Piratenpartei kann Großpartei werden

15. April 2012, 17:42

Wählerpotenzial von bis zu dreißig Prozent

Berlin - Die Piratenpartei in Deutschland könnte sich einer Umfrage zufolge zur Volkspartei mausern. Nach einer am Sonntag veröffentlichten repräsentativen Emnid-Umfrage hat die Partei ein Wählerpotenzial von bis zu 30 Prozent. Fast jeder dritte Wahlberechtigte in Deutschland könne sich vorstellen, die neue Partei zu wählen. 65 Prozent schlössen aus, die Piraten zu wählen, berichtete die "Bild am Sonntag" weiter.

Eine große Mehrheit der Befragten sieht in der Piratenpartei eine klassische Protestpartei, die "ganz anders als die anderen Parteien" sei. Als zweitwichtigsten Grund für den Erfolg der Piraten sehen die Befragten das Image als "jung und wild". Die von der Partei als Markenzeichen propagierte Internetaffinität wurde erst an dritter Stelle der wichtigsten Eigenschaften genannt.

In der Sonntagsfrage kommt die Piratenpartei in der Emnid-Umfrage auf 12 Prozent und damit auf einen Rekordwert. Die Grünen verlieren in der wöchentlichen Erhebung einen Punkt ebenfalls auf 12 Prozent. Dies ist der schlechteste Wert seit Februar 2010. Die SPD stagniert bei 26 Prozent. Damit hätte ein rot-grünes Bündnis keine Chancen. Die Unionsparteien erreichen in der Umfrage 35 Prozent (minus 1) und die FDP stagniert unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde bei vier Prozent. Die Linkspartei käme auf sieben Prozent. (APA/Reuters, 15.4.2012)

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Das einzige Parteiprogramm ist das Angefressensein von den etablierten Parteien!

Früher waren das zur Gänze Nichtwähler. Der Grundgedanke ist, daß Nationalratssitze nicht auf die Etablierten aufgeteilt werden, auf denen dann weitere Befehlsempfänger der Lobbyisten herumlümmeln. So wird das Land aber langsam unregierbar.

Hier ist von Wählerpotenzial die Rede.

Union und SPD haben ein Potenzial von 70-80%, wohl wegen "Volkspartei" Status. Wenig Kernwähler, viele Wechselwähler, die sie sich untereinander und mit den kleineren Parteien teilen.

hauptgrund protest.

wer im wirklichen leben (sowohl beruflich als auch privat) nichts zu sagen hat, der liebt halt solche, die das maul aufreissen ohne etwas zu sagen....

als prolo wählst du dann die fpö.
als edelprolo die piraten.

ein haufen, der sich nicht oder nur unzureichend zu wichtigen themen, wie der sog. finanzkrise, wirtschaftspolitik und vor allem der internationalen politik, positioniert und äussert, dürfte nicht nur unglaubwürdig, sondern auch fragwürdig bleiben.

alleine die knappe aussage, wie zu,

"Wirtschaft und Finanzen Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft in Kammern und Verbänden (ausgenommen Rechtsanwalts-, Notar- und Ärztekammern)
Die Piratenpartei tritt für die Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft in Kammern und Verbänden wie der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Landwirtschafts- oder Handwerkskammer ein. Rechtsanwalts-, Notar- und Ärztekammern sind von diesem Ziel nicht erfasst.",

macht klar, wie sehr sie im system integriert ist.

Wenn die Leute bala bala sind,

sind es auch die Parteien. Wählt nur die Piraten ohne Zukunft und ohne Hirn dafür finden sie alles im Internet.

Die Wirtschaftsbosse freuts noch eine Horde von Idioten die man leicht manipulieren und unterwandern kann.

Mich freuts, in einer Zeit, wo man sich von der Politik nichts mehr erwartet, bringen die Piraten frischen Wind in die Sache.

Leider waren bisher die Grünen die einzige Möglichkeit, um nach den Wahlen noch in den Spiegel schauen zu können, gleichzeitig machen die sich ja selbst unwählbar, haben keine Politik für die breite Masse und beschäftigen sich mit unsympathischen Randthemen.

Da wähl ich lieber die Piraten. Haben noch kein Parteiprogramm, aber das wird überbewertet - andere Parteien gibt's länger und die machen auch nicht den Eindruck, Lösungen zu haben. Die Piraten sind engagiert und sprechen mich an. Mir genug, um ihnen eine Chance zu geben. Und nebenbei die Grünen für Ihre verfehlte Politik etwas abzuwatschen.

gleichzeitig machen die grünen sich ja selbst unwählbar

werden sie konkret: wodurch?

@Angus

Ihre Argumentation hat einige Lücken. Sie werfen den Grünen vor, keine Politik für die breiten Massen zu haben, gleichzeitig finden Sie es als unerheblich, dass die Piraten überhaupt kein Programm haben. Also was jetzt?? Wenn Sie die Piraten auch ohne Programm als für Sie wählenswert halten ist das OK und Ihr Recht. Aber dann müssen Sie sich gegen die Grünen, die Sie ja bisher anscheinend gewählt haben, andere Argumente finden. Oder?

Finde ich gut, auch bei uns, damit die "Großparteien" aufwachen!

Piratenpartei Flagge: http://9gag.com/gag/3829698

Schön wär's, nur dann sollten die Damen und Herren an der Spitze nicht so oft vom "Freien Markt" und deren Selbstregulation reden......

Ich könnte mir gut vorstellen,

dass eien solche Partei ein Sammelsurium wird für alle ignoranten, orientierungslosen und geltungssüchtigen nobodies!

dafür gibts schon die fpö

Kann nicht sein.

Dann würdest Du selber ja nicht so dümmlich Stimmung dagegen machen.

Eine Spur von Parteiprogramm sollten sie schon haben

Was ich vor allem vermisse ist die Anzahl der Frauen in der Führungsebene. Eine reine Männerpartei, buuh.
Aber vielleicht ist das ein Grund für ihre "Erfolge".

sobald die sich auch nur einen hauch von programm gibst

sind sie die hälfte der wähler wieder los... ist schon gut so, viele leute brauchen eben heute etwas möglichst schwurbeliges für die wahlentscheidung (transparenz ja eh)

Man kann es auch als erfrischenden Kontrast zur weiblichen Führungsriege der Grünen sehen, die positiver Diskriminierung eine negative Note gegeben hat, und bestens kommuniziert, wie die Partei sich mehr mir Randthemen als mit den eigentlichen Wählersorgen beschäftigt.

Auch die Piraten werden noch ihre Frauen bekommen, und ich bin zuversichtlich, dass dies natürlich und in einem Umfang passieren wird, der den tatsächlichen Anteil von Frauen in der Partei wider spiegelt, und nicht aus Zwang in Form einer Quote.

?

Wenn die Frauen nicht für die Informationsfreiheit kämpfen wollen.... wirft man das den Männern vor?

Was sagst DU wohl über die ÖVP...

Das mit der reinen Männerpartei stimmt doch wirklich nicht mehr. Siehe zB Marina Weisband oder Jasmin Maurer

Der Ärger gegenüber den etablierten Parteien?

Gerade erst bereitet der Bundestag ein kleine Änderung der Spielregeln vor. Nach diesen darf der Bundestagspräsident nur noch eingeschränkt Redner zulassen, die nicht von den Fraktionen angemeldet wurden.
Vorige Tage fasste ein Berliner Gericht den Beschluss, dass eine Frau, welche die Kinderklamotten ihrer Kinder über Ebay vertickert, sich dafür einen Gewerebschein holen muss und Mehrwertsteuer abzuführen hat.
Wer auf eine Seite verlinkt, darf zukünftig dafür Urheberrechtsabgaben abführen.
Wer Steuergesetze nicht versteht läuft Gefahr und seine Steuererklärungen nicht richtig ausfüllt, soll in Zukunft automatisch der Steuerhinterziehung (strafbewehrt) bezichtigt werden. Das sind nur vier Beispiele, welche Hoffnung auf die Piraten machen.

"Jung und wild"

Wer das zum Leitmotiv seiner politischen Wahl macht, der wäre wohl auch für "Neu, attraktiv, zielstrebig, ideenreich" empfänglich gewesen.

Wobei die Partei zu der der Herr Gaugg dereinst seine verbale Diarrhö hatte, weder "neu" noch "attraktiv", vielleicht "zielstrebig" aber wiederum ganz sicher nicht "ideenreich" war/ist.

Mir scheint, dass alle vier Prädikate durchaus zutreffen. Am meisten wundert mich, dass Sie die Attraktivität in Frage stellen. Sie hat die Leute doch in Scharen angezogen!

Angemessener, als Eigenschaften zu dementieren, denen man, weil aus der Werbewelt vertraut, eine positive Teilkonnotation nicht absprechen will (und die darum der NS - Halo-Effekt - auf keinen Fall gehabt haben darf), scheint es mir, darauf hinzuweisen, dass das Vorliegen dieser Eigenschaften allein in keiner Weise eine politische Entscheidung rechtfertigen.

Stimmt. Mein "war" ist falsch.
mein Posting stimmt einzig, wenn man heutige "Neo-neu-attraktive-zielstrebiege-ideenreiche" Parteien betrachtet.

Für das Original hat es damals freilich zugetroffen.

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