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"Esoterik ist ein Zerrspiegel der Gesellschaft", sagt Johannes Fischler.

"Engelessenzen" für die Aura, für energetische Reinigung und zur Liebe und Selbstliebe.
Mit "New Cage: Esoterik 2.0 - Wie sie die Köpfe leert und die Kassen füllt" legt Johannes Fischler sein erstes Sachbuch vor. Darin fühlt der Tiroler Psychologe dem esoterischen Konsumrausch und der dahinterliegenden Marketing-Dramaturgie auf den Zahn. Ein Erfolgsgarant der Szene: "Aufmerksamkeit ist die unwiderstehlichste aller Drogen."
Im Gespräch mit derStandard.at berichtet Fischler von 500.000 Euro schweren Engelsfestivals, Delfinenergiereisen nach Hawaii, dem neurochemischen Rausch bei den Kunden und "Ostara", der Lieblingszeitschrift des jungen Adolf Hitler.
derStandard.at: Bei Esoterik kommen mir Energiekristalle, Bewusstseinsseminare und bunte Einhornbilder in den Sinn. Wie definieren Sie den Begriff?
Fischler: Vom griechischen Wortstamm her verweist die Esoterik auf "das Innerliche". Einerseits meint sie ein obskures, nur einem inneren Kreis zugängliches Geheimwissen, andererseits ist es ein auf das Innerpsychische zentrierter Ansatz. Ich finde den Gang ins Innerliche, etwa durch Meditation, nicht unwichtig. Hinter der modernen Esoterik, wie sie im 19. Jahrhundert begonnen hat, steckt aber erstens ein mittlerweile äußerst profitables Geschäftsmodell und zweitens ein durchaus bedenklicher ideologischer Überbau. Der besagt: Alles, was einem widerfährt, hat den Ursprung im eigenen Geist - wer positiv denkt, dem widerfährt Positives, und Negatives dem, der negativ denkt.
derStandard.at: Wenn ich in einem abstürzenden Flugzeug sitze, habe ich zu negativ gedacht?
Fischler: Im esoterischen Weltbild natürlich. Aber vielleicht war es auch Ihr schlechtes Karma, wer weiß? In der Psychologie wird das "Blaming the Victim" genannt. Es ist die Argumentation, mit der auch Vergewaltigungsopfer beschuldigt werden, sich zu aufreizend angezogen zu haben.
derStandard.at: Im Vorgespräch haben Sie darauf hingewiesen, dass Esoterik nicht mehr als solche wahrgenommen wird. Warum nicht?
Fischler: Weil sie in den letzten Jahren endgültig in der gesellschaftlichen Mitte angekommen und so gegenwärtig ist, dass sie nicht mehr besonders auffällt. Wenn Politiker mit Wünschelruten im Parlament in Wien Störfelder ausfindig machen (Fischler zeigt einen Zeitungsausschnitt, Anm.), am WIFI Aura-Soma-Kurse angeboten werden und Popstar Nena mit der Zeitschrift "Lichtarbeiter" Propaganda macht, dann wissen wir, was es geschlagen hat.
Norbert Bolz sagte schon in den 90er Jahren, dass Esoterik die "ersatzreligiöse Produktivkraft" des 21. Jahrhunderts schlechthin werden wird - und das ist sie: Für Österreich gibt es leider keine Zahlen, aber in Deutschland setzt die Esoterikindustrie geschätzte 20 bis 25 Milliarden Euro pro Jahr um. Zum Vergleich: Die Bierindustrie in Deutschland macht jährlich einen Umsatz von neun Milliarden. Manche Organisatoren verdienen mit Engelsfestivals an einem einzigen Wochenende bis zu eine halbe Million Euro. In sogenannten Mindstyle-Magazinen werden Delfinenergiereisen nach Hawaii angeboten, weil dort angeblich das "Wurzelchakra" unseres Planeten liegt.
derStandard.at: Das klingt zumindest wirtschaftlich visionär.
Fischler: Die Esoterik-Geschichten der 80er und 90er mit Uriella und Fiat Lux hatten ein Schmuddel-Image, das gibt es jetzt kaum mehr. Die Wirtschaftskammer hat die Gewerbe Human-, Raum- und Tierenergetiker geschaffen, und nicht wenige Anbieter füllen diese Gewerbe heute mit perfektem Marketing aus. Die Verkaufszahlen esoterischer Literatur verzeichnen zweistellige Zuwachsraten, und das in einem an sich stagnierenden Büchermarkt. Der scheinkritische Propagandafilm "Am Anfang war das Licht" von P. A. Straubinger war in Österreich mit 100.000 Besuchern der erfolgreichste Dokumentarfilm des Jahres 2010. Es sind durchwegs kluge Geschäftemacher, die über Hochglanzprospekte urheberrechtlich geschützte Engelssprays gegen Kindbettfieber, sexuelle Probleme oder für Mut zu unkonventionellen Partnerschaften verkaufen.
derStandard.at: Wer trotz Einsprühens keine sexuelle Zufriedenheit erlangt, wird wohl Einmalkunde bleiben - wie kann dieses Geschäftsmodell so lukrativ sein?
Fischler: Ein Produkt auf sein Funktionieren hin zu beurteilen ist der rationale Zugang. Im Irrationalen spielt das Funktionalismus-Dogma "unserer" Welt aber keine große Rolle. Mit solchen energetischen Verbrauchsartikeln werden vielmehr fantastische Bilder- und Duftwelten, eine durch und durch kindliche Ästhetik verkauft. Der Kunde wird herausgefordert, seine Vorstellungskraft einzusetzen, was einen inneren Zauber und eine Art seligmachende Gläubigkeit erzeugt. Im Marketing wird dabei von einem Eigeninvestment des Kunden gesprochen, was durchaus auch mit einem neurochemischen Rausch verbunden sein kann.
derStandard.at: Eine Art Placebo-Effekt?
Fischler: Man könnte das so nennen.
derStandard.at: Wenn trotz Fehlens eines Wirkstoffes eine positive Veränderung herbeigeführt werden kann, kann das keinen Nachteil haben. Oder ist dieser Zugang zu naiv?
Fischler: Auf den ersten Blick ist am Placebo-Effekt nichts Schlechtes. Wenn aber jemand glaubt, irgendwelche Energien hätten gegen ein Leiden geholfen, dann kann es schnell passieren, dass man sich das fatale Weltbild dahinter einkauft. Viele werden abhängig von Quantenfeldern und Geistenergien, verlieren die Eigenkontrolle und entwickeln eine Art "energetische Paranoia". Sie sehen dann nicht mehr, dass sie die positive Veränderung durch die eigene Suggestion herbeigeführt haben. Den Esoterik-Grundsatz "Wer heilt, hat recht" halte ich für mindestens sehr hinterfragenswürdig.
derStandard.at: Das Heil, die Heilung ist ein zentraler Punkt der Esoterik. Es scheint mir eine pessimistische Herangehensweise: Leid muss gelindert, Übel abgewendet, Einsamkeit oder Armut überwunden werden. Gibt es auch Esoterik mit positiven Vorzeichen?
Fischler: Ich habe bisher alle Esoterik defizitorientiert wahrgenommen. Sie verkauft immer diesen Mangel, die ewige Sehnsucht nach der Glückseligkeit. "Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück", heißt es schon bei Schubert. Durch dieses Streben, ohne ankommen zu können, begeben sich viele in eine Unfreiheit.
derStandard.at: Ist dieses Streben nicht zutiefst menschlich? Würden wir nicht in Lethargie verfallen, wenn wir "ankommen" und kein Ziel mehr haben?
Fischler: Das Sehnen wird wahrscheinlich immer da sein. Aber in der Esoterik, wie ich sie kennengelernt habe, ist es ein Sich-Eingraben nach unten, eine Art Maulwurfstaktik. Mit der Esoterik versuchen die Involvierten, die Probleme der Welt durch Rekalibrierungen und Engelssprays zu lösen, was freilich keine realen Probleme löst, sondern nicht viel mehr als teures Schattenboxen ist.
derStandard.at: Die Existenz "seriöser" Esoterik schließen Sie also aus?
Fischler: Durch Bücher oder Filme mal in fantastische Welten zu flüchten, bei Clubbings das Archaische auszuleben und in Ekstase zu verfallen, kultische Bräuche, wie in der Fasnacht den Winter auszutreiben, das ist alles kein Problem, solange das Ganze spielerisch und innerhalb eines kulturellen Rahmens abläuft. Und anders als in so vielen Bereichen der Esoterik ist das, wenn wir diesen Begriff hier gebrauchen wollen, "seriös", weil es nicht mit dem Wahrheitsanspruch einer Ideologie überzogen ist, hinter der im Übrigen eine bedenkliche historische Wurzel steckt.
derStandard.at: Welche Wurzel meinen Sie?
Fischler: Das geistige Fundament vieler esoterischer Strömungen geht auf das spätere 19. Jahrhundert und die Schule einer Frau namens Helena Petrovna Blavatsky zurück. Ihre Theosophie und die Anthroposophie von Rudolf Steiner, dem Begründer der Waldorfschule, bilden die Grundlagen für eine Rassentheorie, in der das Weiße, das Helle, die "Lichtwesen" immer als höherwertig eingestuft und dunkelhäutige Menschen in verschiedenen Abstufungen als trieb- und krankhafte Tierwesen betrachtet wurden.
Schon damals wurde auch in der davon beeinflussten Ariosophie die Symbolik des Hakenkreuzes verwendet, und die Lieblingszeitschrift des jungen Adolf Hitler, "Ostara", wurde vom theosophisch inspirierten Lanz von Liebenfels herausgegeben. In diesen Mythologien wurde bereits der "gottgegebene germanische Führungsanspruch" ausformuliert und ohne diese ideologische Grundlage hätte es die NSDAP in der uns bekannten Form wahrscheinlich nie gegeben. Die inneren Zirkel der SS haben sich als Lichtvolk gesehen. Die Bilder auf Postkarten und in Zeitschriften von damals lassen sich kaum von denen in einschlägigen Esoterikmagazinen unserer Tage unterscheiden.
derStandard.at: Sind wir alle - auch Menschen, die sich als skeptisch bezeichnen würden - potenziell empfänglich für solche esoterischen Mythologien?
Fischler: Wer ein Trauma erlitten hat oder psychisch labil ist, lässt sich natürlich leichter auf okkulte Rattenfänger ein. Ich gehe aber nicht davon aus, dass jemand mit Sicherheit sagen kann: Mir wird das nicht passieren. Es wurden schon viele sehr kluge und gerade auch sich ungläubig glaubende Leute indoktriniert. Wie Sekten empfängt einen die Esoterik auf verführerische Weise: Man wird mit Liebe und Aufmerksamkeit überschüttet - und Aufmerksamkeit ist die unwiderstehlichste aller Drogen. Da setzt die Vernunft dann gerne mal aus.
derStandard.at: Darüber rutscht man in eine Spirale ab?
Fischler: Wenn man hier nicht rechtzeitig aussteigt, ist es oft schon zu spät. Zuerst gibt man die Aufmerksamkeit, die man erfahren hat, zurück. Im nächsten Schritt investiert man Zeit, dann Geld, Familie, Freunde, Job und schließlich die eigene Identität. Das kann so weit führen, dass manche Menschen ihren Nachwuchs als göttliche Wesen, sogenannte Indigo-Kinder, erziehen. Sie sind dann nicht mehr die eigenen Kinder, sondern die sogenannten "Kinder der Neuen Zeit". Wie im Casino oder beim Aktienhandel hat man an einem speziellen Punkt einfach zu viel investiert, um guten Gewissens ohne fremde Hilfe aussteigen zu können.
derStandard.at: Sollten die gesetzlichen Auflagen für Produzenten "spiritueller" Produkte oder Seminaranbieter verschärft werden?
Fischler: Davon halte ich nicht viel. Was verboten wird, reizt höchstens. Was es braucht, sind viele kompetente und gut ausgebildete Leute, die verstehen, in welchem Rausch sich die "Kult-Gefangenen" befinden, und die sie, wenn überhaupt noch möglich, herausholen können. Dafür wird es in nächster Zeit sicher viel Bedarf geben.
derStandard.at: Ist es legitim, mit einem Buch Geld zu verdienen, das die Geldmacherei einer anderen Branche anprangert?
Fischler: Man darf, glaube ich, etwas Geld verdienen - was bei einem Buch, gerade wenn Jahre drinstecken, ohnehin nicht viel ist. Prinzipiell geht es darum bei der Geschichte aber nicht. Nachdem ich beobachtet habe, wie Freunde zehntausende Euro durch Esoterik verloren haben, habe ich mir das Thema näher angeschaut. Je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto schreckenerregender wurde die ganze Sache für mich. Weil die Schattenseiten der Esoterik bis jetzt noch von zu wenigen Autoren so genau beleuchtet und vor allem nicht in einen zeitgemäßen Kontext gesetzt wurden, hatte ich das Gefühl: Jetzt weißt du zu viel, jetzt musst du ein Buch schreiben.
derStandard.at: Eine Marktlücke?
Fischler: Es gab bisher einige kritische wissenschaftliche Zugänge - aber es funktioniert nicht, an das Irrationale mit der Ratio heranzugehen. Viele Esoterik-Anbeter befinden sich in einem permanenten Rauschzustand, und ich versuche, den Lesern anhand anderer Marketing-Bereiche nachvollziehbar zu machen, wie es den Leuten in diesen Traumwelten geht. Es ist mehr eine empathische Annäherung an eine Welt des esoterischen Konsumrauschs und der diesbezüglichen Marketing-Dramaturgie.
Was ich nicht vorhabe, ist, mit dem Finger auf Leute zu zeigen. Ich will darauf hinweisen, dass unsere gesamte Gesellschaft mit ihrem Jugend- und Glückseligkeitswahn den Humus für die absurden Auswüchse der Esoterik bildet. Esoterik ist eine Übersteigerung und ein Zerrspiegel der Gesellschaft. Schuld daran sind, wenn schon, wir alle. (Michael Matzenberger, derStandard.at, 24.4.2012)
Johannes Fischler ist Psychologe und Online-Vermarkter in Hall in Tirol. Er startet nun mit seinem ersten Buch "New Cage: Esoterik 2.0 - Wie sie die Köpfe leert und die Kassen füllt" in die Verlagsakquise.
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Echte Hilfe für psychische Probleme (Seelen gibt's nicht) bekommt man von Psychologen und Psychiatern. Die sind nicht monopolistisch organisiert. Die Pharmaindustrie übrigens auch nicht, da herrscht beinharter Konkurrenzkampf.
Und bei der Menge an z.b. homöopathischen Produkten die es in Summe hektoliterweise in jedem Drogeriemarkt gibt, kann man davon ausgehen dass man es auch hier mit einer Industrie zu tun hat die im Endeffekt den selben Spielregeln gehorcht wie alle anderen auch.
Oder glauben Sie tatsächlich dass all die Flascherln die es alleine in Wien zu kaufen gibt von einer handvoll lächelnder Gurus zusammengepanscht und ausgeliefert werden?
Sie haben Recht. Leider hören aber zu viele bei diesem Wort immer noch die Engel singen und mangels genauer Definition bzw. Unkenntnis wird dieses Wort wie viele andere, etwa 'Quantenmechanik' zu oft missbraucht um Unsinn unter die Leute zu bringen und Dummheit zu verbreiten.
Das Monopol auf Lebenshilfe und Seelsorge hat immer noch die Katholische Kirche. Sie arbeitet mit den gleichen zweifelhaften Mitteln wie die Esoterik (einmal wöchentlich Kekse schlucken zur seelischen Reinigung), mit seltsamen und längst widerlegten Geschichten von alten Männern die Meere teilen, Schiffe die alles Leben der Erde vor einer Flut retten, einer Erde, die vor 6500 Jahren im Mittelpunkt des Universums geschaffen wurde, sprechenden Dornenbüschen, magisch vermehrten Fischen und Broten, von Toten, die wieder lebendig werden, von Jungfrauen die Kinder bekommen, etc.
Wenn man jedenfalls dem Monopol jeden Blödsinn durchgehen lässt, während man die Konurrenz massiv angreift, dann kommt man in den Verdacht, Lobbyist zu sein.
Es gehört eben auch zum persönlichen Reifeprozess, sich durch einen Glauben durchzuringen, der vielleicht zu 95 % unwahr und nur zu 5% wahr ist. Für die jeweilige Person ist er anscheinend passend. Und den Glauben wegrationalisieren, das haben schon Stalin, Ceaucescu & Co. energisch versucht, ist aber zwecklos. Der Mensch wird immer an etwas glauben.
Und auch wenn uns die Jahrmarktesoterik sehr naiv und kommerzialisert vorkommt, sollte man deswegen nicht alle Bemühungen großer Philosophen und religiöser Menschen damit zusammen in einen Topf werfen.
Wo Menschen am Werk sind, besteht halt immer auch die Gefahr von Irrtum und Egoismus.
Genauso gibt es viel Katzengold und wenig echtes Gold, viele Giftschwammerln und doch einige echte.
Eine Kritik habe ich allerdings nicht herausgelesen.
Esoteriker sind - leider - wirklich beratungs und kritikresistent. Nicht einmal als graduierter Quantenphysiker könnte ich manche Leute von ihrem Schwachfug überzeugen.
Aber ich finde es sehr wichtig, dass es - langsam aber doch - auch Bücher etc. gibt, die mit dem ganzen Aberglauben aufräumen (mensch google auch nach Heinz Oberhummer !).
Die "Science Busters" sind glücklicherweise eines der seltenen Teams, die sich der Aufklärung verschrieben haben ... !
T.L.
er hat sie immer noch!!!
http://en.wikipedia.org/wiki/James_Randi
... aber - so what! - hat keines der "Kunststückchen der Prüfung standgehalten.
Kann sich jemand an das Wünschelruten-Experiment (vor ca. 20 Jahren) in Bayern erinnern ?
Fazit - keine Abweichung von einer zufälligen Streuung ...
T:L.
diese unmenge an postings, wer aber in so viele richtungen austeilt, kriegt eben auch genügend zurück, gute werbestrategie übrigens.
dieser autor scheint mir weder "fundamentalistisch", noch "radikalnaturwissenschaftlich", und noch weniger "radikalreligiös" zu argumentieren,
sondern einfach nur gut recherchiert und wissenschaftlich abgesichert.
ich würde mir bei einer wissenschaftlichen erläuterung zumindest eine definition vom begriff 'esoterik' erwarten. so ist das alles ziemlich schwammig und man merkt hier sogar, wie die leute religion und esoterik nicht auseinanderhalten können. als meinung in der perspektive des eigenen ideologischen weltbildes kann man letzters ja gelten lassen.
Sagen wir mal so. Und die Recherche ist auch einseitig, denn: er erkundet nicht, welche unterschiedlichsten Lernwege Menschen gehen, die sich Esoterischem Einlassen. Und von irgendwelcher Studie, welche einfachste Erfahrungskategorien abfragt ( z.B. befriedigende/unbefriedigende Ergebnisse der Anwendung esoterischer Mittel) und ein statistisches Ergebnis liefern, gibt er auch nicht.
Also kann auch von befriedigender Recherche nicht die Rede sein - selbst wenn sie ziemlich umfänglich ist.
Er bleibt mit seiner Sicht also eher auf einer Ebene von "Alltagsverstands-Begründungen" - gibt halt ein Essay über Esoterik.
So einfach ist das leider nicht.
Nur weil Sie zu unspirituell sind, um Auren sehen oder mit Geistwesen in Kontakt treten zu können, dürfen Sie nicht glauben, dass das alles unmöglich ist. Frei nach: nur weil Sie den Ärmelkanal nicht durchschwimmen können, heißt das nicht, dass es niemand kann. Wenn Sie nicht bereit sind, an sich zu arbeiten, sich zu reinigen und Ihre Vibrations zu erhöhen, dann kann das nix werden. Diese Dinge und Fähigkeiten benötigen jahrelanges (oft teures) Training und Vorbereitung, das wäre ja noch schöner, wenn das jeder niedrigschwingende energetische Schmutzfink könnte, wovon sollten die Guruds dann leben?
Also wir haben zu Hause so ein längliches Ding, das kann vibrieren und wenn man an einem Knopf dreht, vibriert es stärker ...
eine Art Massagegerät - nur für Verspannungen
^rot werd'^ 8-/
...aber ich bin nicht sicher, ob die Esoteriker dasselbe meinen...
Was sind für Sie die wahren Werte? Äußerlichkeiten oder innere Werte? Geld, Macht, Ruhm oder Glück, Liebe, Frieden?
In Ihrer Aufzählung fallen mir einige Punkte auf, die dem Menschen/Mensch-Sein nicht sonderlich dienlich sind. Nebstbei: Massenvernichtungswaffen, Umweltverschmutzung/-vernichtung, ... sind analog ebenfalls Produkte der Wissenschaft.
Sie haben es der Wissenschaft zu verdanken, dass Sie sich so sorglos über Glück, Liebe und Frieden Gedanken machen können.
Ansonsten müssten Sie sehr viel arbeiten, um überhaupt genug zum Essen zu haben. Die Gefahr der Hungersnot, einer Krankheit (für die es weder Prävention = sauberes Wasser, Hygiene, noch Medizin = von Aspirin bis Antibiotika).
Die Probleme, die Sie schildern sind zweifellos da. Auf den Fortschritt verzichten kann aber keine Lösung sein.
Und es gibt viele Leute, die engagiert an Lösungen arbeiten. Das sind aber nicht die Leute, die sich so wie Sie äußern!
Sie haben vollkommen recht, die Wissenschaft ist wichtig für unseren geistigen und materiellen Fortschritt und Wohlstand. Ich habe auch nicht gesagt, dass auf die Wissenschaft verzichtet werden soll. Ich will den Fortschritt und die Erkenntnisse der Wissenschaft nicht missen, aber auch sie liefert uns nicht die absolute Wahrheit und Erkenntnis, sondern muss sich ständig weiterentwickeln. Auch die Esoterik ist nicht der Weisheit letzter Schluss, aber sie ist ein Weg, dass sich der Mensch spirituell weiterentwickeln kann.
Absolute Wahrheit und Erkenntnis. Macht es Sie nicht misstrauisch, wenn jemand so etwas verspricht (und das ist es, was Esoterik tut)?
Natürlich kann das die Wissenschaft nicht, sonst müssten wir ja nicht mehr forschen. Und natürlich kann die Naturwissenschaft die Fragen, die ein Mensch in seinem Leben hat, nicht beantworten. Dafür gibt es Geisteswissenschaften, wie die Philosophie, oder meinetwegen auch Religionen.
Letztere sind leider sehr unterschätzt, weil oft noch mittelalterliche Glaubenslehren verbreitet werden. Es gibt aber einige Menschen, die einen irrsinnig modernen und fortschrittlichen Glauben haben.
Esoterik (und auch Sekten) sind aber sicher kein Weg, sich spirituell weiterzuentwickeln. Das ist so. Punkt.
Wenn jemand absolute Wahrheit und Erkenntnis verspricht, ist meist nicht viel dahinter. Ich kenne einige Lichtarbeiter (unter ihnen u.a. Physiker, Ärzte, Techniker - soviel zur von einigen kolportierten Wissenschaftsfeindlichkeit der Esoteriker - oder gehört Lichtarbeit nicht zur Esoterik?), aber keiner gibt solche Versprechungen ab, allerdings kauft oder verkauft auch keiner von ihnen Engelsprays oder so einen Blödsinn.
Auch für die spirituelle Weiterentwicklung gibt es viele Wege. Einen einzigen absolut richtigen Weg gibt es sicherlich nicht, die einzig falsche Möglichkeit ist, stehen zu bleiben.
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