Präsident Karzai kritisiert NATO

16. April 2012, 16:03
  • NATO-Soldat im Gefecht.
    foto: dapd/musadeq sadeq

    NATO-Soldat im Gefecht.

Dutzende Tote bei Anschlägen - Staatschef ortet nach "Frühjahrsoffensive" der Taliban ein "schweres Versagen" der westlichen Truppen

Kabul - Nach schweren Gefechten mit den Taliban haben afghanische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben wieder die Oberhand in Kabul gewonnen. Mehr als 30 Aufständische seien getötet worden, erklärte das Verteidigungsministerium am Montag. Explosionen, Raketenangriffe und Schießereien erschütterten die Hauptstadt noch die ganze Nacht hindurch. Erst Montagfrüh beruhigte sich die Lage.

Die Kämpfe hatten am Sonntagmittag mit einer Serie von Angriffen auch auf mehrere Botschaften westlicher Staaten begonnen. Die Attacken gehörten zu den schwersten in Kabul seit dem Sturz der Taliban im Jahr 2001. Die Rebellen bezeichneten sie als Rache an US-Soldaten und erklärten sie zum Auftakt ihrer "Frühjahrsoffensive". Sie drohten mit weiteren Angriffen."Trotz ihrer Sprengstoffwesten gelang ihnen nichts anderes, als sich töten zu lassen", sagte der Stabschef des Verteidigungsministeriums, Afsal Aman. In kurzer Zeit seien 32 Kämpfer getötet und die teuflischen Pläne der Aufständischen vereitelt worden.

Doch die koordinierten Angriffe in Kabul und drei weiteren Provinzen des Landes unterstreichen, dass die radikal-islamischen Taliban durchaus symbolträchtige und hochgesicherte Ziele ins Visier nehmen können. Sie hatten es nach eigenen Angaben vor allem auf die deutsche und die britische Botschaft sowie den Sitz der NATO-geführten internationalen Einsatztruppe und das Parlament abgesehen.

Geheimdienste und NATO versagten

Afghanistans Präsident Hamid Karzai gab auch der internationalen Militärpräsenz im Land Verantwortung an den Opfern. In einer Mitteilung Karzais hieß es am Montag, Geheimdienstversagen der afghanischen Seite und besonders der NATO hätten die Angriffe möglich gemacht. Das müsse untersucht werden. Karzai lobte die afghanischen Sicherheitskräfte. Sie hätten dem Volk das "Vertrauen gegeben, dass sie ihr Territorium erfolgreich verteidigen können".

Die über 18 Stunden andauernden Kämpfe waren gegen Ende noch einmal aufgeflammt. NATO-Hubschrauber nahmen Kämpfer unter Beschuss, die sich in dem Rohbau eines mehrstöckigen Hauses verschanzt hatten und von dort mit Granaten und Gewehren auf das Diplomatenviertel schossen. Elitesoldaten drangen in das Gebäude ein und lieferten sich heftige Kämpfe mit den Aufständischen. Dicke Staubwolken drangen nach draußen, weil sich im Kugelhagel der Putz von den Wänden löste. Aus den Reihen der afghanischen Sicherheitskräften wurden zunächst elf Tote gemeldet. Dutzende weitere wurden demnach verletzt.

Die Taliban zeigten sich stolz auf die Verwüstung. "Diese Angriffe sind der Auftakt unserer Frühjahrsoffensive, die wir monatelang vorbereitet haben", sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mujahid der Nachrichtenagentur Reuters. Damit sollten Übergriffe der US-Truppen gerächt werden - so die Verbrennung von Koran-Exemplaren in einem NATO-Stützpunkt und der Tod von 17 Zivilisten im Kugelhagel eine US-Soldaten.

Auch die nordafghanische Stadt Kunduz entging nach Angaben der Polizei nur knapp einem Blutbad. Der Polizeichef der Provinz, Samiullah Katra, sagte am Montag, Sicherheitskräfte hätten in der Nacht zum Sonntag 15 Taliban-Kämpfer gefangen genommen. Sie hätten in der Stadt Kunduz eine Serie komplexer Selbstmordanschläge und Angriffe ausführen sollen. Hinweise des Geheimdienstes hätten zu ihrem Ergreifen geführt.

Trotz des Bekenntnis der Taliban hält der US-Botschafter in Afghanistan, Ryan Crocker, das Haqqani-Netzwerk - eine andere Extremistengruppe - für die wahren Drahtzieher der Angriffe. Diese dürften von Pakistan aus eingefädelt worden sein, sagte Crocker dem Nachrichtensender CNN. Das Haqqani-Netzwerk ist eine eigene Gruppe, erkennt aber Taliban-Chef Mullah Omar als obersten Anführer an. Unter den unterschiedlichen Taliban-Verbündeten gilt die Hakkani-Gruppe als gefährlichster Gegner der USA in Afghanistan.

Auch das afghanische Innenministerium machte das aus Pakistan heraus operierende Haqqani-Netzwerk für die Angriffe verantwortlich. Innenminister Bismillah Mohammadi sagte in Kabul, ein festgenommener Angreifer habe der Polizei gesagt, er sei aus Pakistan. "Er wurde dort trainiert und ausgerüstet." Er habe außerdem gestanden, dem Haqqani-Netzwerk anzugehören.

In Washington betonten Regierungsvertreter, die Angriffe änderten nichts an ihrer Afghanistan-Strategie. Für US-Präsidenten Barack Obama bedeuten die Attacken aber einen herben Rückschlag, da er sich die Kampagne gegen die Taliban im Wahlkampf als Erfolg auf die Fahnen schreiben will. Die meisten internationalen Kampftruppen sollen das Land Ende 2014 verlassen.

 (APA, 16.4.2012)

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Dass Karzai auf die Nato schimpft

ist echt zu lächerlich, gerade er der seinen ganzen Clan mit hochdotierten Posten versorgt hat und dessen Bruder, der inzw.tot ist dick im Drogengeschäft war.
Der von den USA intrhonisiert wurde und hinter meterhohen Mauern von Gis bewacht wird und sich in Kabul nicht mal auf die Strasse getraut, weil man ihn wohl lynchen würde, sagt sowas.
Immerhon sind jetzt schon 65% der Amis gg. den US-Einsatz und die Proteste nehmen zu. Obama wird sich damit im Wahlkampf nicht brüsten und damit keine Stimmen fangen können.

der Gesamteinsatz war eine vorhersehbare Katasrophe. Das Hauptziel der USA Militärstützpunkte im Rücken Russlands und Chinas zu bekommen wurde jedoch erreicht

Die Taliban zeigten sich stolz auf die Verwüstung

Bitte um genaue Quellenangabe wer das so gesagt hat und wo das steht? Im Artikel habe ich es jedenfalls nicht gefunden. Oder meinen Sie, dass jene, die militärische Angriffe führen, generell stolz auf die Verwüstungen seien, die sie anrichten? Da hat die westlich humane Wertegemeinschaft ja Grund genug, um im Übermaß stolz sein. Warum schreiben Sie das dann nicht, auch wenn es keine NATO Mitglied gesagt haben sollte. Sowas kann man doch einfach annehmen, nicht? So wie bei den Taliban.

APA

Drei Buchstaben sind Antwort genug.

...Versagen der westlichen Truppen?

... ich denke die Afghanen können und wollen selbst für ihre Sicherheit sorgen...

...ha, ha... traurig echt traurig...

Wieso? Sie haben sich ja verteidigt. D.h. sie haben eigentlich Einrichtungen der USA und der Nato verteidigt, wenn das Rachezüge gegen die USA und die NATO sein sollen.

Kann da karzei überhaupt noch wiedergewählt werden? Weil der regt sich in letzter zeit ja echt über alles auf was die NATO macht. Zuviel Politik tut einem Land dann auch wieder nicht gut!

gebt ihnen ihr Talibanien

baut ne Mauer aussen rum und lasst Nichts oder Jemanden rein und raus. Eine Einstufung als 10.Welt bei der UN und kein Handel. Die müssen sich selbst entwickeln...

haha

was für eine (groß)offensive, ganze 16 kämpfer ! es lebe die übertreibung

Da kann man sehen, wie schwach die NATO ist. 16 Mann reichen aus, um gegen sie eine Großoffensive zu starten!

gut, herr karzai

wir lassen sie sofort mit ihren tollen truppen allein...

Spätestens 4 Wochen nach dem Abzug der ausländischen Soldaten werden diesen korrupten Drogenhändler seine eigenen Freunde aufhängen.

Nimmt irgendwie die Karzai Propaganda ernst?

Ohne NATO wäre er gar nicht an der Macht.

Was soll diese "Kritik" also?

ohne nato ist er nicht mehr lange an der macht ;)

NATO weg, Karzai weg.

Also möge er sich wieder abregen.

an denAngriffen haben 16 Taliban-kämpfer teilgenommen, die alle 36 getötet wurden. Inschallah!

Naja lesen ist nicht so ihre stärke.
16 Angreifer in Kabul. 36 tote Taliban in GANZ Afghanistan (das bestehet nicht nur aus Kabul!)

Vielen Dank für die Aufklärung. Der Text scheint mir jetzt geändert. Jetzt liest man folgendes:
"Die Attacken gehörten zu den schwersten in Kabul seit dem Sturz der Taliban im Jahr 2001. Die Rebellen bezeichneten sie als Rache an US-Soldaten und erklärten sie zum Auftakt ihrer "Frühjahrsoffensive". Sie drohten mit weiteren Angriffen."Trotz ihrer Sprengstoffwesten gelang ihnen nichts anderes, als sich töten zu lassen", sagte der Stabschef des Verteidigungsministeriums, Afsal Aman. In kurzer Zeit seien 32 Kämpfer getötet und die teuflischen Pläne der Aufständischen vereitelt worden."
also 32 in Kabul und über 30 insgesamt?

Also aus dem Text wird man schwerer schlau wo wieviel.

Bitte im Text oben steht: über 30 Getötete und weiter unten dann: es wurden 32 Aufständische getötet.
Was ist daran falsch?

Im urspr´nglichen Text war von 16 und 36 die Rede. Der Vorposter meinte ich könne nicht lesen, die 16 sind aus Kabul, die 36 die Gesamtzahl. jetzt sind es aber 32 in Kabul und über 30 dei Gesamtzahl, was stimmen könnte, aber nicht stimmen muss.

na da gibts jetzt einen engpass an jungfrauen für diese "märtyrer"!

Frühjahrsoffensive mit 16 Angreifern in Kabul.

Wahnsinn!
Irgendwann muss die Burka verboten werden,
so kann man besser Terroristen erkennen.

Erinnert irgendwie an die Tet-Offensive.

nun, aehnlichkeiten sind da, bei der tet-of. starb etwa die haelfte der angreifer (50-100tausend), hier alle.
Raumgewinn bei beiden null, und es steht gross in der zeitung.

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