Defibrillatoren für alle Stadien gefordert

  • Erinnerung an Piermario Morosini am Stadion Armando Picchi von Livorno.
    foto: dapd/bernini

    Erinnerung an Piermario Morosini am Stadion Armando Picchi von Livorno.

Serie-B-Profi nach Herzattacke gestorben - Klagen über zu hohe Belastungen der Spieler

Rom - Nach dem Tod des italienischen Fußballprofis Piermario Morosini vom Serie-B-Klub Livorno Calcio, der am Samstag in der 31. Minute des Punktspiels bei Pescara Calcio (2:0) eine Herzattacke erlitten hatte, hat die Staatsanwaltschaft in Pescara Ermittlung wegen fahrlässiger Tötung in die Wege geleitet.

Ein DNA-Test soll feststellen, ob der Spieler an einem genetisch bedingten Herzfehler litt, den ärztliche Untersuchungen nicht diagnostiziert hatten. Dies gilt als wahrscheinlichste Ursache für die Tragödie. Ermittelt wird auch, warum ein Polizeiwagen mehrere Minuten lang den Zugang des Krankenwagens zum Stadion von Pescara verhindert hatte. Dies habe die Rettungsaktion verzögert.

Am Dienstag soll der Sarg mit dem Leichnam Morosinis nach Livorno überführt werden. Im Stadion Armando Picchi wollen sich Fans und Bürger Livornos versammeln, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Danach wird der Sarg nach Bergamo, Heimatstadt Morosinis, überführt. Livorno gab am Montag bekannt, dass die Trikotnummer 25 von Morosini nicht mehr vergeben wird.

Derweil klagen Spieler und Funktionäre im italienischen Fußball über zu große Belastung. "Die Gesundheit der Spieler hat absolute Priorität. Mit derart vielen Spielen im Laufe der Saison wächst die Gefahr der Gesundheitsschäden für die Spieler", sagte der Präsident der italienischen Fußballergewerkschaft AIC, Damiano Tommasi. Vor allem die Serie-A-Spieler seien im Dauereinsatz.

Auch Stürmer Antonio Di Natale, Morosinis ehemaliger Teamkollege bei Udinese Calcio, hält die Anforderungen ebenfalls für zu hoch. "Man muss weniger spielen und mehr Ruhetage zwischen den Spielen haben. Ich behaupte dies schon seit langem und habe auch mit unseren Ärzten darüber gesprochen. Ich bin 34 Jahre alt, doch letztes Jahr dachte ich an Rücktritt, weil man einfach nicht pausieren kann."

Die Regierung in Rom will inzwischen mit Italiens Nationalem Olympischen Komitee CONI über den Vorschlag diskutieren, in allen größeren Sportanlagen einen Defibrillator zur Verfügung zu stellen. Der Direktor der dritten Liga, Francesco Ghirelli, erklärte, dass die Serie-C-Fußballer solange nicht mehr spielen werden, bis die Geräte zur Reanimation bereitgestellt sind. (sid/red, 16.4. 2012)

Share if you care