mit der Polizei führte. Als der verzweifelte Anruf eines Mädchens eingespielt wird, das von dem immer näherkommenden Täter berichtet, während im Hintergrund Schüsse zu hören sind, scheint die Zeit im Gerichtssaal stillzustehen. Breivik lächelt.
Ab heute, Dienstag, wird der mutmaßliche Massenmörder fünf Tage lang Zeit haben, seine Taten zu erklären. Breiviks Anwalt Geir Lippestad bittet die Angehörigen der Opfer um Verständnis: "Wir verstehen, dass es für die Hinterbliebenen schwer ist, seine Erklärungen anzuhören", so Lippestad. Zum einen stehe es in einem Rechtsstaat aber jedem Angeklagten zu, sich zu äußern.
"Kein Mikrofon bieten"
Zum anderen will man Breivik laut Lippestad "kein Mikrofon bieten", sondern auf seine Taten fokussieren: "Deshalb ist seine Version wichtig - er selbst ist der wichtigste Zeuge." Dazu will die Verteidigung Zeugen aus der rechtsextremistischen und der islamistischen Szene vernehmen.
Nach der Erklärung von Breivik will das Gericht im April zunächst explizit den Bombenanschlag in Oslo behandeln, bevor im Mai die Geschehnisse auf der Insel Utöya im Vordergrund stehen sollen. An drei Tagen zum Ende des Prozesses soll die Frage der Zurechnungsfähigkeit behandelt werden. Allerdings könnten sich noch einige Veränderungen ergeben: Vergangenen Freitag hat die Verteidigung laut Lippestad insgesamt weitere 1000 Seiten Beweismaterial erhalten, das sie ins Prozessprotokoll aufgenommen sehen will. Laut Staatsanwaltschaft wird auch die Mutter des Angeklagten aussagen, was sie bisher strikt abgelehnt hatte.
Hat man Breivik an diesem ersten Verhandlungstag trotz erklärt gegenteiliger Ambitionen nun nicht doch eine allzu große Bühne geboten? War es nötig, vor Gericht sein Video abzuspielen? Ja, so Staatsanwältin Inga Bejer Engh vor der Presse: Man habe lange über diese Frage diskutiert. Aber: "Dieses Video zeigt, wer er ist, was er repräsentiert. Um das deutlich zu machen, sind alle Beweise wichtig." (Anne Rentzsch aus Oslo /DER STANDARD, 17.4.2012)
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stellt mich als - Gott sei Dank - unbeteiligten Beobachter auf eine harte Probe. Ich möchte mir nicht voerstellen müssen, was in den Angehörigen vorgeht, wenn sie den Prozeß verfolgen (müssen). Unabhängig von den 'Feinheiten' der Juristerei, hat dieser massiv gestörte Mensch alleine durch die Schwere seiner Tat das Recht auf eine Teinahme an der mennschlichen Gesellschaft dauerhaft verwirkt! Ob er irgendwann einmal als 'geheilt' eingestuft wird, spielt da für mich keine Rolle! Die Gesellschaft muß sich vor solchen Individuen schützen, es wird auch so genügend Kranke geben, die ihn sogar verherrlichen...
Seppl, ich wünsche Ihnen, dass Sie nie in die Verlegenheit kommen, die "'Feinheiten' der Juristerei", wie beispielsweise die Unschuldsvermutung oder das Recht auf einen fairen Prozess, in Anspruch zu nehmen. Falls doch, werden Sie schnell erkennen, dass ein die Menschenrechte achtender Rechtsstaat schon seine Vorteile hat. Da ein solcher Rechtsstaat aber für alle gelten muss, kann man nicht nach bei Bedarf darauf verzichten.
Sofern Sie mit der unterstellten Krankheit bzw. massiven Störung des Angeklagten eine Unzurechnungsfähigkeit meinen, sollten Sie sich überlegen, was es bedeutet, an einer Krankheit zu leiden, durch die man unfähig ist, das Unrecht einer Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln. - Keine Strafe ohne Schuld!
die Grundpfeiler unseres Rechtsstaates sind über Jahrhunderte - teils sehr blutig - erstritten worden, an ihnen ist nicht zu rütteln!
Die Frage der Schuld sollte ja gerade in diesem rechtsstaatlichen Verfahren geklärt werden, scheint jedoch unstrittig?!
Sollte sich objektiv seine Unschuld erweisen, ist er sofort zu enthaften und entsprechend zu entschädigen!
Jedoch ist es für mich (in diesem besonderen Fall?) nebensächlich, ob er seine Schuld auch erkennen konnte, auch wenn diese Ansicht vielleicht nicht pc ist!
Wie auch immer die Sachverständigen (nicht die Richter!) urteilen, es würde mich sehr erschrecken, wenn man ihn nicht auf Dauer von der menschlichen Gesellschaft fernhält!
Wenn er seine "Schuld" (richtig: das Unrecht seiner Tat) - etwa aufgrund einer Erkrankung - nicht erkennen konnte, trifft ihn eben keine Schuld. Ebensowenig wie ein Schlafwandelnder, ein Tier oder ein Kleinkind schuldhaft handeln kann. Schuld bedingt die Fähigkeit, das Unrecht erkennen und sich dementsprechend verhalten zu können.
Das heißt aber natürlich noch lange nicht, dass man solche Personen frei herumlaufen lassen kann. Es bedeutet unterm Strich lediglich, dass sie für ihre Taten und ihre Gefährlichkeit nichts können und außer sicherer Unterbringung auch Behandlung brauchen.
Das nenne ich Chuzpe! Wenn ich das höre, würd ich dem Typen am liebsten an die Gurgel springen, heftig würgen, bis er kein Wort mehr rausbringt - aus reiner Notwehr natürlich, damit er die Welt nicht weiter mit so einem Stuss vergiftet.
(Böser Sarkasmus Ende)
Im Ernst: Wir müssen uns im Klaren sein, dass es auf unserer Welt viele Breiviks gibt, die um des eigenen Vorteils willen hemmungslos über tausende Leichen gehen - und dabei völlig überzeugt sind, das absolut Richtige zu machen. Man überlege sich nur, wie viel Blut an den Händen so manchen gefeierten (nicht gefeuerten) Wirtschaftsbosses klebt, den alle hofieren und der genauso eitel wie Breivik im Fernsehen irgendwas daherschwadroniert, wie toll er der Menschheit dient!
als ob es IRGENDEINE rechtfertigung geben könnte. vollkommen unerheblich "wer er ist" oder "was er denkt".
würde vollkommen ausreichen, dass sich der prozess auf den reinen sachverhalt und die beweislast konzentriert.
und dann dafür sorgen, dass er nie wieder aus dem häfn kommt, denn alles andere wäre eine verhöhnung der opfer und der menschheit im allgemeinen.
Er weint an der Stelle, an dem die mögliche Vormacht der Muslime gezeigt wird. Das kommt in dem Artikel nicht raus. Die Opfer sind ihm egal, er weint um "sein arisches Volk". Er lebt in einer komplett eigenen, abgehobenen, wahnhaften Welt.
ich verstehe nicht warum man diesem tier so ein forum gibt. warum man nicht unter ausschluß dieser kameras die verhandlung machen kann - und dem ..... kein forum bieten - wo er noch lachend seine tirade schwingen kann - und wo er zu weinen beginnt vor rührung, wenn er sein eigenes manifest liest.
dieses ding ist so monströs, daß man es in worte nicht fassen kann. .....
eines kannst du dir sicher sein:
wenn sowas wie da in norwegen passiert knallen bei reuters und mordoch die sektkorken - also wenn ich eine zeitung hätte, würd ich täglich für attentate beten.........das beste für die auflage, das wachstum und den profit - pervers? mit sicherheit, aber in einem perversen system ganz normal.
Ich finde das zu kurz gedacht. Breivik wird in großen Teilen so wie die rechten Populisten in Europa "argumentieren" und das entblößt selbige. Sie werden sich Fragen gefallen lassen müssen, ob sie mit einem Massenmörder einer Meinung sind...
Und jenen, die Breivik als Vorbild sehen ist so und anders nicht zu helfen.
einer partei wie der fpö schaden?
ich fürchte nicht. denk' an die filme über eichmann, die kzs, die ghettos die die nazis eingerichtet haben, kurz die ganzen berge von material über die ns-zeit mit der wir regelrecht zugeschüttet werden - wie ist es dann deiner ansicht nach erklärbar, dass es immer noch leute gibt die mehr oder weniger mit den nazis sympathisieren und parteien wählen die mit denselben oder sehr ähnlichen ideologischen mustern gegen alles hetzen was ihnen nicht passt?
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