Sonys Niedergang hat viele Väter

16. April 2012, 10:34

NYTimes: Konzern kämpft um sein Leben - Interne Widerstände und das Verschlafen aller aktuellen Trends als Ursache

Es ist erst wenige Tage her, da trat Sony-Boss Kazuo Hirai vor die versammelte Weltpresse, und verkündete lautstark: "Die Zeit des Wandels ist für Sony gekommen". Natürlich nicht ohne anzufügen, dass er davon überzeugt sei, dass dies auch gelingen werde. Außerhalb des Unternehmens sieht man die Situation etwas kritischer: Sony führe derzeit nicht nur den Kampf seines Lebens, sondern vor allem den Kampf UM sein Leben, attestiert denn auch die New York Times in einem aktuellen Artikel.

Zahlen

Das traditionsreiche Unternehmen, das in der Vergangenheit wie kein anderes die technologische Macht Japans symbolisiert hatte, steckt längst in einer tiefen Krise. Seit dem Jahr 2008 hat man keinerlei gewinnbringendes Quartal mehr vermelden können, für das laufende Geschäftsjahr wird ein gigantischer Verlust in der Höhe von 6,4 Milliarden US-Dollar erwartet. Eine Situation, in der selbst ehemalige Sony-Manager nicht mehr so recht an ein Comeback glaube wollen, das Spiel sei beinahe schon vorbei, so Yoshiaki Sakito, der zwischenzeitlich auch für Walt Disney und Apple gearbeitet hat.

Ursachenforschung

Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie es überhaupt passieren konnte, dass ein noch vor wenigen Jahren so hoch angesehenes Unternehmen in eine derart tiefe Krise schlittern konnte. Die New York Times sieht die Ursache vor allem im konsequenten Verschlafen so ziemlich aller Trends der vergangenen Jahre, sei es die zunehmende Digitalisierung des Alltags oder auch der Aufstieg des Internets als zentrale Plattform. Nach und nach sei jeder Bereich, in dem sich Sony engagiert habe, von neuen Konkurrenten und Technologien grundlegend umgestaltet worden - und Sony so weggebrochen.

Voraussetzungen

Dabei wäre man eigentlich in einer optimalen Ausgangsposition gewesen, wie sich an einem prominenten Beispiel zeigen lässt: Mit der Walkman-Tradition im Hintergrund und eigenen Musikrechten in der Hand hätte man lange vor Apple den digitalen Musikmarkt erobern können. Doch statt dessen verstrickte man sich in internen Auseinandersetzungen, die Hardwareentwicklung wollte nicht, dass die Contentabteilung zu viel Macht bekommt. Zudem versteifte man sich auch noch auf den Kampf gegen das Kopieren von Musik und setzte auf eigene, proprietäre Musikformate, anstatt die Nutzung möglichst einfach zu machen. Und so war der Weg frei für Apple und dessen iPod.

Alternativen

Auch in anderen Bereichen - etwa beim Verkauf von digitaler Musik online - legte man veritable Bauchlandungen hin, womit nicht zuletzt der gute Ruf von Sony flöten ging, was wieder um eine Abwärtsspirale zur Folge hatte. Denn ohne den guten Markennamen fällt es eben deutlich schwerer einen "Premium-Preis" für die eigenen Produkte zu veranschlagen, die KonsumentInnen sehen sich immer mehr nach kostengünstigen Alternativen um - und von denen gibt es gerade am asiatischen Markt jede Menge.

Streitigkeiten

Zu all dem kämen aber auch interne Machtkämpfe berichtet die Zeitung: Auch wenn die Unternehmenschefs nach außen signalisieren, dass sie durchaus verstanden haben, was zu tun sei, wäre dies nicht so einfach umzusetzen. Einzelne - sehr mächtige - Abteilungsleiter würden sich gegen jegliche Veränderung, zum Teil aber auch gleich ganz gegen die Zusammenarbeit mit anderen Sony-Abteilungen sperren. Und diese seien sehr talentiert darin ihren Job zu erhalten. So berichtet etwa ein anonym bleiben wollender Sony-Manager davon, dass er mit Verblüffung festgestellt habe, dass ein eigentlich entlassener Abteilungsleiter plötzlich an anderer Stelle wieder aufgetaucht sei - oder auch nie weg war, so wirklich habe er das nie feststellen können.

Vergleich

Als zunehmendes Problem für Sony stellt sich zudem das breite Portfolio des Konzerns dar: Der Konzern stelle einfach viel zu viele unterschiedliche Modelle her, und könne dann bei keinem sagen: "Das ist das Beste", resümiert Yoshiaki Sakito. Das sei bei Apple mit dem iPhone grundlegend anders - und auch Teil des Erfolgsrezepts. (red, derStandard.at, 16.04.12)

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Es ist sehr wohl ein Argument, denn daraus haben sie keinen Nachteil gegenüber anderen Herstellern (Vorteil natürlich auch keinen) und somit kann dieser Grund nicht dafür verantwortlich gemacht werden.

Wenn allerdings jeder sagen würde "ich mach das nicht, weil der macht das auch nicht" gäbe es gerade im Bezug auf Servicequalität und Kundenbindung keinerlei Fortschritte. Viele Firmen legen allerdings durchaus wert auf gute Kundenbeziehungen, und da gerade die ganze Multimedia Industrie ein schwarzes Loch der Freundlichkeit Kunden gegenüber darstellt wäre das meiner Meinung nach eine Möglichkeit deutlich vom Mitbewerb abzuheben.

Ja, man könnte sich abheben.

Nur kann man es nicht als Grund nennen um zu behaupten eine Firma würde genau deswegen zu Grunde gehen weil sie Dinge nicht macht die andere Firmen auch nicht machen.

das ist doch gewollt,...

man will so einfache ein "zubrot" rausschlagen,...

die nächste portable konsole wird dann mit micro-sd oder ähnlichem laufen und ist dann wieder "leider" inkompatibel.

natürlich können sie auch gerne alle titel mit "großzügigem" rabatt nachkaufen,... lol!

die nächste portable konsole wird dann mit micro-sd oder ähnlichem laufen und ist dann wieder "leider" inkompatibel.

Und?

NES - SNES - N64 - GC sind ebenfalls alle inkompatibel und man hatte nicht mal eine Möglichkeit seine alten Spiele am neuen zu spielen.

...bei den Handhelds war Nintendo aber doch immer recht vorbildlich mit der Rückwärtskompatibilität.

Aber auch bei den Nintendo Handhelds gabs immer irgendwann mal einen Schnitt wo man nicht mehr Abwärtskompatibel ist (siehe z.B. DSi).

Da gabs dann auch keine Entschädigung und gratis GBA Games.

"Als zunehmendes Problem für Sony stellt sich zudem das breite Portfolio des Konzerns dar:"

trifft das nicht auch auf Samsung zu?

Isschonklar, dass hier ein fruchtbringender brückenschlag zu erwarten ist, aber andere erscheinen mir zwingender..

Sony: Wenn du deine Kunden als Feinde siehst..

... Rootkit
... RIAA
... PS3 Policies
... Linux deinstall
etc.

dann darfst du dich nicht wundern, Ursachenforschung ist da schnell erledigt.

Also ich

behandle meine Feinde nicht so schlecht, wie Sony seine Kunden! Das möchte ich hier mal festhalten.

Na dann forschens mal weiter, trotz PS3 Policies, Linux deinstall und etwaiger anderer Verfehlungen (Datendesaster mit PSN etc.), ist die PS3 bzw. die Entertainment Abteilung von Sony eine der wenige die Gewinne abwirft.

Aber auch nur

Weil die PS2 so einen guten Ruf hatte, sie arbeiten grad daran die PS4 aktiv zu versenken indem sie den Gebrauchtspielemarkt mit DRM versenken wollen.
Viel Spass die PS4 wird wenn die Gerüchte stimmen eine totgeburt.

Quatsch, guter Ruf...
Der N64 hatte den Besten Ruf, und trotzdem versank der Gamecube danach in der Versenkung...

Die PS3 ist eine tolle Spielkonsole mit breitem Angebot und guter Qualität. Punkt. 99% der PS3-Kunden haben keinen Tau, von dem, was sie da aufgezählt haben...

Der GameCube war im Vergleich zum NES, SNES und N64 auch ein Rückschritt - erst mit Wii haben sie sich wieder gerettet. Aber Wii U wird die Karre wohl wieder in den Graben zurückschicken.

Der Gamecube war stärker als die PS2, war aber auf Grund des geringen Spielesupports und der schwierigen Programmierbarkeit ein Desaster.

Nintendo hat geglaubt, Mario, Zelda und Co würden schon reichen.

Der

Gamecube hatte massive Defizite, Nintendo wollte auf Module setzen wegen des Kopierschutzes. Die PS1 war knalloffen nach einiger Zeit. Keine Chance von Seiten Nintendos. Jetzt will Sony mit der PS4 und der online Registrierungspflicht den Gebrauchtmarkt ausschalten, der ein Grund ist sich eine Konsole zuzulegen, ich bin gespannt wie Microsoft auf die Steilvorlage an Dummheit reagieren wird.
Die PS4 wird wenn alles stimmt Sonys N64 werden.

Der Gamecube hatte keine Module.

Richtig - und Wii ist im Grunde nur ein schnellerer GameCube[sic!] dieselben Medien nur größer, eine schnellere CPU und GPU - thats it.

Es bestand nach der Wii-Veröffentlichung keine Notwendigkeit mehr, einen GameCube zu kaufen - anders als jetzt bei der PS2 und PS3 wo das nur in Japan möglich war und der Rest der Welt eine kastrierte Konsole bekam. Und das fällt irgendwann auf einen zurück.

anders als jetzt bei der PS2 und PS3 wo das nur in Japan möglich war und der Rest der Welt eine kastrierte Konsole bekam.

Den Absatz versteh ich nicht.

Die urpsprüngliche japanische Version der PS3 war abwärtskompatibel zur PS2. Man konnte damit PS2-Spiele auf der PS3 spielen.

In der Version für Europa und die USA wurde dieses Feature entfernt bzw. auch in den späteren Versionen der PS3 in Japan.

Das hatte zur Folge, dass sich viele eine PS2 und eine PS3 hingestellt haben. Das spülte zwar genug Geld in die Kassen, aber lange werden sich die Kunden nicht mehr verarschen lassen.

Abwärtskompatibel waren bis zum Oktober 2007 alle Modelle, egal ob aus USA, Japan oder EU.

Die danach verkaufte Version war dann nirgends mehr Abwärtskompatibel. Weder in Japan, USA noch in der EU.

MS-hat mit den Gerüchten doch angefangen ;)
http://www.gamepro.de/news/2564... x_720.html

irgendwelche unseriöse quellen haben damit angefangen. bei sony waren es zwar genau die selben quellen, aber wenn ich mir die firmenpolitik von sony anschaue, ist die umsetzung bei denen realistischer.

und wenn die ps4 mit drm kommt, kommt die xbox 720 garantiert ohne. ansonsten haben sowohl microsoft, als auch sony ein problem.

und wenn die ps4 mit drm kommt, kommt die xbox 720 garantiert ohne.

Wenn MS nicht mitzieht, dann bekommt die PS4 auch keines.

Dieses System lässt sich nur etablieren wenn alle Hersteller darauf setzen.

Wenn einer ausschert, kannst dir sicher sein, dass bei den anderen das System ganz schnell wieder fallen gelassen wird.

Die Frage ist, wie die Spieleentwickler da ebenfalls mitspielen. Denn da kann von denen auch sehr viel Druck ausgeübt werden in die Richtung alla "willst du das wir deine Konsole unterstützen? dann musst du das System einsetzen."

DRM ansich wäre ja kein Problem - das Problem ist, dass die Rechte so weit eingeschränkt werden, dass man nicht mehr das machen kann, was man machen könnte und trotzdem dasselbe blechen muss.

Accountgebundene DRM-Spiele die man bei Bedarf an einen anderen Account übertragen kann (oder kurzfristig verleihen) wäre keine üble Sache.

Meinetwegen könnte auch ein Gebrauchtspielemarkt gemacht werden (quasi ein eBay für Spiele) wo der Anbieter ein paar % mitschneidet.

Valve arbeitet anscheinend schon an ähnlichen Dingen (Tausch, Verkauf und Übertragung von Keys/Spielen) - aber leider verschlafen es sämtliche Branchen (auch die Film- und Musikindustrie) solche Ideen zu verfolgen.

nein drm ist blödsinn. und wenn sie am gebrauchtmarkt mitschneiden wollen, steht es ihnen offen, selbst geschäfte zu eröffnen. aber fürs pure nichtstun mehrfach abkassieren geht zu weit.

und sollte bei der nächsten gen tatsächlich keine drm-freie konsole dabei sein, hör ich einfach auf zum spielen. so wichtig sind sie mir nicht, dass ich jeden kack akzeptieren würde.

Ich meinte eher, dass sie nicht an den Gebrauchtverkäufen selbst mitschneiden sondern an der Dienstleistung für das Bereitstellen einer Handelsplattform.

Natürlich sollte es auch möglich sein, die Software außerhalb zu verkaufen.

Aber wie man am Beispiel von Steam sieht, sind viele durchaus bereit für gut funktionierendes DRM zu bezahlen obwohl man viele Titel durchaus auch ohne Steam und DRM-frei bekommt.

den pc kann man prinzipiell nicht mehr mit konsolen vergleichen. die meisten spiele haben heute einen onlinezwang und lassen sich genausowenig weiterverkaufen. und ob man jetzt via steam oder origin gezwungen ist, online zu sein, ist auch schon wurscht. und die beiliegenden codes sind meist einmal verwendbar und nicht mehr beliebig oft verwendbar.

steam ist zwar vom prinzip her eine gute sache, hat aber leider die bereitschaft onlinezwänge, drm und einmalcodes zu akzeptieren erhöht.

aber mir kanns wurscht sein, denn wenn so ein blödsinn auch auf allen konsolen kommt, bin ich sowieso raus. bei bf3 und me3 war der wille, die spiele zu boykottieren, noch nicht stark genug, aber sony und ms demontieren sich gerade selbst.

Edit: Von dem, was da aufgezählt wurde. Das waren ja nicht sie ;)

Die meisten Kunden wissen von dem gar nichts. Die gehen ins Geschäft und kaufen sich die Konsole.

Wenn diese Teile Auswirkungen gehabt hätten, dann bereits bei den derzeitigen Verkaufszahlen.

Komischerweise verkauft sich die PS3 nach all ihren Desastern nach wie vor blendend und hat mittlerweile den Thron (nicht den von den gesamten Verkaufszahlen) der jährlichen Verkaufszahlen erklommen.

Das kann man nicht mit dem guten Ruf erklären.

Und das Gerücht über irgendwelche Keys um den Gebrauchtspielemarkt zu ruinieren, kommentiere ich dann wenns so weit ist. Was klar ist, das Sony diesen Schritt nämlich dann nicht alleine gehen wird.

Das ist richtig, ich werde aber trotzdem keinen Cent mehr in diese Plattform investieren

Seit 2008 habe ich meine PS3, geschätzte 30 Titel gekauft und auch gespielt (Dead Space!!!!!), jetzt bin ich wieder auf den PC umgestiegen, da habe ich wenigstens ein wenig mehr Einfluss auf das was passiert - und weitaus bessere Grafik, mittlerweile.

So störend ich diese Probleme auch empfinde und selbst davon betroffen war - ich bezweifle, dass sie maßgeblich am "Niedergang" Sonys Schuld tragen.

die kundenfeindlichkeit war mitschuld. einerseits haben sie trends verschlafen und andererseits sind sie extrem kundenfeindlich. bei tvs, mp3-playern, usw haben sie einfach massiv gegen die billigere konkurrenz von lg, samsung und cmx verloren. und auf der anderen seite haben sie mit extrem kundenfeindlicher konzernpolitik kunden vertrieben. da waren linux, psn, die copyrightpolitik bei universal, fehlende updates bei ihren androiden, usw.

Bei der Meinungs- und Imagebildung sicherlich nicht zu verachten und wenn das Image nicht stimmt, wird eben stärker ein Bogen um Geräte in den Läden gemacht, wo "Sony" drauf steht.

Der Wappler stellt der Nina ein bein

Sony kauft sich von Ericsson los und beendet die Handysparte!

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