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Die Schwarzen sind mit einem Bauchladen voller Angebote vor die Innsbrucker Wähler getreten. Gelohnt scheint sich das nicht zu haben. Nicht für die ÖVP, nicht für die Tiroler Landeshauptstadt. Am Wahlabend zählte man die Stimmen zusammen und stellte fest: Es sind wieder weniger geworden.
Was als großer demokratischer Fortschritt gefeiert worden war, hat schlussendlich eher die Wähler verwirrt. Theoretisch klingt ja sehr gut, was in Innsbruck probiert wurde: mehr Persönlichkeitswahl, ein stärkeres Vorzugsstimmensystem und die Möglichkeit, eine Spitzenfunktion unabhängig von der Parteiliste zu wählen. So ein Stimmensplitting wird von allen Demokratiereformern empfohlen; es soll die Wahlen spannender machen.
Die Innsbrucker Erfahrung zeigt: Es macht die Wahlen nicht unbedingt attraktiver. Viele Wahlberechtigte haben sich schlicht überfordert gefühlt von den Möglichkeiten, die sich ihnen geboten haben. Überfordert waren sie auch und besonders von den Möglichkeiten, die ihnen die ÖVP geboten hat: Da gab es eine offizielle Parteiliste, eine Liste des Seniorenbunds und eine Bürgermeisterliste "Für Innsbruck". Wer soll sich da auskennen? Allenfalls die Funktionäre - denn die waren schon vor der Wahl auf bürgerliche Zusammenarbeit eingeschworen worden.
Aber jetzt kommt erst noch ein Wahlkampf für die Stichwahl. Die Schwarzen treiben es bunt. Für viele: zu bunt. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 16.4.2012)
Die Freiheitlichen stecken in einer Krise, aber die ist nicht existenzbedrohend
Die Regierung will den Grundwehrdienst verbessern - und verfehlt das Thema
Wiehert die Wurst, grunzt der Döner-Spieß, miaut oder kläfft es gar aus dem Faschierten, wie die FPÖ vermutet?
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Und was bleibt den Grünen? Zunächst einmal: Arbeit
Die Zeiten haben sich geändert: Was vor zehn Jahren durchaus akzeptabel war, ist teilweise sogar verboten
zuviel mit den Dollfussis mitleiden, ansonsten wäre ihm aufgefallen, dass die Kasperlisten der VP nicht weniger sondern mehr eingefahren haben. 2006: 44,3%, 2012:45,6%.
In dieser Situation (U-Ausschuss, etc.) ist das eigentlich ein Wahnsinnsresultat, wo ihnen natürlich auch die niedrige Wahlbeteiligung hilft. Es ist ja kein Geheimnis, dass sich dieses Segment in der Bev. eher mobilisieren lässt - also zur Wahl geht. Unterstellt man, dass die VP ihr Potential ausgeschöpft hat und die Nichtwähler eher anderen Gruppen zuneigen, wäre ihr Anteil (auf Gesamtebene) ungefähr bei 23-24 %.
Hoffentlich ist Herr Seidl beim Bier etwas objektiver. :) Oder ist der Standard auch bereits mit der PR-Stelle von Raiffeisen vernetzt.
heisst das noch nicht das selbe für Innsbruck. Die Liste Für Innsbruck gibt es z.B. seit 1994, ich glaube kaum dass die Piratenpartei als einzige neue alle so verwirrt hat dass sie deswegen daheim geblieben sind.
Und nachdem der langjährige FI-Bürgermeister dann ÖVP-Landesparteiobmann, ÖVP-Landeshauptmann und schließlich ÖVP-Landtagspräsident wurde, dürfte der von vielen hier befürchtete Etikettenschwindel bei den allermeisten (jedenfalls den nicht mehr ganz jungen/frisch zugezogenen) WählerInnen auch nicht wirklich möglich sein.
manche werden es halt noch etwas billiger geben als bei der letzten Wahl. Ein Motto für die kommenden (Schein-)Verhandlungen um die Besetzung der Pöstchen in der künftigen Stadtregierung gibt es offenbar auch schon: besten Dank, Tori Amos ...
Englisch ist eben doch DIE Sprache, um komplexe Sachverhalte kurz und verständlich auf den Punkt zu bringen ...
PS: den Stadtsenat noch weiter aufzublähen - und auf 9 Sitze aufzustocken - kommt angesichts der beschämend niedrigen Wahlbeteiligung einer Verhöhnung der Wahlberechtigten gleich;
noch weniger Stimmen, noch mehr (hoch)bezahlte Posten?
Nach dieser Logik dürfen wir uns nach der LTW 2013 - bei ähnlicher Beteiligung - auf befürchtete und gefühlte 25 Voll- und Nebenerwerbspfosten 'freuen'.
angesichts der konstellation bei der stichwahl ist für diese wohl eine beteiligung von um die 20% zu warten. denn wer nicht övp-nahe ist, dem/der kann's relativ wurscht sein, wer von den beiden es wird (wobei ich persönlich ungültig wählen für viel sinnvoller halte als gar nicht hinzugehen).
bin nicht övp-nahe, aber trotzdem (oder gerade deshalb) ist es mir zumindest symbolisch wichtig, wer die nächsten sechs jahre von den stadtfotos lacht.
abgesehen davon gibt es schon graduelle unterschiede und auch wer welche stadtkoalition schmiedet, kann eine wahlmotivation sein.
denke aber auch, dass zahlreiche wählerInnen auf ihre wahl verzichten
selbst die beschreibung ist einfach substanzlos.
natürlich macht es etwas aus, ob man FI (für innsbruck) oder övp wählt... alleine deswegen, weil platzgummer im vorfeld die fpö als möglichen koalitionspartner genannt hat und die oppitz-plörer eben jene ausschließt.
und wenn völliges desinteresse bzw verworrenheit in der innsbrucker bevölkerung herrschen würde, dann würde es im vorfeld der stichwahl (ausgehend vom leiter einer alteingesessenen kulturinstitution innsbrucks) so etwas
http://tinyurl.com/c4mnltb (foto)
http://tinyurl.com/bsrnzsj (fb-seite)
nicht möglich sein.
danke norbert ;)
ist das "ß" bei passt. sonst gestehe ich zu, ist mein empfinden subjektiv - selbstverständlich stehe ich dazu. dass es bei der innsbrucker wahl nichts zu analysieren gäbe, spricht nicht gerade für den österreichischen (qualitäts)journalismus und bestätigt eindrucksvoll den stellenwert des standard in westösterreich. mir persönlich blutet das herz. conrad seidl halte ich, nicht ausschließlich wegen der aktuellen kolumne, für die pflaume des standard - selbstverständlich ist auch dieses urteil subjektiv und ebenso selbstverständlich stehe ich dazu und werde es weiter tun, sollte der standard weiter kein inhaltliches gewicht auf die waagschale werfen. zu guter letzt bin ich nicht nachtragend und werde auch loben, sollte es anders sein.
..nicht über- sondern unterfordert und verarscht gleichzeitig. Warum soll ich noch zu einer Wahl gehen, wenn ich nur zwischen hell- und dunkelschwarz wählen kann? Zwischen Plattergünstlingen, VanStaa-Erfindungen und Steixnerfreunden?
(die bei den Schwarzen untergetauchten Liberalen sind ein anderes Kapitel) -eigentlich klar mehr Auswahl als bei den meisten anderen Wahlen in Österreich.
Und wenn Sie innerhalb einer Richtung zusätzlich noch zwischen zwei oder mehr Zugängen/Personenkonstellationen/ Koalitionspräferenzen wählen können, verlieren Sie meines Erachtens dadurch nichts an Auswahl und Mitsprache, im Gegenteil. In Kleingemeinden, wo vielleicht wirklich nur die VP und die VP-Dissidentenliste bei der BM/Gemeinderatswahl antreten, sieht es anders aus - aber hier hatten Sie das volle Spektrum zur Auswahl - und fast alle Kräfte haben zumindest ein Mandat geschafft und können Präsenz zeigen.
Problematischer wäre wohl die Hegemonie eines geeinten "schwarzen Blocks".
Herr Seidl ist bemüht, zu sehr bemüht. Er verbiegt sich allerdings so stark dabei, dass er mit einem Krampf rechnen muss. Das Wahlergebnis ist für die ÖVP alles anders als schlecht. Die SPÖ wäre heilfroh, wenn sie so abgeschnitten hätte. Und was die rückläufige Wahlbeteiligung betrifft, liegt dies auch nicht an den Schwarzen. Wer mit der Arbeit seiner Partei zufrieden ist, geht nicht unbedingt wählen, wenn er eh weiß, dass sie auch ohne seine Stimme am Ruder bleibt. Wenn jemand unzufrieden ist, dann wird er wohl eher unter allen Umständen in der Wahlkoje erscheinen um seinen Frust zu dokumentieren. Herr Seidl macht dies ja auch mit seinem obigen Artikel.
... dass am Abend einer Wahl jede/r weiß, warum dieses und jenes passiert ist - wie z.B. die niedrige Wahlbeteiligung in Innsbruck. Seltsamerweise decken sich die alles andere als einheitlichen Begründung in der Regel mit irgendeiner vorgefassten Meinung.
Fakt ist allerdings, dass das alles reine Vermutung sind, bestenfalls Behauptungen, die uns dann als Analysen verkauft werden. Untersucht hat das niemand, nicht einmal im journalistischen Sinn. Und die Behauptung, dass Leute dadurch verwirrt werden, dass sie zwei Stimmzettel für zwei verschiedene Wahlen gleichzeitig ausfüllen müssen und zwischen neun teils ähnlichen Angeboten wählen können, die ist schon ein starkes Stück ... und gänzlich ironiefrei, falls das beabsichtigt war.
Die schwärzlich-Schwarzen sind sich bereits mit der SPÖ einig geworden, wie es heute in einer gemeinsamen Aussendung der beiden Fraktionen heißt:
"In den Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Innsbrucker Stadtregierung hat es Samstagvormittag eine Wendung gegeben. ÖVP und SPÖ teilten in einer Aussendung mit, dass man sich über die künftige Gestaltung der Stadt inhaltlich weitgehend einig sei."
http://tirol.orf.at/news/stor... s/2531760/
Zwischen den gelblich-Schwarzen und den Grünen ist bekanntlich schon einige Tage länger alles unter Dach und Fach.
In der nächsten Phase werden vermutlich die beiden Vorab-Allianzen schwarz-Schwarze/Seniorenbund/SPÖ und gelb-Schwarze/Grüne miteinander verhandeln, eventuell auch eher gegeneinander.
Nicht überbewerten ... Innsbruck ist zwar eine Landeshauptstadt, aber nicht gleichzeitig Bundesland wie Wien - von Ideologie zu sprechen ist in diesem Zusammenhang einfach daneben. Hier werden keine Gesetze beschlossen; die großen Themen sind Straßenbahn, Kanalisation und Altersheime :)
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