"Die Esoterik will die Probleme der Welt mit Engelssprays lösen"

Interview |
  • "Esoterik ist ein Zerrspiegel der Gesellschaft", sagt Johannes Fischler.
    foto: privat

    "Esoterik ist ein Zerrspiegel der Gesellschaft", sagt Johannes Fischler.

  • "Engelessenzen" für die Aura, für energetische Reinigung und zur Liebe und Selbstliebe.
    foto: derstandard.at

    "Engelessenzen" für die Aura, für energetische Reinigung und zur Liebe und Selbstliebe.

Autor Johannes Fischler über den Umsatz, den Placebo-Effekt, die Suchtgefahr und den braunen Unterbau der Esoterik

Mit "New Cage: Esoterik 2.0 - Wie sie die Köpfe leert und die Kassen füllt" legt Johannes Fischler sein erstes Sachbuch vor. Darin fühlt der Tiroler Psychologe dem esoterischen Konsumrausch und der dahinterliegenden Marketing-Dramaturgie auf den Zahn. Ein Erfolgsgarant der Szene: "Aufmerksamkeit ist die unwiderstehlichste aller Drogen."

Im Gespräch mit derStandard.at berichtet Fischler von 500.000 Euro schweren Engelsfestivals, Delfinenergiereisen nach Hawaii, dem neurochemischen Rausch bei den Kunden und "Ostara", der Lieblingszeitschrift des jungen Adolf Hitler.

derStandard.at: Bei Esoterik kommen mir Energiekristalle, Bewusstseinsseminare und bunte Einhornbilder in den Sinn. Wie definieren Sie den Begriff?

Fischler: Vom griechischen Wortstamm her verweist die Esoterik auf "das Innerliche". Einerseits meint sie ein obskures, nur einem inneren Kreis zugängliches Geheimwissen, andererseits ist es ein auf das Innerpsychische zentrierter Ansatz. Ich finde den Gang ins Innerliche, etwa durch Meditation, nicht unwichtig. Hinter der modernen Esoterik, wie sie im 19. Jahrhundert begonnen hat, steckt aber erstens ein mittlerweile äußerst profitables Geschäftsmodell und zweitens ein durchaus bedenklicher ideologischer Überbau. Der besagt: Alles, was einem widerfährt, hat den Ursprung im eigenen Geist - wer positiv denkt, dem widerfährt Positives, und Negatives dem, der negativ denkt.

derStandard.at: Wenn ich in einem abstürzenden Flugzeug sitze, habe ich zu negativ gedacht?

Fischler: Im esoterischen Weltbild natürlich. Aber vielleicht war es auch Ihr schlechtes Karma, wer weiß? In der Psychologie wird das "Blaming the Victim" genannt. Es ist die Argumentation, mit der auch Vergewaltigungsopfer beschuldigt werden, sich zu aufreizend angezogen zu haben.

derStandard.at: Im Vorgespräch haben Sie darauf hingewiesen, dass Esoterik nicht mehr als solche wahrgenommen wird. Warum nicht?

Fischler: Weil sie in den letzten Jahren endgültig in der gesellschaftlichen Mitte angekommen und so gegenwärtig ist, dass sie nicht mehr besonders auffällt. Wenn Politiker mit Wünschelruten im Parlament in Wien Störfelder ausfindig machen (Fischler zeigt einen Zeitungsausschnitt, Anm.), am WIFI Aura-Soma-Kurse angeboten werden und Popstar Nena mit der Zeitschrift "Lichtarbeiter" Propaganda macht, dann wissen wir, was es geschlagen hat.

Norbert Bolz sagte schon in den 90er Jahren, dass Esoterik die "ersatzreligiöse Produktivkraft" des 21. Jahrhunderts schlechthin werden wird - und das ist sie: Für Österreich gibt es leider keine Zahlen, aber in Deutschland setzt die Esoterikindustrie geschätzte 20 bis 25 Milliarden Euro pro Jahr um. Zum Vergleich: Die Bierindustrie in Deutschland macht jährlich einen Umsatz von neun Milliarden. Manche Organisatoren verdienen mit Engelsfestivals an einem einzigen Wochenende bis zu eine halbe Million Euro. In sogenannten Mindstyle-Magazinen werden Delfinenergiereisen nach Hawaii angeboten, weil dort angeblich das "Wurzelchakra" unseres Planeten liegt.

derStandard.at: Das klingt zumindest wirtschaftlich visionär.

Fischler: Die Esoterik-Geschichten der 80er und 90er mit Uriella und Fiat Lux hatten ein Schmuddel-Image, das gibt es jetzt kaum mehr. Die Wirtschaftskammer hat die Gewerbe Human-, Raum- und Tierenergetiker geschaffen, und nicht wenige Anbieter füllen diese Gewerbe heute mit perfektem Marketing aus. Die Verkaufszahlen esoterischer Literatur verzeichnen zweistellige Zuwachsraten, und das in einem an sich stagnierenden Büchermarkt. Der scheinkritische Propagandafilm "Am Anfang war das Licht" von P. A. Straubinger war in Österreich mit 100.000 Besuchern der erfolgreichste Dokumentarfilm des Jahres 2010. Es sind durchwegs kluge Geschäftemacher, die über Hochglanzprospekte urheberrechtlich geschützte Engelssprays gegen Kindbettfieber, sexuelle Probleme oder für Mut zu unkonventionellen Partnerschaften verkaufen.

derStandard.at: Wer trotz Einsprühens keine sexuelle Zufriedenheit erlangt, wird wohl Einmalkunde bleiben - wie kann dieses Geschäftsmodell so lukrativ sein?

Fischler: Ein Produkt auf sein Funktionieren hin zu beurteilen ist der rationale Zugang. Im Irrationalen spielt das Funktionalismus-Dogma "unserer" Welt aber keine große Rolle. Mit solchen energetischen Verbrauchsartikeln werden vielmehr fantastische Bilder- und Duftwelten, eine durch und durch kindliche Ästhetik verkauft. Der Kunde wird herausgefordert, seine Vorstellungskraft einzusetzen, was einen inneren Zauber und eine Art seligmachende Gläubigkeit erzeugt. Im Marketing wird dabei von einem Eigeninvestment des Kunden gesprochen, was durchaus auch mit einem neurochemischen Rausch verbunden sein kann.

derStandard.at: Eine Art Placebo-Effekt?

Fischler: Man könnte das so nennen.

derStandard.at: Wenn trotz Fehlens eines Wirkstoffes eine positive Veränderung herbeigeführt werden kann, kann das keinen Nachteil haben. Oder ist dieser Zugang zu naiv?

Fischler: Auf den ersten Blick ist am Placebo-Effekt nichts Schlechtes. Wenn aber jemand glaubt, irgendwelche Energien hätten gegen ein Leiden geholfen, dann kann es schnell passieren, dass man sich das fatale Weltbild dahinter einkauft. Viele werden abhängig von Quantenfeldern und Geistenergien, verlieren die Eigenkontrolle und entwickeln eine Art "energetische Paranoia". Sie sehen dann nicht mehr, dass sie die positive Veränderung durch die eigene Suggestion herbeigeführt haben. Den Esoterik-Grundsatz "Wer heilt, hat recht" halte ich für mindestens sehr hinterfragenswürdig.

derStandard.at: Das Heil, die Heilung ist ein zentraler Punkt der Esoterik. Es scheint mir eine pessimistische Herangehensweise: Leid muss gelindert, Übel abgewendet, Einsamkeit oder Armut überwunden werden. Gibt es auch Esoterik mit positiven Vorzeichen?

Fischler: Ich habe bisher alle Esoterik defizitorientiert wahrgenommen. Sie verkauft immer diesen Mangel, die ewige Sehnsucht nach der Glückseligkeit. "Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück", heißt es schon bei Schubert. Durch dieses Streben, ohne ankommen zu können, begeben sich viele in eine Unfreiheit.

derStandard.at: Ist dieses Streben nicht zutiefst menschlich? Würden wir nicht in Lethargie verfallen, wenn wir "ankommen" und kein Ziel mehr haben?

Fischler: Das Sehnen wird wahrscheinlich immer da sein. Aber in der Esoterik, wie ich sie kennengelernt habe, ist es ein Sich-Eingraben nach unten, eine Art Maulwurfstaktik. Mit der Esoterik versuchen die Involvierten, die Probleme der Welt durch Rekalibrierungen und Engelssprays zu lösen, was freilich keine realen Probleme löst, sondern nicht viel mehr als teures Schattenboxen ist.

derStandard.at: Die Existenz "seriöser" Esoterik schließen Sie also aus?

Fischler: Durch Bücher oder Filme mal in fantastische Welten zu flüchten, bei Clubbings das Archaische auszuleben und in Ekstase zu verfallen, kultische Bräuche, wie in der Fasnacht den Winter auszutreiben, das ist alles kein Problem, solange das Ganze spielerisch und innerhalb eines kulturellen Rahmens abläuft. Und anders als in so vielen Bereichen der Esoterik ist das, wenn wir diesen Begriff hier gebrauchen wollen, "seriös", weil es nicht mit dem Wahrheitsanspruch einer Ideologie überzogen ist, hinter der im Übrigen eine bedenkliche historische Wurzel steckt.

derStandard.at: Welche Wurzel meinen Sie?

Fischler: Das geistige Fundament vieler esoterischer Strömungen geht auf das spätere 19. Jahrhundert und die Schule einer Frau namens Helena Petrovna Blavatsky zurück. Ihre Theosophie und die Anthroposophie von Rudolf Steiner, dem Begründer der Waldorfschule, bilden die Grundlagen für eine Rassentheorie, in der das Weiße, das Helle, die "Lichtwesen" immer als höherwertig eingestuft und dunkelhäutige Menschen in verschiedenen Abstufungen als trieb- und krankhafte Tierwesen betrachtet wurden.

Schon damals wurde auch in der davon beeinflussten Ariosophie die Symbolik des Hakenkreuzes verwendet, und die Lieblingszeitschrift des jungen Adolf Hitler, "Ostara", wurde vom theosophisch inspirierten Lanz von Liebenfels herausgegeben. In diesen Mythologien wurde bereits der "gottgegebene germanische Führungsanspruch" ausformuliert und ohne diese ideologische Grundlage hätte es die NSDAP in der uns bekannten Form wahrscheinlich nie gegeben. Die inneren Zirkel der SS haben sich als Lichtvolk gesehen. Die Bilder auf Postkarten und in Zeitschriften von damals lassen sich kaum von denen in einschlägigen Esoterikmagazinen unserer Tage unterscheiden.

derStandard.at: Sind wir alle - auch Menschen, die sich als skeptisch bezeichnen würden - potenziell empfänglich für solche esoterischen Mythologien?

Fischler: Wer ein Trauma erlitten hat oder psychisch labil ist, lässt sich natürlich leichter auf okkulte Rattenfänger ein. Ich gehe aber nicht davon aus, dass jemand mit Sicherheit sagen kann: Mir wird das nicht passieren. Es wurden schon viele sehr kluge und gerade auch sich ungläubig glaubende Leute indoktriniert. Wie Sekten empfängt einen die Esoterik auf verführerische Weise: Man wird mit Liebe und Aufmerksamkeit überschüttet - und Aufmerksamkeit ist die unwiderstehlichste aller Drogen. Da setzt die Vernunft dann gerne mal aus.

derStandard.at: Darüber rutscht man in eine Spirale ab?

Fischler: Wenn man hier nicht rechtzeitig aussteigt, ist es oft schon zu spät. Zuerst gibt man die Aufmerksamkeit, die man erfahren hat, zurück. Im nächsten Schritt investiert man Zeit, dann Geld, Familie, Freunde, Job und schließlich die eigene Identität. Das kann so weit führen, dass manche Menschen ihren Nachwuchs als göttliche Wesen, sogenannte Indigo-Kinder, erziehen. Sie sind dann nicht mehr die eigenen Kinder, sondern die sogenannten "Kinder der Neuen Zeit". Wie im Casino oder beim Aktienhandel hat man an einem speziellen Punkt einfach zu viel investiert, um guten Gewissens ohne fremde Hilfe aussteigen zu können.

derStandard.at: Sollten die gesetzlichen Auflagen für Produzenten "spiritueller" Produkte oder Seminaranbieter verschärft werden?

Fischler: Davon halte ich nicht viel. Was verboten wird, reizt höchstens. Was es braucht, sind viele kompetente und gut ausgebildete Leute, die verstehen, in welchem Rausch sich die "Kult-Gefangenen" befinden, und die sie, wenn überhaupt noch möglich, herausholen können. Dafür wird es in nächster Zeit sicher viel Bedarf geben.

derStandard.at: Ist es legitim, mit einem Buch Geld zu verdienen, das die Geldmacherei einer anderen Branche anprangert?

Fischler: Man darf, glaube ich, etwas Geld verdienen - was bei einem Buch, gerade wenn Jahre drinstecken, ohnehin nicht viel ist. Prinzipiell geht es darum bei der Geschichte aber nicht. Nachdem ich beobachtet habe, wie Freunde zehntausende Euro durch Esoterik verloren haben, habe ich mir das Thema näher angeschaut. Je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto schreckenerregender wurde die ganze Sache für mich. Weil die Schattenseiten der Esoterik bis jetzt noch von zu wenigen Autoren so genau beleuchtet und vor allem nicht in einen zeitgemäßen Kontext gesetzt wurden, hatte ich das Gefühl: Jetzt weißt du zu viel, jetzt musst du ein Buch schreiben.

derStandard.at: Eine Marktlücke?

Fischler: Es gab bisher einige kritische wissenschaftliche Zugänge - aber es funktioniert nicht, an das Irrationale mit der Ratio heranzugehen. Viele Esoterik-Anbeter befinden sich in einem permanenten Rauschzustand, und ich versuche, den Lesern anhand anderer Marketing-Bereiche nachvollziehbar zu machen, wie es den Leuten in diesen Traumwelten geht. Es ist mehr eine empathische Annäherung an eine Welt des esoterischen Konsumrauschs und der diesbezüglichen Marketing-Dramaturgie.

Was ich nicht vorhabe, ist, mit dem Finger auf Leute zu zeigen. Ich will darauf hinweisen, dass unsere gesamte Gesellschaft mit ihrem Jugend- und Glückseligkeitswahn den Humus für die absurden Auswüchse der Esoterik bildet. Esoterik ist eine Übersteigerung und ein Zerrspiegel der Gesellschaft. Schuld daran sind, wenn schon, wir alle. (Michael Matzenberger, derStandard.at, 24.4.2012)

Johannes Fischler ist Psychologe und Online-Vermarkter in Hall in Tirol. Er startet nun mit seinem ersten Buch "New Cage: Esoterik 2.0 - Wie sie die Köpfe leert und die Kassen füllt" in die Verlagsakquise.

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Posting 2126 bis 2175 von 2658

ich schäme mich immer fremd für diese scharlatane die so dinge behaupten wie ich habe krebs geheilt und mit den ängsten und krankheiten von anderen menschen spielen um sich persönlich zu bereichern das ist widerlich. dies alles läuft aber brav unter dem deckmantel der esoterik ab komischerweise gibts aber nie eindeutige beweise.

ich würde gern die argumente des rotstrichlers hören :)

Bei uns wohnen Geister

Ha, ich musste mir mal von so einem Heini sagen lassen, dass in unserem Haus Geister wohnen. Er würde sie gerne ausräuchern, gegen einen kleinen Unkostenbeitrag, sagte er. Nein nein sagte ich, die sollen schön alle da bleiben, weil ich ja scheinbar ganz gut mit diesen Dingern ausgekommen. Und vielleicht helfen die mir ja mal beim Putzen oder so. Na der hat geschaut, der wollt unbedingt das ganze Haus ausräuchern. Nach der Bemerkung das ich Rauch nicht mag und er das ja gerne vor der Tür machen kann, war endlich Ruhe. Leute gibts, unglaublich.

Ausräuchern...

...Feinstaub- statt Feinstoffbelastung :D

Du hättest ihm ja gegen einen Unkostenbeitrag...

...deine Geister vorführen können.
Wenn schon welche da sind, sollen sie auch etwas zur Miete beitragen.
;-)

Fischer hat, so recht er auch immer hat, einen grundlegenden Mangel in seiner Interpretation. Esoterik ist nicht nur das was innerlich sondern auch verborgen ist. Somit wird das zugängliche schon wieder exoterisch (und damit "erlöst" sich die Esoterik selbst in einem gewissen der Weltlichkeit geschuldetem Rahmen)
Es ist wie mit dem "Yoga": zu recht wurden gymnast. Exzesse kritisiert, aber das ist nicht Yoga ..

das macht die ...

... katholische kirsche seit 2000 jahren - oder ? ;-)

einer der originellsten Tippfehler

"Die katholische Kirsche"

aber ja - sonst gebe ich Ihnen recht. Nur dass Esoterik offensichtlich überzeugender ist - dort sehen Sie die Engel schon im Diesseits während sie von der Kirche erst im Jenseits versprochen sind.

ja, die sollten vielleicht ihre psalmen auch ich sprays verpacken.

Klosterhandlungen leben ganz gut von diversen Wässerchen, Amuletten etc - vermischt mit richtigen Heilkräutertinkturen und so, das ist oft schwer zu unterscheiden. Es herrscht ja auch grobes Unwissen bei den Konsumenten ... für viele ist z.B. Homöopathie=Naturheilkunde, daher wohl das positive Image. (Die Naturheilkunde hat ihr positives Image übrigens daher, dass wir heute fern der Natur in der Stadt leben)

nur bis newton - danach überließ man dieses feld der sogen. "wissenschaft" die es im gleichen geiste weiterführt: machtkonzentration durch wissensunterdrückung lautet das motto seit 2000 jahren, und auch heute noch;-)

dann geben sie mir dieses wissen! bitte!

Ja, aber DIE haben nicht mit Higgs gerechnet ..

Und so ne blöde Geheimsprache verwenden diese "Wissenschaftler" auch noch, nennt sich Mathematik.. nur ums ja für alle Aussenstehenden unverständlich zu machen

brülll - alles was du an mathematik kennst ist ca. 12.000 jahre alt und in allen antiken bauwerken festgehalten - blöde gschicht, daß wir nix dazu gelernt haben sondern eher verlernt haben und jetzt gerade mal wieder jenen wissenstand haben, um die botschaften die in den pyramiden geometrisch festgehalten wurden überhaupt erkennen zu können.

http://www.youtube.com/watch?v=U... ure=relmfu

Tatsächlich !

Habe gerade die etale Kohomologie beim Sphinx ums Eck blinzeln gesehen.

ich muss gestehen die Videos sind lustig :)

ja, wenn Sie in der HTL, in der Sie waren nur die Mathematik von vor 12.000 Jahren beigebracht bekommen haben, dann wundert mich eigentlich gar nichts mehr an Ihren Aussagen.

naja er hat gewisse weiße recht, auch vor 12000 jahren war 1+1=2

und darauf baut ja auch heute noch alles auf, also hat sich seit 12000 jahren nichts getan :D

und deren Mathematik besteht auch kaum aus Zahlen

nur Buchstaben und so seltsame Symbole....

Kürzlich in der Apotheke:

Apothekerin: Da hätte ich was sehr gutes gegen Fieberblasen (Medizinisch klingender Name und ansprechende Verpackung aber homöopathisch). Ich: Bitte geben sie mir etwas das wirkt, anstatt eines Placebos. Ich möchte Lo***herpan, das wirkt bei mir ganz gut. Apo (Süffisant lächelnd): Sie wissen aber schon, dass das pflanzlich ist oder?
Es ist nicht nur dramatisch, dass das Homöopathie Zeug in Apotheken verkauft wird, die Angestellten kennen offenbar nicht den Unterschied zwischen Präparaten, welche tatsächlich Wirkstoffe beinhalten und jenen die faktisch keine Wirkstoffe beinhalten. Mit einem mitleidigen Blick (armer Mann der dem Wissenschaftsdogmen verfallen ist) fügte sie noch hinzu: Ja aber die Information der Pflanze ist da drinnen. :-(

In Ösistan bekommt ein Grander sogar das "Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst". Das ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden halbwegs klar denken könnenden Staatsbürgers.

Stimmt. Ich habe etwa genausoviel veröffentlicht an guten Studien wie Johann Grander. Warum bekomme ich kein Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst - vor allem weil ich in meinem Bekanntenkreis den Granderschwindel immer kunstvoll zerpflücke.

grander

hat nie etwas veröffentlicht. wenn sie den jemals reden gehört haben - der typ ist so dermassen unterbelichtet, er tut sich sogar mit lesen und schreiben schwer. seine erfindung hat er angeblich von einem engel eingegeben gekriegt...

Ich habe auch nichts veröffentlicht. Deswegen habe ich es ja so geschrieben :)

der Heldenplatz war damals auch so voll wie nie

und die schrien nicht: halt nicht mit uns

wir sind das Land der Gegenaufklärung und die Erfinder des Antisemitismus...was soll man da noch dazu sagen

Meinen Sie jene klar denkenden Österreicher, die auch der Meinung sind, dass unsere Schuldenproblematik mit noch mehr viel Schulden eines Rettungschirmes gelöst werden kann?

jedes

Volk bekommt, was es verdient..?

Nur leider leidet die Minderheit..
Bin ganz bei Ihnen.

Ich frage mich immer, warum jemand so ein Buch schreibt. Weil er sich um die Sicherheit und das Geld der anderen Sorgen macht? Wohl kaum! Jeder kann sein Geld verschwenden wie er will, wenns ihm taugt, oder nicht? Und ob man sich von raffinierten Schlankheitskuren den gan zen pc-Wahnsinn oder sonstwas das seinige abknöpfen lässt, sollte keinen was angehen.
Für mich sind die militanten Esoterikgegner nix anderes als Neidhammel, weil ja jeder zugibt, dass die Menschen sowas konsumieren.
Es geht ja auch keiner her und wettert gegen Handyhersteller, obwohl diese den Menschen sicher mehr Geld abknöpfen als Esoterikanbieter! Jedenfalls sicher nicht weniger.

Wo lebst Du? Es wird mehr als genug gegen Handyhersteller gewettert. Diese Auseinandersetzungen haben selbst teilweise schon ersatzreligiöse Dimensionen. Wenn Du es nicht glaubst, geh' zum nächsten Apple-Artikel und poste dort etwas wie - "Das iPhone ist was für Leute mit minderwertigkeitskomplex." Die Reaktionen werden Dir schon zeigen, wie es da rund geht)))

Und zweitens gibt es bei einem Telefon einen zumindest grundlegenden nachvollziehbaren Gegenwert.

Ein Handyhersteller produziert Geräte, mit denen man telefonieren und Internet surfen kann. Da Kommunizieren ein menschliches Bedürfnis ist und es mit einem Handy nachweislich funktioniert, ist ein entsprechender Preis gerechtfertigt.

Esoterik-Produkte suggerieren eine Funktion bzw. ein Wirken zu einem ungerechtfertigten Preis, da die Wirkung nicht nachweisbar ist. In meinen Augen ist das Betrug.

Große Autos und pompöse Handys suggerieren genauso etwas, mehr Wert für die Komplexperson, auch DIESE Wirkung ist nicht nachgewiesen!
Und esoterisch verwendete Tees schmecken ja auch gut und haben durstlöschenden Wert. :-) Nur als Beispiel.

Deutlich wird ja gesagt, dass der Esoterikkunde etwas bekommt für sein Geld, nämlich Aufmerksamkeit.

Offenbar haben hier viele Mitmenscgen einen eklatanten Mangel.

Also die meisten Bücher die geschrieben werden, bringen ihren Autoren praktisch kein Geld. - Vor allem bei wissenschaftlichen Werken mit ein paar 100 Stück Auflage, freut man sich, wenn man überhaupt einen Verlag findet.

Abgesehen von den Amazon-Bestsellerlisten, werden die meisten Bücher deshalb geschrieben, weil man den Menschen etwas mitteilen möchte.

Ob ich ihnen um 100 Euro ein Handy, Heroin oder Egelstränen verkaufe, macht schon einen Unterschied! - Zu bezahlende Esotherik ist durchaus mit Drogen oder dem "kleinen Glücksspiel" zu vergleichen. Man sucht sich Opfer, denen es nicht so gut geht - "hilft" ihnen kurzfristig weiter und ruiniert sie langfristig.

Wobei man bei Drogen wenigstens etwas für sein Geld bekommt

Dann zeigen Sie mir mal jemanden, der in so kurzer Zeit wie beim Glücksspiel Unmengen von Geld verpulvert hat! Wohl eher nicht möglich. Sie können mehrere 100.000 Euro pro Nacht verspielen, keine Engelsträne könnte so viel kosten!
Kommt eben auch drauf an, was man noch als Esoterik zählt, Shiatsu z.B. ist eine gesunde, anerkannte Massage, bei der man, wenn man sie sich leistet, zumindest eine Stunde Wohlbehagen kriegt für sein Geld.
Und Engelchen oder sonstige Glücksbringer sind auch hübsche Ziergegenstände. Ein Vergleich mit Glücksspiel scheint mir total daneben!

so gesehen

haben sie auch kein problem mit dem novomatic glücksspiel, oder?

Wenn Kinder und Jugendliche Zugang haben, schon, sonst nicht.

so ein blödsinn... nur weil in unserer gesellschaft solche tätigkeiten der privatssphäre zugerechnet werden bedeutet das nicht dass es keine gesellschaftlichen auswirkungen hat... und gegen handyhersteller wird genug gewettert (apple, nokia, ... zwecks produktionsbedingungen und haltbarkeit im vergleich zum ressourcenverbrauch...)

Müsste es ja auch nur eine gut funktionierende Marke geben, alles andere ist doch Betrug und Leute verblenden, nicht? Und Geld aus der Tasche ziehen... Wie bei der Esoterik!

james randi find ich sehr witzig :)

jr explains homeopathy: http://www.youtube.com/watch?v=BWE1tH93G9U

jr against all that mumbo-jumbo: http://www.youtube.com/watch?v=w... re=related

und er hat recht, wenn er sagt, dass es gerade dann anfängt gefährlich und böse zu werden, wenn esoteriker die ängst und sehnsüchte von leidenden menschen ausnutzen, um sich zu bereichern.

was allerdings auf viele andere industrien auch zutrifft ...

Wenn ich an Engeln, die Hölle den Himmel als braver Christ glaube ist dies meine Sache. Auch meine Sache ist es, ob ich an fliegende Steine, UFOs, oder an archaischen oder orientalischen Mystizismus glaube und dafür mein ganze Geld beim Fenster rausschmeiße.

Was mich aber wirklich aufregt ist, dass es immer wieder diese Aposteln der Moderne bedarf um mir zu erklären was dumm/unsinnig/vielleicht sogar pathologisch krank und mit Sicherheit rechtsradikal ist.

Die Fakten mögen schmerzen, wenn man daran glaubt, aber die Wurzeln der mjodernen Esotherik sind nun mal genau dort angesiedelt, wo sie der Autor verortet.

Sich dem nicht zu stellen, war, ist und wird gefährlich sein.

Sehe ich auch so, ich nehme an, Sie meinen, dass Menschen wie der Autor militantest versuchen, andere von ihrem "Glauben" oder was immer es auf sich haben könnte mit Esoterik, abzubringen. Das ist Missionierung in die Gegenrichtung, Verbietenwollen von individueller Entscheidung, wofür man sein Geld ver/sch/wendet oder nicht!
Wieso sagen all solche Leute nie, dass das Kaufen eines Kreuzes auch Esoterik ist oder das Kirchensteuerzahlen, das ja für den Glauben an ein esoterisches Wesen (Gott) verwendet wird in missionarisch-diktatorischer Weise? Ist genauso Betrug und Spiel mit Placebo, oder nicht?

Dann nehmen Sie es falsch an.

Na gut, ist halt so, was sollst?! :)
Mögen Sie an dieser Stelle trotzdem mein posting beantworten, als "Gegner" sozusagen? Das Grün, das ich Ihnen gegeben habe, nehme ich somit zurück! :)>

Sehen Sie, schon da unterscheiden wir uns so ganz: ich für meinen Teil strichel nicht rum, mir ist das zu... sehr Kindergarten. Ab einem gewissen Alter entwickelt man eine innere Reife und Stabilität, die solche Kindereien unnötig machen.

Ist das alles, was Sie als Entgegnung vorzutragen haben? Eine Ablenkung vom Wesentlichen? Und die Antwort bleiben Sie schuldig?

Woher die Aggression?

Gut: Erstens gibt es in den genannten Konstellationen die Freiwilligkeit des Gebens nicht. Notlagen und Labilität werden ausgenutzt.

Zweitens: Die Wurzeln der modernen Esoterik sind stark in der faschistischen Ideologie verwurzelt. Da gibt es wenig zu deuteln.

Drittens: Die Kirchen haben gelernt (lernen müssen), mit Kritik umzugehen. Ihre hier dargebrachte Reaktion zeigt mir, dass jede Kritik als Affront angesehen wird, auf den man beleidigt und aggressiv reagiert. Das lässt die Grenzen zum Fanatismus schnell verschwimmen und macht blind.

Zitieren Sie bitte genau, welche meiner Worte Aggression oder Beleidigtsein ausdrücken! Danke.

Dir Kirche predigt heute noch in Ländern, wo Menschen verhungern, dass Verhütungsmittel - laut Gott! - verboten sind, ist sowas für Sie eher in Ordnung als wenn sich jemand in einem modernen Land einen Glücksbringer kauft?

Kritik ist gut und wichtig, doch sie sollte nicht einseitig sein und gleiche Dinge mit viel intensiverer Unterdrückung, Ausnutzung oder Zwingenwollen (welche esoterischen Dinge wollen andere gewaltsam missionieren?) Notlagen von Menschen ausnutzen bzw. die Menschen eben zu unterdrücken versuchen.

Wenn ein Satz von mir jetzt aggressiv, beleidigt/gend oder untergriffig geklungen hat, bitte darauf hinweisen!

Posting 2126 bis 2175 von 2658

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