BayernLB soll Hypo in Ver­staatlichung gedrängt haben

16. April 2012, 09:39

Münchner Banker hätten schon 2008 darauf hingearbeitet und Kärntner Tochter finanziell ausgehungert haben, meint Tilo Berlin

Klagenfurt - Der ehemalige Vorstandschef der Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank, Tilo Berlin, erhebt schwere Vorwürfe gegen das Management der Bayerischen Landesbank. Die BayernLB habe laut Berlin bereits im November 2008 beschlossen, die erst ein Jahr zuvor erworbene Kärntner Bank nicht mehr als zukunftsfähiges Konzept zu betrachten, sondern sie "auf Sicht" wieder abzustoßen, wird Berlin im "Kurier" zitiert. Ab da sei die Bank finanziell ausgehungert worden, heißt es in dem Bericht, der sich auf eine Zeugenaussage Berlins vor Gericht beruft.

Berlin fühlt sich missbraucht

Weder der Hypo-Vorstand noch der Minderheitseigentümer Grazer Wechselseitige Versicherung hätten von der Entscheidung des Münchner Managements erfahren, so Berlin laut einer Anlage zur Zeugenaussage beim Prozess BayernLB gegen Hypo-Mitarbeiterstiftung vom 15. Februar 2012. Ab da hätte sich der Hypo-Vorstand im "täglichen Kleinkrieg mit der BayernLB" um Refinanzierungen aufgerieben, damit habe die "Negativspirale" begonnen.

Einen Monat nach dieser Entscheidung in München sicherte sich die Hypo beim Banken-Hilfspaket des Bundes rund 900 Million Euro. Hätte er gewusst, dass die BayernLB die Osteuropastrategie der Hypo gar nicht mehr mittragen wollte, "wäre die Staatshilfe nicht zustande gekommen", so Berlin, der sich missbraucht fühlt.

Bankensituation schlechtgeredet

Die Misere habe aber schon zuvor begonnen, und zwar mit der Ablöse von BayernLB-Chef Werner Schmidt und der Installierung von Michael Kemmer als Vorstandschef. Dieser habe "Pseudo-Management" betrieben. Ende 2008 sei der Plan "Hypo Fit 2016" gekommen, wonach die Hypo 2.500 Mitarbeiter abbauen und Ost-Töchter abverkaufen sollte. Er habe versucht, Kemmer von der Unsinnigkeit dieser Strategie zu überzeugen, sagte Berlin aus. Da ihm dies nicht gelungen wäre, sei er im März 2009 aus dem Vorstand ausgeschieden.

Den "Rest" hätten die Bayern der Kärntner Tochterbank mit der Bestellung des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PwC) gegeben. Diese hätten im Herbst 2009 einen dramatischen Wertberichtigungsbedarf bei der Hypo ermittelt, der für Berlin "nicht nachvollziehbar" war. Damit habe man die Notverstaatlichung mehr oder weniger erzwungen und Forderungen von 3,9 Mrd. Euro gerettet. In der Rückschau sei völlig klar, dass die Bayern in den Verhandlungen um die Verstaatlichung im Dezember 2009 besser vorbereitet gewesen seien als ihre österreichischen Verhandlungspartner. (APA, 16.4.2012)

Also so unschuldig wie er tut ist er schonmal sicher nicht...

Wo woa sei Leistung?

Es ist nicht überraschend

was hier in der Überschrift steht.

Ärgerlich und unverständlich ist, dass Josef Pröll und Andreas Schieder dem ganzen so leicht zugestimmt haben - das kostet den österreichischen Steuerzahlern viel Geld. Diese BayernLB-Fillialbank hätte man ruhig in Konkurs gehen lassen können. Die Bank hat wenig Zweigstellen in Österreich, wenig Spareinlagen und wenig Beschäftige.

ja, die verstaatlichung kostet viel geld (und hat sich die republik wohl nicht wirklich geschickt angestellt).

aber zu behaupten, die bank in konkurs gehen zu lassen, wäre billig(er) gewesen, ist einfach blödsinn, egal wie oft diese behauptung noch wiederholt wird:

alleine aufgrund gewährträgerhaftung des landes kärnten hätte man für ca 20 milliarden gerade stehen müssen. von den auswirkungen auf den bankenmarkt in CEE rede ich jetzt gar nicht.

btw: mir scheint, man macht im endeffekt eigentlich eh nichts macht, als die bank langsam über die jahre abzuwickeln - töchter im in- und ausland versucht man zu verkaufen, ebenso kreditengagements loszuwerden, etc.

Das geht ja schon in Richtung Betrug, was die abgeliefert haben.

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