Mögliche Kettenreaktion vor der Antarktis befürchtet - Erste Gen-Landkarte vom Melanom erstellt

9. Mai 2012, 01:01
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Mögliche Kettenreaktion vor der Antarktis befürchtet 

London - In der Antarktis könnte es in den nächsten Jahrzehnten eine verheerende Verkettung von Abschmelzprozessen geben. Anders als lange angenommen wirke sich der Klimawandel auch auf das Weddellmeer aus, das größte Randmeer am antarktischen Kontinent, behaupten deutsche Forscher im Fachmagazin "Nature". Warmes Wasser werde dem Filchner-Ronne-Schelfeis heftig zusetzen. Dieses falle dann als Barriere für nachrutschendes Inlandeis weg. Die Kettenreaktion könnte zu einem Meeresanstieg von 4,4 mm pro Jahr führen.

Abstract
Nature: "Twenty-first-century warming of a large Antarctic ice-shelf cavity by a redirected coastal current"

Erste Gen-Landkarte vom Melanom erstellt 

London - Bessere Aussichten auf die Entwicklung neuer Therapien gegen den "Schwarzen Hautkrebs" in der Zukunft: Ein internationales Wissenschafterteam mit Beteiligung aus Wien hat im Fachblatt "Nature" erstmals eine Gen-Landkarte des Melanoms erstellt. Neben bekannten Mutationen wurden auch neue - speziell im sogenannten PREX2-Gen - entdeckt, die bisher beim Brustkrebs bekannt waren. (DER STANDARD, 10.5. 2012)

Link
Nature: "Melanoma genome sequencing reveals frequent PREX2 mutations"


Jagdspinne peilt Opfer mit "Luftsensoren" an

Die Jagdspinne Cupiennius salei stellt ihrer Beute springend nach. Das war der Wissenschaft bereits bekannt. Forscher der Universität Wien und der Technischen Universität (TU) Wien haben nun im Journal Interface der Royal Society analysiert, wie sie die entscheidenden Informationen für ihre Attacken auf Fliegen sammelt. Dabei zeigte sich, dass die Spinnen mittels kleiner Härchen an ihren Beinen die Luftverwirbelungen ihrer vorbeifliegenden Beute wahrnehmen. Das liefert die nötigen Informationen für ihre Sprünge. (APA)

Infektionen fordern 1,5 Millionen Krebstote

Jede sechste Krebserkrankung wird von Infektionen verursacht, die größtenteils vermeidbar oder behandelbar wären. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Fachjournal Lancet Oncology veröffentlichte Studie. Im Jahr 2008 starben demnach 7,5 Millionen Menschen weltweit an Krebs. 1,5 Millionen der Todesfälle gingen auf Tumoren zurück, die von Magenbakterien, Humanen-Papilloma- oder Hepatitis-Viren und anderen Erregern verursacht werden. (APA, DER STANDARD, 9.5.2012)


Warmer Frühling macht mehr Fledermäusinnen

San Francisco - Ist es früh im Jahr warm, bekommen Große Braune Fledermäuse mehr weiblichen Nachwuchs, fanden Forscher im Fachblatt PLoS One heraus. Die Weibchen sind bis zum Herbst geschlechtsreif und sorgen früher für weitere Nachkommen. (tasch, DER STANDARD, 8.5.2012)

Abstract
PLoS One: Variable Variation: Annual and Seasonal Changes in Offspring Sex Ratio in a Bat


Ostasiaten werden immer kurzsichtiger 

London - Forscher vermelden in der britischen Medizinzeitschrift "The Lancet" einen dramatischen Anstieg von Kurzsichtigkeit bei Städtern in Ostasien. Während bei uns 20 bis 30 Prozent betroffen sind, leiden 80 bis 90 Prozent der Schulabgänger unter Myopie. Die Forscher gehen davon aus, dass die Kinder zu viel Zeit in der Schule, beim Lesen oder vor dem Computer verbringen.

Abstract
The Lancet: "Myopia"

Warum Pfeffer als Schlankmacher wirkt 

San Francisco - Piperin heißt die Substanz, die den Pfeffer scharf macht. Nun haben koreanische Forscher (im Fachblatt "PLoS One") herausgefunden, dass der Wirkstoff sich positiv auf den Fettstoffwechsel auswirkt: Unter dem Einfluss von Piperin entstehen weniger ausgewachsene Fettzellen aus Fett-Vorläuferzellen. (tasch/DER STANDARD, 5./6.5. 2012)


Joggen kann das Leben dramatisch verlängern

Dublin - Dass Laufen gesund ist, weiß man. Wie sehr Jogging die Lebenserwartung erhöhen kann, machte am Donnerstag die Präsentation der Daten einer seit 1976 laufenden Studie über die Herzgesundheit der Einwohner Kopenhagens klar: Dänische Mediziner berichteten, dass regelmäßig laufende Frauen (ein bis 2,5 Stunden pro Woche) um 5,6 Jahre länger leben. Männliche Jogger haben gar eine um 6,2 Jahre höhere Lebenserwartung. (tasch, DER STANDARD, 4.5.2012)


Scheidenflora differiert stärker als bisher gedacht

Washington - Rund ein Viertel aller Frauen leidet an einer bakteriellen Entzündung der Vagina. Nun fordern Forscher, dass es individuell besser abgestimmter Maßnahmen bedarf. Denn wie die US-Experten im Fachblatt "Science Translational Medicine" nach langfristigen Untersuchungen an 32 Teilnehmerinnen schreiben, gibt es sowohl zwischen den Frauen wie auch bei manchen Frauen im Laufe relativ kurzer Zeit große Unterschiede in der Zusammensetzung der Mikroben. (tasch)

Abstract
Science Translational Medicine: Temporal Dynamics of the Human Vaginal Microbiota

1,1 Millionen tote Babys als Folge von Frühgeburten 

London - 15 Millionen Kinder kommen laut einer neuen Studie vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche - und damit zu früh - auf die Welt. Jährlich 1,1 Millionen Kinder sterben daran. Österreich schneidet in der Liste von 193 Staaten mit 10,9 Prozent Frühgeburten schlecht ab. (DER STANDARD, 3.5. 2012)


Delfine in Brasilien helfen Fischern - aus Eigennutz

Die Kooperation von Delfinen und Menschen ist doch kein Mythos: Ein internationales Forscherteam berichtet in den Biology Letters der Royal Society davon, dass Große Tümmler an der Küste Brasiliens Meeräschenschwärme in die Netze der Fischerboote treiben. Lohnenswerte Gebiete signalisieren sie den Menschen beispielsweise per Flossenschlagen. Ihr Vorteil daraus: Beifang und Reste als leicht gewonnene Mahlzeiten. Von 35 beobachteten Delfinen waren 16 als Jagdhelfer aktiv, 19 hingegen hielten sich heraus. Bei 15 der 16 Aktiven stellten die Forscher ein deutlich höheres Maß an sozialer Interaktion untereinander fest. (APA, red)

Hör- und Tastsinn hängen genetisch zusammen

Menschen mit Hörproblemen haben laut einer im Fachblatt PLoS Biology veröffentlichten Studie oft auch einen schlechteren Tastsinn. Gary Lewin (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin) und sein Forscherteam haben eine Genveränderung identifiziert, die beide Sinne beeinflusst. Bei weiteren Untersuchungen an einer Schule für Hörbehinderte zeigte sich, dass bei vielen Jugendlichen der Tastsinn nur schwach ausgeprägt war. Zudem fanden die Forscher heraus, dass die Tastfähigkeit zum mehr als 50 Prozent genetisch bedingt ist. (APA, red, DER STANDARD, 02.05.2012)


"Lichtdiät" endete tödlich

Bern - Der Dokumentarfilm "Am Anfang war das Licht" animierte eine Frau aus der Ostschweiz, den darin dargestellten "Lichtnahrungsprozess", eine radikale Fastenkur, zu absolvieren. In der Doku wird die These vertreten, dass spirituell begabte Personen ohne Nahrung auskommen könnten. Quantenphysiker lieferten unter anderem vermeintliche Erklärungen dafür. Die Frau verhungerte, berichtet nun der Tagesanzeiger. (pum, DER STANDARD, 27.4.2012)


Millionen Vögel sterben wegen Funktürmen

San Francisco - Allein in Nordamerika sterben fast sieben Millionen Zugvögel nach Schätzungen von Forschern im Fachbatt "PLoS One" an Funktürmen. Die Tiere verheddern sich meist in den Kabeln an den Türmen und verenden dort. Besonders gefährlich seien die Türme für die Tiere bei schlechtem Wetter.

Abstract
PLoS One: "An Estimate of Avian Mortality at Communication Towers in the United States and Canada"

Historiker Carl Schorske wurde Ehrenbürger Wiens 

Wien - Sein Buch "Fin-de-Siecle Vienna: Politics und Culture" (1980) trug ihm den Pulitzerpreis ein und machte ihn berühmt. Zugleich machte Carl Emil Schorske damit das Wien der vorletzten Jahrhundertwende weltweit populär. Bei einem Festakt am Dienstag wurde der heute 97-Jährige vom Wiener Bürgermeister Michael Häupl zum Ehrenbürger der Bundeshauptstadt ernannt. (tasch/DER STANDARD, 26.4. 2012)


"Wie Jogging": Regelmäßig Kaffee senkt den Blutdruck

Erhöhter Blutdruck über längere Zeit erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Hirnschlag. Eine Tasse Kaffee pro Tag kann diese Gefahr jedoch vermindern, wie ein Team um Murielle Bochud vom Universitätsspital Lausanne in der Fachzeitschrift Human Molecular Genetics berichtet. Denn wer regelmäßig Kaffee trinkt, hat einen niedrigeren Blutdruck. Dieser neu entdeckte Zusammenhang liegt im Erbgut begründet. "Das ist vergleichbar mit Jogging: Auch wenn der Blutdruck während des Rennens steigt, schützt regelmäßiger Sport vor Herz-Kreislauf-Schäden", so der Erstautor. Die herzfreundliche Wirkung von Kaffee gilt allerdings nur für Nichtraucher. (APA/red, DER STANDARD, 25.4.2012)

Abstract
Human Molecular Genetics: Caffeine intake and CYP1A2 variants associated with high caffeine intake protect non-smokers from hypertension


Zahl der Todesfälle durch Masern sinkt weiter

Genf - Die Zahl der Masern-Toten geht weiter zurück: Starben im Jahr 2000 535.300 Menschen an der Krankheit, waren es zehn Jahre später nur 139.300, berichtet das Fachblatt "The Lancet". Die von der WHO erhoffte Reduktion um 90 Prozent wurde allerdings (mit 74 Prozent) verfehlt. (APA/red, DER STANDARD, 24.4.2012)


Verpassten Chancen nicht nachzutrauern hält gesund

Washington - "Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist." Die berühmte Zeile aus der "Fledermaus" ist quasi die Essenz einer neuen Studie im Fachblatt "Science", die Aufschluss gibt über psychische Gesundheit im Alter. Und im Normalfall trauere man über 50 verpassten Chancen auch weniger nach. (tasch/DER STANDARD, 21./22.4. 2012)


Tsunami-Gefahr auch im Norden Griechenlands

Aachen - Auch die Geologie meint es im Moment nicht gut mit Griechenland: Nach Einschätzung deutscher Forscher werde die Tsunami-Gefahr in Griechenlands Nordosten unterschätzt. Im Norden habe es in den vergangenen 5.000 Jahren immer wieder Tsunamis gegeben, wie zahlreiche Bodenuntersuchungen an der Nordküste ergeben hätten. Demnach könnten drei bis fünf Meter hohe Wellen auf die Küste schlagen. Den bisher letzten Tsunami gab es 1893 in der Gegend. (DER STANDARD, 20.4. 2012)


Wie der Hormonspiegel bei Fußballfans ansteigt

San Francisco - Spanische und niederländische Forscher haben während des WM-Finales 2010 von 50 spanischen Fußballfans verschiedenen Alters und Geschlechts Blutproben genommen, um den Hormonspiegel zu messen: Das Resultat (in "PLoS One"): Das Testosteron stieg bei allen an, aber nicht mehr nach dem Sieg. Mehr Cortisol hatten nur echte Aficionados im Blut. (tasch)

Bewegung schützt auch mit 80 noch vor Alzheimer 

Chicago - Tägliche körperliche Übungen können das Alzheimer-Risiko deutlich senken. Dies ist sogar noch bei Menschen über 80 Jahren möglich, behaupten Forscher des Rush University Medical Center (Chicago) in einer Studie im Fachblatt "Neurology". (DER STANDARD, 19.4. 2012)


Kurien für Wissenschaft und Kunst werden größer

Drei Wissenschafter und zwei Künstlerinnen sind am Dienstag mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet und damit in die entsprechende Kurie aufgenommen worden. Die neuen Mitglieder sind der Germanist Claudio Magris, der Wirtschaftswissenschafter Ernst Fehr sowie der Wissenschaftstheoretiker Ian Hacking. Die neuen Mitglieder der Kunstkurie sind die Bildhauerin Rebecca Horn und die Malerin Martha Jungwirth. (APA, red/DER STANDARD, 18.4.2012)

Gletscher im Karakorum trotzen der Schmelze

London - Die Gletscher des zentralasiatischen Karakorum-Gebirges (mit dem K2 als zweithöchsten Berg der Welt) entwickelten sich in den vergangenen Jahren gegenläufig zum globalen Trend: Auch im Gegensatz zum benachbarten Himalaya legten im letzten Jahrzehnt die Eismassen im Karakorum leicht zu, wie neue Vermessungen zeigen, die französische Klimaforscher im Fachblatt Nature Geoscience veröffentlichten. Die Daten belegen außerdem, dass das Schmelzwasser dieser Gletscher deutlich weniger zum Meeresspiegelanstieg beitrage als bisher angenommen. (tasch, DER STANDARD, 17.4.2012)

Abstract
Slight mass gain of Karakoram glaciers in the early twenty-first century

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